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Trendschock

Phönix aus der Asche

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Phönix aus der Asche
Phönix aus der Asche, Trendschock Records/Eigenvertrieb, 2008
Martin "Ranzl" Ranzinger Gesang
Mourad Djelassi Gitarre
Armin Nachlinger Gitarre
Horst Huber Bass
Herbert "Bertl" Weigl Schlagzeug
Länge: 45 Min 53 Sek Medium: CD
1. Ich lecke meine Wunden6. Augenblick
2. Wenn der Schmerz vergeht7. Erinnerung
3. Phönix aus der Asche8. Wer weiß denn schon was morgen ist
4. Göttlichkeit9. Zauberer
5. Die Kelten10. Höllenflug

Nach einigen turbulenten Jahren, in denen sie trotz kleinerer Schwierigkeiten immer "voll da" waren, melden sich TRENDSCHOCK mit ihrem zweiten Longplayer "Phönix aus der Asche" eindrucksvoll zurück. Der Titel passt natürlich wie die Faust aufs Auge, denn TRENDSCHOCK, die sich als BRAINWALK ab 1993 einen sehr guten Ruf in der lokalen, oberbayrischen Musikszene erarbeiteten, mussten aus rechtlichen Gründen 2006 ihren Bandnamen ändern, was natürlich weh tat.
Die "Gehirnspaziergänger" hatten sich mit der ersten CD "Kranke Gedanken" und der Nachfolge-EP "Gen Himmel" lokal innerhalb kürzester Zeit fast wo etwas wie Kultstatuts erspielt. Songs wie Noch nicht dazu bereit und Fang zu leben an sind aus dem Live-Repertoire nicht mehr wegzudenken. Wer auf ihre Konzerte geht hat garantiert jede Menge Spaß und gute Mucke um die Ohren - egal unter welchem Bandnamen.
Und deshalb: Ein echter Rocker lässt sich nicht unterkriegen und unter dem Etikett TRENDSCHOCK geht die Chose nun also wieder erfolgreich weiter. Mit Horst Huber als starkem Mann am Viersaiter kehrte nach einigen Turbulenzen auch an dieser Stelle der Phönixlandebahn wieder Ruhe ein und die Band widmete sich mit Elan dem Schreiben neuer Songs.

Ein paar bemerkenswerte Dinge zeichnen die "Lieder" der Trendschocker aus [man beachte die Anführungszeichen! Red.]: Egal ob Ballade oder fetter Rocker - die Songs sind NIEMALS langweilig - und die Texte sind meist nachdenklich und sensibel angelegt, ohne depressiv zu sein. Denn "die Hoffnung stirbt zuletzt und es gibt immer einen Ausweg" bzw. "man(n)" lässt sich nicht unterkriegen. Gerade auch die bisweilen kryptischen Formulierungen lassen mit Absicht viel Freiraum für eigene Interpretationen, Stationen und Äußerungen, Gedanken und Lebenslagen in denen man sich oft genug selbst wieder finden kann. Das Déjà-vu: "Hey, sowas kenne ich doch auch!"
So etwa bei Ich lecke meine Wunden und Wenn der Schmerz vergeht. Wer kennt das nicht, verletzt zu werden, wie, warum und von wem auch immer. Oder die Suche nach dem Sinn des Lebens, dem Nachjagen hinter einem Traum, der sich möglicherweise als Phantom entpuppt, oder man vielleicht nur einfach nicht erkennen kann, dass man bereits mittendrin steckt in der 'Göttlichkeit'. Übrigens nicht nur textmässig sondern auch musikalisch ein echtes Highlight, WEIL nämlich sehr abwechslungsreich angelegt zwischen einem leicht balladesken Refrain und der lässig zwischen den Strophen dahingaloppierenden Schlagzeug-Gitarren-Kombination, die an BOSS HOSS erinnert.

Einen Riesencoup haben die Garchinger mit Die Kelten gelandet, dem offiziellen Song der Eishockeymannschaft des SVG Burgkirchen a. d. Alz "Die Kelten" [derzeit immerhin Tabellenführer der 5. Liga in Bayern]. Der Titelsong des "Phönix" kommt etwas roh und trotzig, in Punkattitüde, nach dem Motto: "Ihr unterkriegt mich nicht!" [das ist aber nicht Schönsprech; Red.]. Martin "Ranzl" Ranzinger gibt sich hier als rotziger Gröler und kreischt seinen Frust ins Mikro. Passt natürlich bestens zum Song, aber weitaus besser ist er, wenn er so klar singt wie auf Erinnerung und Augenblick und einem dann auch der gerne mal zitierte Vergleich mit Mike Patton (FAITH NO MORE) wieder in den Sinn kommt.

Der "Phönix aus der Asche" verfügt über so ziemlich alles zwischen Ballade und knallhartem Rotzrocker, der auch den härtesten Punk in Ekstase versetzen dürfte. Ausgezeichneter Gesang, gute Texte, straightes Schlagzeug, saubere Gitarrenarbeit und einen Basser, der sich gut eingelebt hat im bewährten Bandgefüge. Und zum Schluss schicken die Garchinger ihre Hörer noch auf einen schaurig-schönen Höllenflug.
Fazit: Hat aus bekannten Gründen leider ein Weilchen gedauert zum zweiten "echten" Longplayer, aber es war die Wartezeit wert - Niveau gehalten - weitermachen!

Maria 'Jamina' Ortner, (Artikelliste), 06.02.2009

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