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| The Fortune Teller & Free Your Mind, Underworld Records, 2007 & 2009 |
| Tim 'Too Slim' Langford |
Guitars, Vocals |
| Dave Nordstrom |
Bass, Vocals |
| Zach Cooper |
Drums ("The Fortune Teller") |
| Rudy Simone |
Drums ("Free Your Mind") |
| Lauren Evans |
Vocals |
| D. Cernile |
Guitars, Percussion ("The Fortune Teller") |
| Oleg Schramm |
Accordion, Keyboards ("The Fortune Teller") |
| Robert Greenidge |
Steel Drums ("The Fortune Teller") |
| Amanda Tsubo |
Background Vocals ("The Fortune Teller") |
| Todd Smallwood |
12 String Guitar, Hammond B3 Organ ("Free Your Mind") |
| Pamela & Paul Mattioli |
Background Vocals ("Free Your Mind") |
| Produziert von: Tim & Nancy Langford |
Länge: 47 Min 33 Sek & 52 Min 01 Sek |
Medium: CD |
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| "The Fortune Teller": | |
| 1. The Fortune Teller | 7. She Gives Me Money |
| 2. Cowboy Boot | 8. Baby Likes To Ride |
| 3. Big Guns | 9. Spell On Me |
| 4. Mexico | 10. Givers And Takers |
| 5. Ain't It Lonesome | 11. Lonesome Alone |
| 6. Motherlode | |
| "Free Your Mind": | |
| 1. When You Love Somebody | 7. Peace With The Maker |
| 2. Last Train | 8. Bottle It Up |
| 3. Devil In A Doublewide | 9. Throw Me A Rope |
| 4. Free Your Mind | 10. This Phone |
| 5. Testament | 11. The Light |
| 6. Been Through Hell | |
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Als Großvater noch jung war, musste man sich musikalisch gesehen entscheiden: STONES oder BEATLES. War man STONES, war man WHO und LED ZEP. War man BEATLES, war man Pop, HOLLIES und Simon und Garfunkel und so weiter. Arrrgh.
Das ging ja gar nicht, denn bei den BEATLES gab es zwar nette Melodien (es dauerte einige Zeit, bis mir dämmerte, was für ein Meisterwerk etwa "Abbey Road" war, und ich kann das heute noch nicht hören ohne mich zu wundern, wie man 1969 so ein Album machen konnte!), aber eben keinen Rock (na ja, Back In The USSR vielleicht).
Diese Entscheidung bestimmte dann den ganzen weiteren Lebensweg, und heute noch gilt "If it ain't got a guitar solo it ain't rock music!"... und sie führt dann früher oder später zu LYNYRD SKYNYRD, dem Southern Rock und von da zu TOO SLIM AND THE TAILDRAGGERS. Die Jungs um Herrn Langford kommen aus... nein, eben nicht Texas oder Oklahoma oder Gator Country - sondern aus Seattle. Das ist bekannterweise etwas weiter nördlich in den USA, und so verwundert es doch, dass die Musik definitiv einen Southern Touch hat. Angesiedelt im Dreieck zwischen STONES, Young und Mellencamp haben sie schon mehrere Platten veröffentlicht, und nun sollen sie auch hier bekannt werden.
Was bedeutet der Name TOO SLIM AND THE TAILDRAGGERS, habe ich mich gefragt. Too Slim ist ein Spitzname, und wie das mit Spitznamen so ist, man bekommt sie und sie bleiben, so auch bei Tim. Taildraggers kommt vom Howlin' Wolf Song I Am A Tail Dragger, was einen "back door man" bezeichnet - jemand, der sich zur Hintertür raus macht, wenn der Ehemann durch die Vordertür herein kommt. Ein Taildragger verwischt seine Spuren.
Nun denn - "The Fortune Teller" ist aus dem Jahr 2007. Langford ist in Oslo ('Oslo, Norway', laut Booklet, für unsere Freunde aus den USA) einem Wahrsager begegnet, der ihm einiges auf den Kopf zusagte, was dazu führte, dass Langford einige Änderungen in seinem Leben vornahm. Davon handelt diese CD textlich. The Fortune Teller, Cowboy Boots und Big Guns (nicht der Song von Rory) erzählen von dem Treffen und den Einsichten die Langford gewann und wie er sich vornahm die Dinge zu ändern. Mexico erzählt von der Auszeit eben dort, She Gives Me Money, Baby Likes To Ride, Spell On Me und Lonesome Again beziehen dann seine Beziehung zu seiner Freundin und späteren Frau in das Geschehen ein (im Booklet sagt er ausdrücklich, dass ohne sie diese Album nicht passiert wäre), Givers And Takers beschäftigt sich mit denen, die nehmen ohne zu geben, und zieht Bilanz. Vorgetragen wird das von Tim 'Too Slim' Langford an den Vocals, und er knurrt sich eher durch die Songs als dass er schön singt, was aber gut zur Musik passt.
