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| Guitar Heaven - The Greatest Guitar Classics Of All Time, Arista Records/Sony Music, 2010 |
| Carlos Santana |
Lead Guitar |
| Dennis Chambers |
Drums |
| Tommy Anthony, Tim Pierce, Joel Shearer, Marc Vangool |
Rhythm Guitar |
| Benny Rietveld |
Bass |
| Karl Perazzo |
Percussion |
| Raul Rekow |
Congas |
| Freddie Ravel |
Keyboards, Organ, Piano |
| Howard Benson, Kim Bullard |
Keyboards & Programming |
| Matt Serletic |
Keyboards, Organ, Synthesizers & Programming |
| Robyn Troup, Sherree Brown, Angie Aparo |
Background Vocals |
| Jeff Cressman |
Trombone |
| Bill Ortiz |
Trumpet |
| Produziert von: Howard Benson & Matt Serletic |
Länge: 64 Min 02 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Whole Lotta Love (feat. Chris Cornell) | 10. Bang A Gong (feat. Gavin Rossdale) |
| 2. Can't You Hear Me Knocking (feat. Scott Weiland) | 11. Little Wing (feat. Joe Cocker) |
| 3. Sunshine Of Your Love (feat. Rob Thomas) | 12. I Ain't Superstitious (feat. Jonny Lang) |
| 4. While My Guitar Gently Weeps (feat. India.Arie & Yo-Yo Ma) | 13. Fortunate Son (feat. Scott Stapp) |
| 5. Photograph (feat. Chris Daughtry) | 14. Under The Bridge (feat. Andy Vargas) |
| 6. Back In Black (feat. Nas) | Bonus DVD: |
| 7. Riders On The Storm (feat. Chester Bennington & Ray Mazarek) | The Making Of |
| 8. Smoke On The Water (feat. Jacoby Shaddix) | Interview with Carlos Santana and Clive Davis |
| 9. Dance The Night Away (feat. Pat Monahan) | |
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Im Kaufpreis dieser CD sind 19% Idiotismussteuer enthalten. Für den blödesten, unzutreffendsten und unkreativsten Albumtitel des Jahres. "Guitar Heaven - The Greatest Guitar Classics Of All Time" heißt das neue Werk von Ricky King, tschuldigung, von Carlos Santana. Ricky King hat auch CDs mit Namen wie "Die 20 schönsten Welthits im Gitarrensound" und spielt so schöne Lieder wie Samba Pa Ti. Was für ein Marketinggenie war da nur für Santana am Werk.
Um den Kohl fett zu machen, bedient sich Herr Santana dann tatsächlich lauter Klassiker und/oder Hits und beschreitet den seit "Supernatural" von 1999 eingeschlagenen Weg weiter: Für jeden Song einen anderen Sänger und dazu eine Heerschar von Studiomusikern. Das ist ja mal wieder richtig kreativ, passt aber ins Bild, das der Mann im letzten Jahrzehnt abgegeben hat. Aus den drei Alben "Supernatural", "Shaman" und "All That I Am" hätte man ein halbwegs gutes machen können - aber die Jubelkritiker und Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache. Carlos Santana verdient mit 63 vermutlich mehr als jemals zuvor. Sei ihm vergönnt, aber muss deswegen unbedingt eine Cover-CD erscheinen?
Machen wir es einfach. Totalausfälle gibt es auf "Guitar Heaven" nur einen, die computerisierte Schmierlappenversion von While My Guitar Gently Weeps mit der Ethno-R&B-Heulsuse India.Arie und dem chinesischen Cellisten Yo-Yo Ma nämlich, wohingegen für Back In Black - man bedenke: Back In Black! - eine ganz witzige Rap-Version mit einem Vogel namens Nas, der die übliche halbkriminelle Rappervergangenheit vorweisen kann, und einer Robyn Troup heißenden Kreische eingespielt wurde. Das ist irgendwie ganz charmant gemacht. Ach ja, Hendrix' Little Wing mit Joe Cocker ist hart an der Grenze zur Verleumdungsklage. Aber der Rest?
Kein Mensch braucht noch eine Version von Smoke On The Water, Whole Lotta Love, Get It On/Bang A Gong oder Sunshine Of Your Love, die Dinger sind so durch wie der vorletzte DSDS-Gewinner (wer immer das war), aber wenn sie von Santana und seinen Musikern gespielt werden, bekommt die Sache dann doch wieder einen neuen Reiz. Vor allem wenn sie so schön heftig dargebracht wird wie hier. Whole Lotta Love in Überschallgeschwindigkeit und richtig derbe, bloß viel zu kurz, Chris Cornell von SOUNDGARDEN schreit bewundernswert, Can't You Hear Me Knocking mit dem manischen Scott Weiland in einer wahrhaft grandiosen Fassung, das Album beginnt wirklich richtig stark. Natürlich, klassischer SANTANA-Sound ist hier wenig, aber immerhin wird die alte Kamelle Sunshine Of Your Love von der ausgiebigen Percussionarbeit über die Runden gerettet.
Jacoby Shaddix von PAPA ROACH versaut erwartungsgemäß Smoke On The Water, LINKIN PARKs Chester Bennington ist Riders On The Storm nicht im Ansatz gewachsen, da hilft auch Manzarek an der Orgel nicht, DEF LEPPARDs Photograph ist was es schon immer war, ein Mainstream-Liedchen. Es wäre alles für den Eimer, wenn nicht Carlos Santana ein so unglaublich guter Gitarrist wäre. Es mag ihm an Inspiration und Seele längst mangeln, handwerklich ist er immer noch ein Monster.
Pat Monahan von TRAIN ist eine positive Überraschung am Mikrofon. Der Typ gibt den "Diamond Dave" bei Dance The Night Away perfekt und schlägt Gavin Rossdale von BUSH und dessen Marc-Bolan-Imitation bei Bang A Gong (das in Europa Get It On heißt) um Längen. Instrumental ist natürlich alles im grünen Bereich.
Der wie üblich völlig unnötig aufgeregte Jonny Lang sorgt für die obligatorische Blues-Banalität in Form von Dixons I Ain't Superstitious und Scott Stapp von CREED hat Fortunate Son nicht begriffen. Wie sollte er auch, der 1973 geborene Christenbub. Aber singen kann er dennoch ganz ordentlich. Santanas Solo ist wiederum eine Unglaublichkeit. Zwar geht die Feinfühligkeit des Songs im über die ganze CD recht schwachen Mix verloren, aber Druck wird erzeugt. Nur nicht bei Under The Bridge von den RHCP, weil dieses Lied einfach kein Potential hat.
Wir fassen zusammen. Carlos Santana schmückt sich wieder mit populären Sängern, greift dabei etwa zur Hälfte ins Klo, weil die Burschen mit den Songs nicht umgehen können oder zu schlecht sind, interpretiert aber selbst auf allerhöchstem Niveau.
Zu klären wäre dann noch die Frage nach den angeblich "Greatest Guitar Classics Of All Time". Auf dieser CD sind sie nicht. Zum Glück. Und dem zuständigen Werbetexter darf man viel Erfolg bei seiner künftigen Tätigkeit wünschen, als Plattennamenerfinder ist er gescheitert.
Die beigelegte DVD mit "Making Of" und Interview ist inhaltlich so erhellend wie alle diese Beigaben zu Hochglanzprodukten, aber man kann es sich einmal ansehen. Dafür ist das dem Booklet vorgeschobene Hologramm-Cover ein witziger Gag.
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