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| Stryper, Frontiers, 2009 |
| Michael Sweet |
Vocals, Guitars |
| Oz Fox |
Guitars |
| Tracy Ferrie |
Bass |
| Robert Sweet |
Drums |
| Gäste: |
| Tom Scholz |
Guitar |
| Produziert von: Michael Sweet & Danny Bernini |
Länge: 49 Min 55 Sek |
Medium: CD |
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| 1.Eclipse For The Son | 8. I Believe |
| 2.4 Leaf Clover | 9.Run In You |
| 3. Peace Of Mind | 10. Love Is Why |
| 4. Alive | 11. Everything |
| 5. The Plan | 12. My Love (I'll Alawys Show) |
| 6. Murder By Pride | 13. My Love My Live My Flame |
| 7. Mercy Over Blame |
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Muss man über Stryper noch irgendwelche Worte verlieren? Ich glaube nicht! Keine Band aus dem christlichen Sektor hat es geschafft, so bekannt zu werden wie die Jungs aus den Staaten. Über 8 Millionen verkaufter Alben, davon einmal Platin und zweimal Gold für “To Hell With The Devil” bzw. “In God We Trust”, dazu noch mit “Honestly” in Dauerrotation bei MTV damals. Nicht nur die Schwarz-gelb-gestreiften Klamotten sorgten für Furore auch die zahlreichen Bibeln, die sie bei ihren Konzerten ins Publikum warfen, sorgten sowohl für müdes Lächeln oder begeisterten Applaus. Stryper haben es geschafft sogar in christlichen Kreisen kontrovers diskutiert zu werden. Die Jungen fanden’s prima, die Alten nahmen lieber Reisaus und wollten die bienenähnlichen Wesen gleich zusammen mit dem Teufel in der Hölle sehen. Nach Tourneen rund um den Globus wurden die gestreiften Spandexklamotten 1992 in den Schrank gehängt und das Ende der Band verkündet. Michael Sweet machte Solo weiter, während die anderen Jungs sich bei anderen Bands das Geld verdienten. Aktuell rockt Oz Fox derzeit noch bei Bloodgood, die sich vor zwei Jahren auch wieder auf die Bühnenbretter zurückwagten. Stryper waren da etwas schneller und begeisterten, für die meisten völlig überraschend 2005 mit dem Comebackalbum “Reborn” die Fans und die Presse. Es war zwar wie immer – es gab Befürworter und Belächler – aber im Großen und Ganzen war das Echo positiv. Aber so ganz überraschend kam es eigentlich nur für uns Europäer, den 2003 waren die Jungs schon in den Staaten auf Tour gegangen und hatten auch ein entsprechendes Live-Album auf den Markt gerollt, was die Truppe in absoluter Topform zeigte. Mit “Reborn” ging es auf Tour, wobei man um das alte Europa einen gepflegten Bogen machte. Dann machten Gerüchte breit, dass Stryper wieder Geschichte sei, denn Michael Sweet wurde als Sänger bei Boston engagiert und war auch Konzerten hinterm Mikro zu finden. Doch bevor die Trauer zu große Wellen schlug, machten die nächsten Gerüchte sich in der ebennamigen Küche breit, dass man sich wieder zu Aufnahmen ins Studio begeben wollte. Et voilà: Hier ist der feste Niederschlag aus dem Gerüchtenebel: “Murder By Pride”.
Als ich die ersten Takte gehört hatte, dachte ich mir, dass man mit der Produktion aber etwas altbacken klingt. Das klingt mehr nach Proberaum, als nach fett produziert. Ein Blick in den Infoflyer macht schlauer, denn da steht, dass Michael Sweet es wichtig fand, beim Schreiben der neuen Songs wieder “back to the roots” zu gehen. Die Fans hatten es gewünscht: wieder mehr Gitarren, mehr Soli und mehr hohe Gesangstöne. Das fehlte bei “Reborn”. Also, wieder ein Album wie in den guten alten Tagen. Ich muss sagen: Die Übung ist gelungen! Stryper klingen wieder gut, die Harmoniegesänge beherrschen die Herren noch, Michael Sweet kann auch in den hohen Tonlagen glänzen, Oz Fox zaubert ein schönes Solo nach dem nächsten aus den sechs Saiten und Tracy Ferrie läßt den Bass schön brummeln. Leider wird man das auf Tour nicht bestätigen können, denn da wird kein Geringerer als Timothy Gaines wieder wie in alten Zeiten die dicken Saiten bearbeiten. Robert Sweet funktioniert an den Drums wie das berühmte Schweizer Uhrwerk. Alles könnte perfekt sein! Könnte! Leider schleicht sich auf die Länger der Zeit etwas Langeweile ein. Meiner Meinung nach fängt man im zweiten Teil des Drehers zu sehr an, auf Singalongs zu gehen. Das ist nicht schlecht, fällt aber vom Rockigkeitsgrad sehr ab und wirkt teilweise eintönig. Hervorheben kann man trotzdem ein paar Songs. “Eclipse For The Sun”, “4 Leaf Clover”, “The Plan”, “Murder By Pride” und “Mercy Over Blame” rocken wie Sau. “Peace Of Mind” ist eine Coverversion des Boston-Klassikers, bei dem sogar Tom Scholz selbst die Gitarre bedient. Er, zusammen mit den Christenrockern, lässt den Song allerdings etwas anders klingen als das Original. “Alive” ist ein typischer Stryper-Kuschelsong, an dem man sich süchtig hören kann. “I Believe” punktet durch sein klasse Solo, danach kommen dann ein paar Langeweiler. “My Love (I’ll Always Show)” ist ein Kopfnicker und “My Love My Life My Flame” – ein Lied von Michael Sweet an seine im März 2009 verstorbene Frau Kyle – lässt das Album ruhig und nachdenklich ausklingen.
Ich finde damit ist den Bibelwerfern ein weiterer großer Wurf gelungen. Michael Sweet kann das Singen noch und der Rest der Band hat das mit dem Rocken auch noch gut drauf. Wenn sie uns jetzt noch die Freude bereiten würden bei ihrer Welttournee auch im vereinten Deutschland reinzuschauen, dann wäre bei den deutschen Fans die schwarz-gelb-gestreifte Rockwelt wieder in Ordnung.
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