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| Snew You, Eigenvertrieb, 2008 |
| Curtis Don Vito |
Vocals |
| Andy Lux |
Guitars |
| Cat Tate |
Bass |
| Mark Ohrenberger |
Drums |
| Produziert von: Bobby Owsinski |
Länge: 40 Min 12 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Stand Up High | 6. Head Trauma |
| 2. Got Love | 7. Electric Is The Law |
| 3. Snew You | 8. Get It To Go |
| 4. She's A Real Gunslinger | 9. Vibrator |
| 5. Kick Me Over | 10. Heavy Water |
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SNEW ist eine Band aus Los Angeles, die ein Problem nicht hat: mangelndes Selbstbewusstsein. Hollywood und große Klappe erinnert den Rockfan an eine Zeit vor gut 20 Jahren, als aus L.A. jeden Tag eine Horde langhaariger Kosmetikspezialisten mit der neuen Rock'n'Roll-Weltsensation drohte, am Schluss aber auch nur ein lau riechendes Lüftchen aus der Haarspraydose zustande brachte. Diese Zeiten sind lang vorbei, man mag ihnen auch nicht nachtrauern, heutzutage backen die meisten der markant gealterten Poser von damals ganz kleine Brötchen, die Szene in Los Angeles hat sich auf mehr oder weniger natürliche Weise eingedampft, und wer heute von dort kommt, muss wie alle anderen Rockbands dieser Welt a.) Können vorweisen und b.) einen langen und beschwerlichen Weg durch die Instanzen des toten Business gehen, bis ein paar Dollar für einen Kleinwagen übrig bleiben. Da schadet es nicht, wenn eine Band ein Pfund wie "Snew You" abwirft, auch wenn es sich sicherlich nicht um die Neuerfindung des Hard Rock handelt.
AC/DC, LED ZEPPELIN und die RAMONES werden im Info erwähnt, man kann das abnicken, aber bitte welche Band, die heute klassischen Rock macht, ist von denen nicht beeinflusst und hat die historischen Meisterwerke nicht im heimischen Schrank? Die Frage ist doch letztlich nur, ob das angebotene Zeug dieser fünften oder sechsten Generation hart rockender Menschen den Konsumenten kickt oder nicht. SNEW kicken!
"Hello there ladies and girls" schreit Curtis Don Vito zum Einstieg, als Kerl könnte man sich ausgegrenzt fühlen, aber die Testosteron-Gitarre von Andy Lux (ein gebürtiger Luxemburger übrigens) holt uns Männer sofort zurück ins Boot. So funktioniert Rock & Roll seit Anbeginn, oder wenigstens seit "High Voltage", so werden wir alle ins Grab sinken, breitbeinig und kopfschüttelnd. Curtis hat eine ähnlich begnadete Stimme wie der junge Marc Storace von KROKUS, manche Gesangslinien und Harmonien in etlichen Songs lassen auch darauf schließen, dass die Männer von SNEW wenigstens die ersten - grandiosen - Platten der Schweizer verinnerlicht haben. Auch das One-Hit-Wonder JACKYL hat bei SNEW Spuren hinterlassen, aber die waren insgesamt so einfallslos, dass die Ähnlichkeiten zufällig sein können.
"Snew You" ist gestandener Hard Rock, kompromisslos am Zeitgeist vorbei, ebenso kompromisslos vollgepackt mit Riffs und richtig guten Melodien und einer Portion Mitsing-Chorussen fürs Konzert. Dazu gibt es tatsächlich eine Menge echten Groove und Swing, was für L.A.-Schweinerocker beileibe nicht üblich ist. Lux spielt neben den Soli eine veritable Malcolmgitarre, Bass und Schlagzeug betonieren nicht alles zu, sie lassen viel mehr die Knie federn, und der schon erwähnte Sänger macht den Growler, Shouter, Animateur.
Da kommt ein klassischer AC/DC-Blues wie Head Trauma dermaßen druckvoll, dass man zweimal nachdenken muss, ob man die neue Scheibe der Australier wirklich mag. Dann lässt einen Electric Is The Law über die Fähigkeiten eines Herrn Slash sinnieren - und Slash verliert. Wo bei anderen Bands alles für die Show ist, kommen SNEW mit wenigen Plattitüden aus, obgleich sie natürlich alles andere als innovativ sind, aber das manisch dahinjammende Kick Me Over oder der tausendmal gehörte rechts-links Gesang am Ende von Get It To Go lässt einen schaudern.
Auf Nachfrage erklärt Sänger Don Vito zur Bedeutung das Bandnamens: "Snew means what ever you want it to mean. What ever makes you feel good, the thing that makes you hold your fist up in the air and shout SNEW YOU!"
Was für ein gigantischeres Motto könnte es für Rock & Roll geben? "Snew You" makes me feel good und erklärt nebenher, warum man eigentlich Fan solcher Musik ist und nie mehr davon loskommt. Hoffentlich schreien viele mit.
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