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Rien Ne Va Plus
Rien Ne Va Plus, Beautiful Scum Records, 2008
Michele Angelini Lead Vocals, Guitar
Philipp Stadler Bass, Background Vocals
Alec Lewis Drums, Background Vocals
Produziert von: Soundary Länge: 41 Min 06 Sek Medium: CD
1. Bushfire (Part 1)7. Frogman
2. Ultimate Hippies8. Ballad Of A.M.
3. Could I Be Happy9. Painted Fingers
4. Aliens10. Replace The Gap
5. Injection Of Love11. Too Hard, Too Long
6. Highway Television12. Bushfire (Part 2)

Ein großartiger Satz aus dem Presseinfo zur vorliegenden CD: "SOUNDARY klingen … in Wahrheit wie jemand, der zuviel verschiedene Musik mag um sich festzulegen…".
Warum auch? Hier sind drei Münchner aus Mailand bei Ismaning in Oberbayern (früher ein Ort für Rübenbauern, heute sitzt dort unter anderem der Fernsehsender DSF dumm rum), Burghausen (kennt man wegen einem Elfmeterschießen mit dem FC Bayern) und Erding/Bolivien/England, und diese drei Männer mit einem Durchschnittsalter von knapp 28 Jahren sollen sich gar nicht festlegen, denn ihre Einflüsse reichen gemäß Selbstbeschreibung vom 17. Jahrhundert bis ins Jahr 2034. Can I play with madness? Na sicher, erstens lief grade vorher noch IRON MAIDEN ziemlich laut im Kopfhörer und zweitens sind SOUNDARY eine überaus wohltuende Abwechslung zum sonstigen Newcomerbrei aus dem Indie- und Alternative-Bereich. Die Krönung: Diese Typen haben nicht nur witzige Sätze drauf, ihre CD "Rien Ne Va Plus" macht gleich noch mehr Vergnügen als der Text aus dem Info.

Wohlgemerkt, SOUNDARY ist keinesfalls eine Comedy-Spaßtruppe, im Gegenteil, hier wird ernsthaft musiziert, aber Lust und Laune am Spiel ist in jedem Moment zu hören und ein paar ausgestreckte Mittelfinger in Richtung aller vertrockneter Musik-Rechthaber kann man sich dazu denken. Da kommt eine beatleeske Ballade vor einem Metal-Geschoss, das sich letztendlich als chilihaltiger Alternativerocker mit reichlich rotem Pfeffer herausstellt, gefolgt von einem funky Tanzsong aus der Hendrix-Schule, abgelöst von einer Abrissbirne aus dem Hause "Shredder & Sons". Hah, so viel Abwechslung ohne nervtötende Exzesse bekommt man selten.
Möglicherweis könnte man SOUNDARY diese Kompatibilität mit einem ansonsten ziemlich bockbeinigen Rock'n'Roll-Verfechter als Anbiederung an den Mainstream auslegen, aber den Zeitgeistnasen sei gesagt, dass "Rien Ne Va Plus" einfach geschickt genug gemacht ist, um mindestens drei Generationen Musikhörer zu befriedigen. Die vierte Generation, nämlich die aus den Wave-verseuchten 80ern, bleibt leider außen vor, aber das dürfte weder den toleranten Hippie noch den Metalhead noch den Rookie mit den seltsamen Baggyhosen stören.

Dem angesprochenen Bockbeiner geht der ebenfalls angesprochene Hendrix-Funk Injection Of Love am tiefsten, was wohl an der kompetenten Bass- und Schlagzeugarbeit zum Wah-Wah liegt [wenn es denn eines ist...], es könnte aber auch die bekiffte Akustiknummer Frogman sein, oder gar der straighte Rocker Painted Fingers, den NWoBHM-Bands wie DIAMOND HEAD gerne für diese monströs erfolgreiche Band aus Los Angeles geschrieben hätten. Wie hieß diese Kapelle gleich noch?
Dummerweise ist der Ska in Replace The Cap auch gut, das Bushfire-Geshoute zu den arabisch-griechischen Metal-Gitarren sowieso. Ergo: Die ganze CD ist lecker. Von wegen "Rien ne va plus", bei dieser Band geht einiges.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.05.2008

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