| Devotion, Artist Service, 2007 |
| Matthias Schenk | Vocals |
| Johannes Löhr | Guitars |
| Oliver Thiergärtner | Keyboards |
| Steven Wussow | Bass |
| Oliver Thiergärtner | Drums |
| Produziert von: Matthias Schenk & Majo |
Länge: 56 Min 23 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Eternal life | 8. Again |
| 2. Things like that | 9. Hunting high and low |
| 3. Music | 10. Fading memory |
| 4. U feel | 11. New attraction |
| 5. The rain | 12. Anybody out there? |
| 6. Ocean | 13. I wanna live |
| 7. Castaway | 14. Farewell (to the champion) |
 |
Schon mit ihrem Appetithappen U feel auf dem Labelsampler
"Artist Service Compilation Vol. 1"
ließen SHYLOCK aufhorchen und sorgten für eine angenehme Überraschung. Schön, dass das nun veröffentlichte Album
"Devotion" den ersten positiven Eindruck nachhaltig untermauern kann.
Gut, das meiner Meinung nach wenig überzeugende Artwork sollte man dabei vielleicht besser außer Acht lassen, wobei
ich zugeben muss, einfach ein generelles Problem mit den all zu makellosen Gesichtern zu haben, mit denen die
Nürnberger 3D-Grafikerin Gaby Hylla ihre
Protagonisten in der Regel ausstattet. Aber egal, schließlich steht hier in erster Linie die Musik zur Debatte.
Objektiv betrachtet mag sich manch einer mag sich daran stören, dass sich SHYLOCK stilistisch doch sehr dicht an Bands
wie BONFIRE oder auch
JADED HEART heran kuscheln und das
Songwriting von "Devotion" sich sklavisch am typischen Melodic Rock der mittleren bis späten Achtziger orientiert.
Passend dazu fallen die lyrischen Ergüsse des Quartetts, die weitestgehend aus klischeebehafteten Phrasen der
Güteklasse 'Don't give up, there will come a better day' oder 'It's never too late for dreaming' bestehen, weniger bei
literarischen Schöngeister auf fruchtbaren Boden, als bei unglücklich verliebten Seelen, die gerade nach etwas
Zuspruch hungern.
Wenn man nur will, dann lassen sich wirklich genug halbwegs plausible Gründe finden um SHYLOCK für dieses Album böse
abzuwatschen.
Dem setzt die Band allerdings einfach ein verdammt überzeugendes Songwriting entgegen. Kaum eine Nummer, bei der man
wirklich gelangweilt abwinkt, dafür aber weit mehr als nur eine handvoll Songs, die mit zum Besten gehören, was dieses
Genre in der jüngeren Vergangenheit hervorgebracht hat. Angesichts der hohen Qualität der Kompositionen und ihrer fast
schon unverschämten Eingängigkeit, ohne dass deswegen all zu schnell Abnutzungserscheinungen zu Tage treten, gerät man
schnell in Erklärungsnotstand, warum man dieses Album allen Kritikpunkten zum Trotz nicht dennoch heiß und innig
lieben sollte.
Am Ende hält man mit "Devotion" ein Album in den Händen, das heute sicher Klassikerstatus inne hätte, wenn es bereits
im goldenen Zeitalter des Melodic Rock veröffentlicht worden wäre. Das ist durchaus als ein Kompliment zu verstehen,
das man mittlerweile den wenigsten Neuerscheinungen des Genres machen kann, ohne dabei rot zu werden.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|