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Roswell Six

Terra Incognita: A Line In The Sand

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Terra Incognita: A Line In The Sand
Terra Incognita: A Line In The Sand, ProgRock Records, 2010
Guitar, Bass, Keyboards, Drums, Orchestration Henning Pauly
Vocals Steve Walsh, Michael Sadler, Sass Jordan, Nick Storr, Charlie Dominici, Arjen A. Lucassen, Alex Froese, Juan Roos
Produziert von: Shawn Gordon Länge: 65 Min 36 Sek Medium: CD
01. Barricade06. When God Smiled On Us
02. Whirlwind07. Need
03. The Crown08. Spiral
04. Loyalty09. Battleground
05. My Father’s Son10. Victory

“Terra Incognita: A Line In The Sand“ ist der zweite Streich von der Supergruppe ROSWELL SIX. Über den ersten Streich "Terra Incognita: Beyond The Horizon" hatte ich ja bereits letztes Jahr geschrieben.
Wie schon damals erschien CD und Roman, dieses Mal mit “The Map Of All Things“ als Titel, zeitgleich und wieder stammen die Texte zum Silberling vom Autor Kevin J. Anderson persönlich. Neuerungen gibt es jedoch auch zu vermelden, denn Eric Norlander plus die fast komplette Musikerschar mit Ausnahme von Michael Sadler, hatten dieses Mal keine Zeit sich diesem Projekt zu widmen und ich bin ehrlich gesagt auch nicht wirklich traurig darüber.

Erfreut war ich über die Newsmeldung, das man Henning Pauly für die Musik der zweiten CD gewinnen konnte, da ich ja schon von seinen diversen anderen Projekten wie CHAINS, FRAMESHIFT, SHADOW’S MIGNON und auch Solo sehr angetan war. Des Weiteren lies mich die Liste der Vokalisten, die dieses Mal dabei sein würden, schon im Vorfeld mit der Zunge schnalzen und ich hoffte da schon, das die Scheibe besser als die erste ausfallen würde.

Ja, nun dreht sich “Terra Ingognita: A Line In The Sand“ seit einigen Tagen in meinem Player und mit meiner Erwartung an dieser CD wurde ich dieses Mal nicht enttäuscht, denn die Musik hebt sich doch deutlich von der durchschnittlichen ersten Veröffentlichung ab. Okay, das liegt sicherlich auch an der neuen Story, denn mittlerweile befinden sich die zerstrittenen Kontinente im Krieg, weshalb nun auch die Musik mit mehr Druck und Bombast aus den Boxen dringt. Sämtliche Instrumente werden von Henning Pauly bedient, und egal ob Gitarre, Bass, Keys oder Drums: er stellt in den 10 Tracks zur genüge unter Beweis, dass er das drauf hat.

Zunächst zarte orchestrale Töne leiten Barricade ein, dann setzt die famose rockige Stimme von Steve Walsh (KANSAS) ein und es wird bereits in den ersten Minuten richtig bombastisch. Streicherklänge lockern in diesem Stück immer wieder die breiten Gitarrenwände auf. Ja, dieser Track macht Spaß und vor allem neugierig auf die folgenden Songs. Der Bass und vor allem die kurzen Einsprenkelungen der Solo-Gitarre lassen bei Whirlwind aufhorchen. Die Vocals werden von Michael Sadler dargeboten und ich schätze man wird seine Stimme immer mit SAGA in Verbindung bringen, egal wer letztendlich für die Musik verantwortlich ist. Tja, dieses Gefühl lässt mich auch bei der von ihm gesungenen Ballade Loyalty nicht los.
Die weibliche Stimme kommt dieses Mal von Sass Jordan und Boah, die Frau hat eine megafantastische Röhre und wurde zu Recht als beste Sängerin des Jahres (welches Jahr weiß ich jetzt nicht genau) ausgezeichnet. Von ihr wird die total rockige Nummer The Crown und die Ballade Need intoniert, letzteres Stück mit Piano Begleitung, geilen Gitarren und Basssounds. Aber auch die restliche Sängerschar ist ebenfalls nicht zu verachten. Denn da wäre noch Charlie Dominici, bekannt vom ersten DREAM THEATER Album, er teilt sich mit Steve Walsh die Lead Vocals bei My Father’s Son. Ein Stück das mir sehr gut gefällt und mit interessanten ethnischen Klängen beginnt, jedoch in der nächsten Minute mit mächtigem Druck aus den Speakern donnert. Sehr gelungen hier der rhythmische Teil des Schlagzeugs. Versatzgesang, wie es öfter bei YES zu hören gibt, ist auf When God Smiled On Us zu finden. Nick Storr (THE THIRD ENDING) und Alex Froese (FRAMESHIFT) teilen sich bei diesem Lied den Gesangspart. Arjen A. Lucassen (AYREON) und Juan Roos (SHADOW’S MIGNON), die ja ebenfalls im Line-UP erwähnt werden, sind mit der Rolle des Hintergrundgesangs bedacht worden.
Des Weiteren gibt es noch die instrumentale Nummer Battleground, in der sich Henning Pauly an diversen Instrumenten nach Herzenslust austobt und wieder sind, wie auch bei den anderen Titeln, die Gitarrenlinien angenehm auffällig. Tja, die Schlacht scheint trotz Opfer gewonnen und so ertönt am Schluss Victory, jedoch endet dieser Song eher mit einer Frage: „ Is this victory? A line in the sand…“ Hm, gibt es eine weitere Fortsetzung???

Einen wichtigen Fakt möchte ich euch nicht vorenthalten, denn folgendes ist auf Henning Paulys Webseite zu lessen: “ Kevin and his wife Rebecca Moesta wrote all the lyrics for this album. Together with them I came up with 10 songs which don't necessarily tell the story of the book, but give you a bit more insight into the needs, wants and motivations of the characters.” Aha, die Silberlinge erzählen nicht die komplette Story, sondern geben nur einen Einblick über die Charaktere. Will man also die Geschichte erfassen, sollte man sich auch die Romane zulegen, was ich jedenfalls vorhabe zu tun.
An dem Klang von “Terra Incognita: A Line In The Sand“ gibt es nichts zu meckern, und so bleibt mir abschließend nichts anderes zu sagen als: „Dieser Silberling macht von der ersten bis zur letzten Minute Spaß und kann man sich getrost kaufen.“

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 23.08.2010

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