Und damit sind wir endlich beim Wesentlichen: Geboten wird Roots, Swamp und Blues Rock, Shuffles und natürlich Blues als solches sowie Latin American Feel in Mexico - die ganze Bandbreite. Das bewegt sich zumeist im Mid-tempo Bereich und ist alles auf den Punkt produziert, basic und trocken - handgemachte Musik im besten und wahrsten Sinne. Wenn man mal genug hat von alle dem überproduzierten, Doublebassdrum-getriebenen, von shoutern rausgebrüllten und von jaulend übersteuerten Leadgitarren verzierten Powerrock, aber doch - siehe oben - nun nicht gleich im Poplager enden will, ist man hier aber sowas von richtig.
Mellencamp ist nahe, etwa zu Zeiten von "Uh-Huh", Young sowieso, wobei Langfords Gitarrenstill nicht Youngs oft überkandideltes Gitarren-Gewimmere kopiert - Gott sei Dank (ähm, sorry, Young-Fans, das muss auch mal gesagt werden) - sondern ganz zivil aber mit viel Soul an die Sache rangeht. Dabei ist er ein guter Gitarrist, der genau weiß, wann er sie heulen lassen muss, wann er sie streichelt und wann sie schreien muss. Und wann sie über die Tanzfläche gleiten soll. Denn, er nennt Duane Allman, Billy Gibbons, Eric Clapton, Jimmy Hendrix, BB King, Freddie King, Otis Rush, und Lightnin' Hopkins als seine Vorbilder oder Einflüsse; keine schlechte Sammlung.
Beide CDs gehören zusammen wie deine beiden Hände, wobei die aktuelle "Free Your Mind" vielleicht eher etwas weniger bluesy ist und mehr Rocker zu bieten hat, insgesamt etwas positiver ist. Man hat das Gefühl, die in "Fortune Teller" angestrebte Veränderung ist abgeschlossen, aber ob Langford seinen Weg gefunden hat ist zweifelhaft - und er lässt den Zuhörer an seinen Zweifeln teilhaben.
Originalton Nancy Langford auf mein Statement, dass "Fortune Teller" eben jemanden im Kampf um seinen weiteren Lebensweg zeigt: "The Fortune Teller - you are very intuitive!! The Fortune Teller is about a change in Tim and I. Tim and I dated off and on for approximately 10 years before we finally made a commitment to each other. (Sweet that he wrote an album with me in mind :~) ) The Fortune Teller Yogi is a true story. Free Your Mind!
Some of the songs have to do with professional struggles in the music business. The personal side is that Tim has dealt with a family member dealing with addiction... which is devastating to a family and came out in his songs."
When You Love Somebody rockt das Album im Stil von Start Me Up los, gefolgt in etwa dem gleichen Stil von Last Train und The Devil In A Doublewide. Ein Doublewide ist eins dieser auch von uns Konny Reimann bewohnten mobilen Häusern - ein Trailer/Wohnwagen - und der Teufel in diesem Song dealt mit Methamphetamin... Testament ist ein typischer langer Blues im Stile von Youngs Cowgirl, aber der Albumfluss fängt das mit dem Midtempo Rocker wieder auf, obwohl der Text nicht gerade fröhlich ist.
Peace With The Maker hat wieder Zeit für lange Gitarrensoli, Bottle It Up hat eine wundervolle singende Slide, Throw Me A Rope haut dich mit seinem Background Chor hinter dem Ruf nach Hilfe, "Throw me a line", um, bis This Phone die Dinge etwas leichter angeht.
Höhepunkt auf der "Free Your Mind" ist der von langen Soli verzierte, mit christlicher Thematik versehene Slow Blues The Light, inklusive Gänsehaut durch die herausragenden Stimme von Lauren Evans. Sowas von Blues und Soul in der Stimme - unglaublich. Und wer dabei nicht mindestens einmal Luftgitarre spielt ... gehört wohl eher in die BEATLES-Fraktion. Tisch- oder Lenkraddrums sowieso. Lauren Evans (www.laurenevans.com) ist übrigens eine Gospelsängerin, die Too Slim auf Mick Fleetwoods Album "Something Big" über Todd Smallwood - der auch auf "Free Your Mind" spielt - kennen lernte.
So, ich habe jetzt keine Zeit mehr - muss mir die CDs weiter anhören. Ich bin sicher, in kürzester Zeit macht ihr dasselbe. Also, Nancy, ein Abschiedswort? "Yes, we all need to 'Free Your Mind'!! Free Your Mind is learning to deal with some of life's issues and sometimes you just have to 'let go'!"
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