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| What If Leaving Is A Loving Thing, Bad Taste Records, 2007/2008 |
| Maria Andersson |
Vocals & Guitar |
| Jennie Asplund |
Guitar |
| Johanna Asplund |
Bass |
| Josephine Forsman |
Drums |
| Produziert von: Björn Yttling |
Länge: 37 Min 33 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Visit To Vienna | 6. Cheek To Cheek |
| 2. The Loneliest City Of All | 7. Getting Away With Murder |
| 3. Salty Lips | 8. Puppy |
| 4. Neon Lights | 9. Static |
| 5. No For An Answer | 10. If Anyone Matters It's You |
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Wenn man die Popgeschichte der letzten dreieinhalb Jahrzehnte rekapituliert, sind da ein paar von Frauen gesungene Hits dabei, die wohl für immer jedem im Ohr geblieben sind. Waterloo von ABBA natürlich ganz vorne, BLONDIE mit Heart Of Glass, ROXETTEs The Look, What's Up von den so desperat gescheiterten 4 NON BLONDES oder die wundervollen BANGLES mit ihrem Manic Monday und natürlich KATRINA AND THE WAVES' Walking On Sunshine sind ein paar Beispiele für Melodien für Millionen - und auch die härtesten Rocker. Ah, Would I Lie To You?, den grandiosen Fetzer der EURYTHMICS und Chrissie Hyndes Don't Get Me Wrong mit den PRETENDERS darf man selbstverständlich nicht vergessen.
Wenn nicht gänzlich alles in Schutt und Asche liegt und Musikindustrie sowie Publikum noch einen Funken Restverstand besitzen, wird diese Ahnengalerie perfekter Popsongs in den nächsten Monaten von einem Song namens Visit To Vienna bereichert. Die zugehörige Band heißt SAHARA HOTNIGHTS.
SAHARA HOTNIGHTS kennt keiner? Ja nun, das ist betrüblich, denn die vier jungen Frauen sind in ihrer Heimat Schweden eine ziemlich große Nummer. Und zwar schon seit vielen Jahren, immerhin gibt es die Band seit der 4. Klasse. Inzwischen sind die Ladies etwa 20 Jahre jünger als der Rezensent, also immer noch 8… oder so.
Die CD "What If Leaving Is A Loving Thing" ist die vierte Scheibe seit 1999 und die mit Abstand "kommerziellste". Das erste Werk "C'mon Let's Pretend" aus dem Jahr 1999 strahlte teilweise die unbekümmerte Girlie-Punk Naivität losgelassener 15jähriger aus, hatte aber auch einen leicht verstörenden altklugen Touch (wohl ein ambitionierter Produzent am Werk), "Jennie Bomb" versuchte 2001 konsequent mit moderatem Noise-Punk zu beeindrucken, roch aber irgendwie nach Pubertät und hatte zu wenig Melodie. "Kiss & Tell" war dann 2004 das erste Ergebnis einer beinahe erwachsenen Band, vermischte erstmals klassische All-Girl-Vocals - wie sie seit den Sixties von Leuten wie Phil Spector produziert wurden (THE RONETTES) - mit den obligaten RAMONES-Hymnenzitaten und überzeugte mit klarem Gitarrenrock. Eine sexy CD war das, doch erst mit "What If Leaving Is A Loving Thing" konnten SAHARA HOTNIGHTS letztes Jahr das heimische Radiopublikum nachhaltig beeindrucken. Richtig gelesen, letztes Jahr. "What If Leaving…" erschien in Schweden bereits im April 2007, erst jetzt kommt der Rest der Welt. Das birgt bei so jungen Bands natürlich die Gefahr, dass die tatsächliche Entwicklung mittlerweile an einem ganz anderen Punkt angelangt ist und man gar nicht mehr zu 100% hinter dem "alten" Stoff steht, andererseits wäre es eine verantwortungslose Verschwendung, wenn die genannte Pop-Perle Visit To Vienna nur Skandinavien vorbehalten bliebe.
Waren die früheren CDs sexy, ist "What If Leaving…" schlicht erotisch. Die vier Frauen geben dem Auge gern Futter, zeigen in ihren Videos aber auch großes Selbstbewusstsein und demonstrieren durchgehend gesteigerte Fähigkeiten als Songwriter (alle Nummern sind geschrieben von Sängerin Maria Andersson und Schlagzeugerin Josephine Forsman). Man könnte einwenden, dass die Wurzeln zugunsten einer Mainstream-Kompatibilität verraten wurden, aber kann jemand ernsthaft erwarten, dass junge Musiker ihr Leben lang auf dem Niveau ihrer "wilden" Anfänge verharren? Man erinnere sich an den Stilbruch der RAMONES mit "End Of The Century" 1980, das bezeichnenderweise von Phil Spector produziert wurde und zu Verwerfungen innerhalb der Band führte, trotzdem der bis dahin größte Erfolg war. SAHARA HOTNIGHTS gehen mit "What If Leaving Is A Loving Thing" konsequent einen riskanten Schritt vorwärts und wagen sogar einen Disco-Dance-Track wie Cheek To Cheek, der deutlich an ROXETTE erinnert und garantiert die Schuhsohlen belastet. Man muss es nicht lieben, aber wer derlei verabscheut ist ein Muffel, immerhin bauen die Ladies sogar ein minimalistisches Saxophonsolo ins Tanzvergnügen ein. Zuhause war das Ding die erste Single - und richtig erfolgreich.
Single #2 war The Loneliest City Of All, offenbar eine Abrechnung mit einem Kerl. Sehr eingängig, sehr melodisch, beinahe amerikanisch im Sinne von beispielsweise der frühen Sheryl Crow. Das ist alles sehr schön, frisch und bezaubernd, aber gegen DEN Kracher kommt naturgemäß kein anderer Song mehr an. Visit To Vienna ist Powerpop in Reinform, geht vom Ohr direkt in den Bauch und lässt einen nicht mehr los. Krachende Gitarre, maximal geile Vocals, Schlagzeug zum Faust schwingen (remember Clem Burke von BLONDIE) und ein subtiles Wummerpiano erledigen den Rest und hinterlassen garantiert gute Laune. Mehr kann man von Rock & Roll nicht erwarten.
Die CD erscheint in Deutschland am 5. September 2008 und direkt im Anschluss kommt eine Tour mit SUGARPLUM FAIRY:
23.09.2008, Bochum, Matrix
25.09., Bremen, Modernes
26.09., Hamburg, Reeperbahn Festival
27.09., Münster, Sputnik Halle
28.09., Bielefeld, Kamp
29.09., Köln, Bürgerhaus Stollwerk
01.10., Aschaffenburg, Colos-Saal
02.10., Bern (CH), ISC
03.10., Solothurn (CH), Kofmehl
04.10., Graz (A), Orpheum
05.10., Salzburg (A), Rockhouse
06.10., Wien (A), Arena
07.10., München, Backstage Werk
08.10., Dresden, Beatpol
09.10., Berlin, Columbia Club
10.10., Hannover, Musik Zentrum
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