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Slychedelia
Slychedelia, Eigenvertrieb, 2008
Gregg Johns Vocals, Guitar, Keyboards, Bass, Mandolin, MIDI Programming
James Walker Bass, Vocals
Jeremy Mitchell Drums, Percussion
Chip Griffith Saxophone
Ceci Smith Vocals (Cosmic Irony)
Tod Sears Vocals, Percussion & Storyline (Crimson Fields Of Glory)
Produziert von: Gregg Johns Länge: 61 Min 04 Sek Medium: CD
1. Columns6. Distrust
2. Flag Of Dimbu7. St. John's Wood
3. Cosmic Irony8. Metaphysical Fitness
4. Hearts Of Space9. Afterline
5. For Vlad10. Crimson Fields Of Glory

Als ich letztens von der Arbeit mit der Bahn nach Hause fuhr und dabei meinen MP3-Player aktiviert hatte, fragte ich mich so (während ich der neuen GUNS N' ROSES-Scheibe lauschte), wie viel Musik die Welt wohl noch ertragen kann. Wie viele Lieder müssen noch geschrieben werden, bis keiner mehr Lust hat, neuer Musik zu lauschen. Oder was muss passieren, damit die Welt noch mal wieder einen richtigen Welthit im Stile von We Are The Champions, Yesterday oder Satisfaction erhält. So ein Lied, das man überall kennt. Ich bin zu keiner Lösung gekommen - zu dem Zeitpunkt.
Nachdem ich mir aber dieses Album der amerikanischen Formation SLYCHOSIS gegönnt habe, wusste ich, was passieren muss, damit die Welt keine Lust mehr auf Musik hat. Es müssen nur noch CDs wie diese hier veröffentlicht werden.

Das fängt schon beim Cover an. Nicht nur, dass es mit seinen fliegenden Instrumenten so schon doof aussieht, auch der tänzelnden Mann mit dem geknoteten Taschentuch auf dem Kopf macht die Sache nicht besser. Aber egal. Man soll vom Cover nicht zwingend auf die Musik schließen. Bestes Beispiel dafür sind meiner Meinung nach z. B. KAIPA, bei denen die Cover immer irgendwie nach Kindermusik aussehen, die aber erstklassige Progmusik abliefern. Bei SLYCHOSIS verhält es sich aber leider genau anders! Das Cover ist komisch und die Musik auch. Nicht, dass die richtig mies ist, aber die Abmischung macht schon nach dem zweiten Lied keinen Spaß mehr. Die Drums (wenn sie überhaupt nach solchen klingen [oder ist hier das Cover etwa als bare Münze zu nehmen, denn die Trommel versinkt gerade im Wasser]) nerven mit komisch abgenommenen und total in den Vordergrund gemischten Becken, die MIDI-Programmierung scheint aus einem Atari zu entspringen, insgesamt scheint man sich nicht immer einig zu sein, wie das Lied weitergehen soll, die Stimme klingt schlaff und platt, die Gitarren sind weit von dem entfernt, was man FETT nennt und der Bass ist latent vorhanden. Manches klingt wie gewaltsam zusammengeschraubt, damit es irgendwie progressiv ist, passt dann aber doch irgendwie nicht. Ideen sind vorhanden, alleine die Gärungszeit war zu kurz (ein Lied wird nicht dadurch progressiv, weil es nach BARCLAY JAMES HARVEST klingt und mit dem Gitarrenlauf von Shine On You Crazy Diamond am Ende "überrascht").

Wenn Gregg Johns dieses Album zu Hause aufgenommen hätte, um es seinen Freunden zu Weihnachten zu schenken, dann wäre das eine echte Leistung. Da es aber öffentlich vertrieben wird, sollte man den Mix und diverse Songideen noch mal überdenken.
Auf der MySpace-Seite klang das alles so viel versprechend. Die Wahrheit ist ernüchternd und das Inlayfoto der CD ist die Ironie des Ganzen, denn aus dem Meer winkt eine im ebenselbigem versinkende Hand mit einem weißen Taschentuch dem Mann im Ruderboot hinterher, der am Horizont verschwindet. Ich sitze im Boot…

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 20.02.2009

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