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Revelation
Revelation, Sony/BMG Music Entertainment, 2008
Mac Powell Vocals
Marc Lee Guitars
Tai Anderson Bass
David Carr Drums
Gäste:
Lacey Mosley & Chris Daughtry Vocals
Robert Randolph Pedal Steel
Produziert von: Howard Benson Länge: 45 Min 39 Sek Medium: CD
1. This Is Who I Am8. I Will Always Be True
2. Slow Down9. Born Again
3. Call My Name10. Give Love
4. Run To You11. Caught Up In Yourself
5. Revelation12. Ready
6. Otherside13. Take It All
7. Let Me Love You

Oh weh. Was ist das denn? Eine Band, die das Cover ihrer CD im Kartoffeldruck gestaltet. Dazu sind die Schriftzüge vorn drauf noch in Kästen gesteckt, die nicht passen. Zumindest hinten stehen die Texte zwar auch im Kartoffeldruck, aber halbwegs lesbar, sonst wäre ich wohl nicht zu der Aufstellung hier gekommen. Und vorn drauf auf dem ganzen Kladderadatsch prangt ein Kreuz. Muss ich noch betonen, dass ich das Album von unserem bekennenden Christen Friedemann habe?
Klar, THIRD DAY ist eine amerikanische christliche Rockband, welche in den 1990ern in Marietta, der größten Stadt in Cobb County, Georgia, von Sänger Mac Powell und Gitarrist Mark Lee gegründet wurde. Die anderen Bandmitglieder sind Tai Anderson (Bass), David Carr (Drums) und Scott Wilbanks (Keyboards). Scott Wilbank hat die Band inzwischen verlassen.
Der Name ist natürlich eine Anspielung aus der Bibel, in der Jesus nach dem dritten Tag - Third Day - nach seiner Kreuzigung vom Tod wieder auferstanden sein soll. Nun gut. Für etliche christliche Lobpreislieder und ein Weihnachtsalbum gewann die Band in den USA mehrere Auszeichnungen. Und nun ist es Zeit für die Offenbarung (Revelation). Ach du Schreck. Und dann lässt sich die CD im PC gar nicht abspielen. Es erscheint nur ein Plakat, auf dem steht: Video und "Do you want to buy this record?" und eine Adresse in Amerika, wo ich den Silberling erstehen kann. Da ich ihn aber schon habe, hilft wohl nix: Ich suche meinen Walkman und die Kopfhörer raus.

Okay, die Musik geht ganz gut ab. This Is Who I Am rockt nach vorn, wären da nicht die Texte, die sich bei anderen Bands ganz normal anfühlten, bei THIRD DAY aber ein komisches Gefühl hinterlassen. "I am the SON of a good man, I'm the CHILD of an angel. I'm the BROTHER of a wild one, and I'm looking for direction. I'm the LOVER of a beauty, I'm the FATHER of blessings, I'm the SINGER of love songs, but this is all I'm good for."
Und warum sind die Worte Son, Child, Brother, Lover, Father und Singer so besonders groß geschrieben?
Ach, kümmern wir uns gar nicht um die Texte, und hören wir einfach auf die Musik. Und die ist allemal hörenswert. War This Is Who I Am noch ein Bluesrock, ist Slow Down ein lupenreiner Southern-Jamrock. Call My Name ist ebenfalls ein Jam-Rock. Allerdings einer von den ruhigeren. Erstaunlich, wie gut die Instrumente zusammenklingen. Wieder kommt klar ein Keyboard durch.
Mit Run To You geht die CD weiter. Ehrlich, wenn man nicht so auf die Texte achtet, könnte hier eine ganz normale Band zugange sein. Der Sound ist echt bestrickend. Hier hört man auch noch eine Frauenstimme. Hab ich etwa irgendwelche Hinweise übersehen? Noch einmal schnappe ich mir das Booklet und die Lupe, und suche nach according musicians. Doch außer den Namen und den Texten steht da nur noch: We thank our families, friends and home churches who give us the encoragement and support to live our dreams. Na gut.
Revelation ist dann auch eher ein Liedchen. Vielleicht ein Kirchenlied? Dafür knallt dann Other Side ganz schön. Auf Born Again singt dann ganz klar eine Frauenstimme mit Mac Powell um die Wette. Sie wird nirgendwo genannt, auch nicht beim Text. Das finde ich ziemlich scheiße.

Über die Band liest man allenthalben, sie mache "Southern Rock". Die Musik allgemein, vor allem aber die Stimme des Sängers erinnert mich im ersten Moment sehr an NICKELBACK. Doch je länger die CD dauert, desto flacher wird auch die Musik. Ab ungefähr dem 7. Song frage ich mich, wann denn mal ein bisschen Abwechslung durch die Kopfhörer kommt, denn wir befinden uns musikalisch schon seit längerem im Weichspülgang… Ready ist noch mal etwas flotter, aber ansonsten ist die CD am Ende eher brav.
Zusammenfassend ist "Revelation" kein großes Experiment der Band. Auf dem Album sind ein paar wirklich gute Songs und ein paar ganz nette, aber nicht besonders stark hervorstechende Lieder. Echte THIRD-DAY-Fans - so es die in Deutschland gibt - werden jedoch auch nicht enttäuscht werden.

PS: Die Frauenstimme dürfte Lacey Mosley von den Alternative Rockern FLYLEAF gehören, außerdem ist ein gewisser Chris Daughtry zu hören, der 2006 im Finale von "American Idol" war.

Manfred Hörstmann, (Artikelliste), 02.01.2009

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