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Roots Rock Riot

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Roots Rock Riot
Roots Rock Riot, Bieler Bros. Records, 2008
Benji Webbe Vocals
Dan Bass, Programming
Mikeydemus Guitars
Arya G. Drums
Länge: 45 Min 10 Sek Medium: CD
1. Roots Rock Riot7. Rude Boy For Life
2. Trouble8. Killing Me
3. Ratrace9. Spit Out The Poison
4. State Of Emergency10. Cause Ah Riot
5. Alright11. Ease Up
6. Destroy The Dancefloor12. Choices And Decisions

Ganze 72 Minuten hat es am 15. Oktober 2008 gedauert, bis die Deutsche Fußball-Elf das Abwehrbollwerk der Waliser geknackt hatte und den verdienten Sieg einfahren konnte. Hätten die Jungs um Jogi Löw mal diese CD durch die Stadionlautsprecher hallen lassen, des Gegners Abwehr wäre eingestürzt wie die Mauern von Jericho.
Wieso komme ich da gerade jetzt drauf? Recht einfach! SKINDRED kommen - genau wie der Gegner - aus Wales. Allerdings hat das, was einem eine Halbzeit lang aus den Boxen entgegen rollt, wenig mit einer Trutzburg zu tun. Viel mehr mit einer Dampframme, die mit Macht in deine Hirnwindungen vordringen will. Vom ersten Takt an weist das Quartett von der linken Seite des Ärmelkanals in eine eindeutige Richtung, die da lautet: Vollgas voraus und alles einnehmen, was sich einnehmen lässt. Um möglichst viel einzunehmen, bedienen sich die Mannen um Ausnahmeshouter Benji Webbe vieler Stilmittel. Der Sturmlauf besteht aus heftigen Metal-Riffs kombiniert mit Reggae, dem ein Touch von Dub, Drum & Bass nicht fehlen darf, nur um hier und da die Fanfaren erschallen zu lassen. Was im ersten Moment so klingt als wäre es unmöglich, entpuppt sich als ein äußerst heißer Anwärter auf den begehrten Thron des besten Metal-Albums des Jahres. Vergleichen lässt sich das noch am ehesten mit P.O.D., von denen man auch schon länger nichts mehr gehört hat, die aber bisher bei weitem nicht mit dieser Härte gespielt haben. Vielleicht wären auch FAITH NO MORE, denen frische Duracell-Batterien verpasst wurden, ein ganz guter, wenn auch etwas hinkender Vergleich.

Skindred Die Musik von SKINDRED geht in die Beine, die Melodien kann man nach einmaligem Hören schon nachpfeifen und nach dem letzten Ton überkommt einen der Zwang, sich das ganze Getöse noch mal anzutun. Destroy The Dancefloor - einer der zwölf guten Tracks dieses Albums - sagt eigentlich alles aus, denn dieses Quartett hat die Lizenz zum Zerlegen. Beweisen konnte sie das schon auf Tourneen u. a. mit KORN, PAPA ROACH, The Warped Tour und HIM (wie immer das auch funktioniert haben mag, so mancher Goth-Metal-Fan dürfte das Weite gesucht haben), um nur einen kleinen Teil zu nennen.
Ich selbst hatte bisher von den Jungs noch nie etwas gehört, dabei ist "Roots Rock Riot" schon Dreher Nr. 2. Wenn man dem Management Glauben schenken darf, sollen SKINDRED erwachsener, aber nicht softer geworden sein. Auf diesem Output klingen sie zumindest sehr druckvoll, aggressiv und trotzdem mit einer positiven Grundstimmung. Es stimmt einfach alles. Ein Album, wie man es nicht alle Tage spendiert bekommt.
Und wenn beim Namen "Bieler Records" keine Glocken läuten, möchte ich kurz für Aufklärung sorgen: Jason Bieler war seinerzeit Gitarrist und Songschreiber der amerikanischen Powerrockband SAIGON KICK [Wer???; Jogi], die sich mit Ihrer Hymne Love Is On The Way unsterblich gemacht haben, aber leider nur Underground-Status genießen durften.
Hoffen wir, dass dieses Schicksal nicht auch den vier Walisern SKINDRED widerfährt.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 20.10.2008

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