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The Inspector Cluzo

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The Inspector Cluzo
The Inspector Cluzo, Ter à Terre, 2008
"Malcolm" Lacrouts Guitar, Lead Vocals
"Phil" Jourdain Drums, Percussions, Backing Vocals
Gäste:
Stephan Kraemer Mini-Moog, Rhodes, Hammond, Prophet 5
Amélie Legrand Cello (The Inspector Cluzo)
Angelo Moore Saxophones & Vocals (The Inspector Cluzo)
Norwood Fisher Vocals (Fuck The Bass Player)
Benoit Molina Trumpet
Thomas Henning Trombone
Philippe Le Rouzic Tenor Saxophone (Do You Make It Right)
Produziert von: Stephan Kraemer Länge: 36 Min 49 Sek Medium: CD
1. The Inspector Cluzo7. Two Days
2. Change #18. Yourself
3. Mad9. U.S. Food
4. Fuck The Bass Player10. Yuppie Way Of Life Blues
5. Do You Make It Right11. Change #2
6. Turtulututututu

Duos sind seit den WHITE STRIPES salonfähig. Duos können eine ganze Band sein. Klingt komisch, ist aber so.
Inspector Jacques Clouseau ist nicht nur ein überragender Kriminalist, er war auch Mitglied der Résistance und potentieller Begattungspartner von Elke Sommer ("Ein Schuss im Dunkeln", 1964). Etwaige Unfälle und vorgebliche Schusseligkeiten des großen Clouseau sind reine Missverständnisse und werden in den (Dokumentar-) Filmen von Blake Edwards völlig überzogen von Peter Sellers dargestellt.
Die Zwei-Mann-Band THE INSPECTOR CLUZO ist ebenfalls völlig überzogen, wird dargestellt von "Malcolm" Lacrouts und "Phil" Jourdain - und rockt wie weiland Clouseau. Was für ein Spaß.

Die beiden Franzosen sehen nicht nur so aus, sie haben den Schalk wirklich in den Backen und begrüßen den Hörer mit den Worten "Hello, my name is Inspector Cluzo - from the C to the L to the U: CLUZO…". Dass es dazu einen Einstieg gibt, den man sich von den BLACK CROWES seit Jahren wünscht… tja, Elke Sommer ist auch nur ein Wunsch gewesen (die hatte übrigens vor ein paar Tagen Geburtstag; Glückwunsch nachträglich).
Zum harschen Soul gesellt sich schnell ein unwiderstehlicher Funk, der dem alten Mann Beine macht. Sax, RUN-DMC-Groove und Prince-Gesang machen das Ding zum Knüller. Die abschließenden Worte "doin' the pink panther boogie for sure … you got a smile on your face" machen die Sache rund.
Kid Rock hatte seinen verdienten Hit mit dem zusammengeklauten All Summer Long, THE INSPECTOR CLUZO sollten ihren Hit mit ihrem deutlich weniger adaptierten, dafür Musikgeschichte absorbierenden eigenbenamten Knaller haben. Ähnlich sommerlich erfrischend kommt später Yourself, das mit seiner effektfreien Vollgasrhythmusgitarre und den "Du-hast-das-Recht-und-die-Pflicht-zur-Paaarty"-Chants selbst Gehirntote auf die Tanzfläche zwingt.

Songtitel wie Fuck The Bass Player, Turtulututututu oder Yuppie Way Of Life Blues sprechen für sich selbst, da gibt's nur zwei Möglichkeiten, entweder es ist kompletter Mist oder es stecken echte Komödianten mit Hang zum gnadenlosen Rock und Hin-und-her-Roll dahinter. "Malcolm" und "Phil" sind eindeutig zwar skurrile aber großartige Typen, die so gut wie alles seit James Brown, AC/DC und den besten Momenten der RED HOT CHILI PEPPERS kennen und in ihre Musik integrieren. Wo sich andere mit diesem Ansinnen strafbar machen, weil sie einfach kopieren, bauen die Inspektoren ihre eigenen Absurditäten um die klassischen Außenmauern und rocken die Bude dann bis kurz vor den Einsturz.
Fuck The Bass Player kreischt bezeichnenderweise John Norwood Fisher, der Bassist der grandiosen Ska-Funk-Metal Altmeister FISHBONE höchstpersönlich, George Clinton war in seiner großen Zeit ähnlich heiß. Als kleiner Tipp nebenbei sei FISHBONEs reichhaltige Diskographie dringend empfohlen, so mancher MTV-Hit hat aus den Fischgräten seine Inspiration bezogen. Man braucht auch keine Berührungsangst mit dem wilden Stilmix von CLUZO haben, trotz all dem Rap, Hop, Funk und Anarchopunk ist die Grundlage (fast) immer handfester Rock. Kaum zu glauben, welches Spektakel ein Gitarrist und ein Schlagzeuger mit ein wenig Gebläse- und Tastenunterstützung machen können. Einzig auf die öfter mal eingesetzte Kopfstimme Lacrouts' muss man sich einlassen, denn da könnte es dem einen oder anderen an die Nerven gehen. Aber Mick Jagger klang bei seinen Disco-Versuchen weitaus übler.

Frank Zappa war ein Genie und Freigeist, leider litt er in seinen späten Jahren an zunehmend abnehmendem Humor, deswegen ist auch nicht ihm der Blödsinn Turtulututututu eingefallen, sondern den lustigen Franzosen THE INSPECTOR CLUZO, die man im nächstbesten Plattenladen unbedingt verhaften sollte.

PS: Fastfood ist nix gut. Guckst du Text von U.S. Food: "Pizza hurts you, you're gonna die", "Burger keeps you fat all the time". In diesem Zusammenhang kein Wort über Frösche, bitte.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 10.11.2008


 
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