|
|
| Radiocity, Rising Records, 2008 |
| Nigel Clothier |
Vocals |
| Jason Lawrence |
Drums |
| Greg Griffin |
Bass |
| Ben Carter |
Guitars |
| Produziert von: Mark Daghorn |
Länge: 44 Min 07 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Bridge Across The Harbour | 6. Choice Not Freedom |
| 2. No Thanks | 7. Family Of Nations |
| 3. Bed Of Rhythm | 8. Paint My Dreams |
| 4. Morgan's Creek | 9. Light Of The Day |
| 5. How Katie Feels | 10. How Do You Take It? |
 |
Es ist einfach alles möglich. Diese Band stammt aus Birmingham und war im Jahr 2007 Gewinner des britischen New Music Awards. Ich habe jetzt nur ein Problem: Für was für einen Song haben die Jungs den Preis gewonnen? Bridge Across The Harbour klingt wie eine schlechte Kopie eines radiotauglichen Soundtracks in einer Jeanswerbung. Man möge dies als eingängig bezeichnen, letztlich sind die gewählten Melodien leider auf jedem musikalischen Wühltisch zu finden, als dass sie eine eigenständige Band mit Profil und Potenzial darstellen. Der furchtbare Gesang erledigt sein übriges. Fast noch schlimmer wird es in No Thanks. Der freundliche Autofahrer mag im Sommer über gute Laune verfügen und dazu seine schneeweißen Zähne in den Wind halten, doch der Rockfan wird bereits hier anfangen, die an der CD-Hülle installierten Griffe für die Entsorgung zu suchen. Entsetzlich!
Umso erstaunter bin ich, als ich in Bed Of Rhythm feststellen darf, dass SHARP PRACTISE rocken können. Respekt, die Nummer weckt einen mit geilen Guitar-Riffs, im Ansatz drückenden Orgeln, ansprechendem Gesang und ein paar geilen Ladies im Bereich der Backing Vocals. Yeah, nun geht es los! Doch in Morgan's Creek erschallt die Titelmelodie zu irgendeiner Fortsetzungsserie vom Mann in den Bergen. Wir befinden uns zumindest im Versuchstadium einer vorsätzlichen Körperverletzung.
Man kann einer Nummer wie How Katie Feels ohne Frage ein Classic Rock-Feeling unterstellen, wobei sich nicht einmal Jon Bon Jovi in seiner langen Laufbahn zu so einer Schmalznummer durchringen konnten. Welche großartige Band wirbt bitteschön den Gitarristen Ben Carter ab? Denn der ist hier vollkommen Fehl am Platz. Schließlich ist er dafür verantwortlich, dass dieser Track nicht vollkommen aus den Fugen gerät und wenigstens im Ansatz die Kohlen aus dem Feuer holt.
Choice Not Freedom, und die Nerven liegen blank. A Walk In The Park oder wat??? Uarrghhhhh… Schluss, aus und vorbei… ich kann nicht mehr. Ein Mist hoch drei. Das ist einfach Müll und hat wirklich nichts mit Rockmusik zu tun. Dafür entführt uns Family Of Nations in die 3. Unterrichtsstunde für Gitarre und lässt wenigstens im Refrain ein paar gut aufgelegte Boys zur Mucke trällern. Man verliert aus den Augen, wo SHARP PRACTISE überall geklaut haben.
Der Rest ist Geschichte, auch wenn mir Paint My Dreams mit seinem zünftigen Rhythmus gar nicht so übel gefällt, doch die letzten beiden Nummer treiben einem nur noch die Wut ins Fell. Es gibt Sensationelles, es gibt Gutes, es gibt Durchwachsenes. Doch das zweite Album dieses Vierers ist zum aller größten Teil Höchststrafe für den aufmerksamen Hörer. Falls mich jemand sucht: Ich befinde mich mit einem Kälberstrick auf dem Weg zur nächsten Kanalbrücke und hänge mich wahrscheinlich auf!
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|