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Ela Na This

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Ela Na This
Ela Na This, Hammersound, 2008
Lucky Vocals
Janni/Ioannis Guitar, Bouzouki
Christoph Tkocz Guitar
Markus Bass
Christos Efthimiadis Drums
Produziert von: Christoph Tkocz & Dirk Ulrich Länge: 41 Min 28 Sek Medium: CD
1. Back Home7. Alone
2. My Saviour8. Yesterday's Tomorrow
3. Ela Na This9. Oniro Trello
4. Out Of Sight10. Too Late
5. Remaining Moments11. I'm Dying "bo umieram"
6. Welcome To Paradise12. Tri State Corner

So was kann böse in die Hose gehen: Fünf Erwachsene mit Migrationshintergrund (da sind Rheinländer dabei!) musizieren gemeinsam und benutzen dazu auch noch schlechterdings das Instrument, zu dem von lauwarmen Anisschnaps und harzigem Wein berauschte Yuppies am Samstagabend beim In-Griechen völlig enthemmt Teller zerschmeißen. Wir sprechen von der Bouzouki, der griechischen Mandoline, die in unseren (Rocker-) Kreisen etwa den gleichen Ruf wie Griechischer Wein als letzte Konzertzugabe vom verschwitzten Udo Jürgens im Bademantel hat. Mal ehrlich, braucht man da noch einen Migrationshintergrund, um gewaltbereit zu sein?
Sagt der Grieche am Bankschalter: "Ich hätte gern ein Gyroskonto". Antwortet der Schalterknecht: "Das ist bei uns nicht Ouzo".
Wenn nun "Ela Na This" von TRI STATE CORNER so schlecht wie der Witz wäre, dobranoc, wie der Pole zu sagen pflegt. Den Produzenten Dirk Ulrich und Christoph Tkocz (auch an der Gitarre zu hören) sowie dem Tonmeister sei Dank, die Scheibe hat nichts mit Heimattümelei, Folklore oder gar Ethno zu tun, das Experiment ist gelungen, Heavyrock und Bouzouki haben zusammengefunden und haben ziemlich guten Sex miteinander, weil die Kleine glücklicherweise nicht auf den dominanten Part besteht.

Im letzten Jahr gab es bereits die EP, bei der der Rezensent auf die Problematik des diesjährigen Titelsongs hingewiesen hat. Ela Na This ist, obwohl hier in der Album-Version leicht anders zu hören, tatsächlich Fluch und Segen, denn so einen Song bekommen 90% aller Bands in ihrem ganzen Leben nie zustande, und vom Rest vielleicht zwei mehr als diesen einen Überflieger. TRI STATE CORNER haben auf ihrem ersten vollständigen Album mindestens drei Knaller dieser Kategorie - und davon ist Ela Na This möglicherweise nicht der größte. Dabei geht dieser Song so absolut schonungslos ins Gebein, dass man ihn wieder und wieder hören will. Aber da ist noch Back Home, und schon wird man unsicher. Der Sänger heißt Lucky, blöderweise erfährt man nirgends seinen Nachnamen, und er hievt die Nummer auf eine so abgefahrene Ebene, dass man als Bewunderer großer Stimmen auf die Knie geht.
Die dritte #1 ist Remaining Moments. Bezeichnenderweise wieder mit Bouzouki, diesmal aber etwas "mainstreamiger" und mit wundervoller Percussion von Christos Efthimiadis (u. a. RAGE und SUB 7EVEN). Und dann folgen noch Gesamtkunstwerke wie Oniro Trello, Welcome oder das markerschütternd ergreifende I'm Dying.

TRI STATE CORNER haben ein feines Album gemacht. Ohne Zweifel können nicht alle Nummern den überragenden Standard der drei, nein, es sind sechs, Bravourstücke halten, aber die anderen stinken gegenüber normalen Platten auch nicht ab. Was für ein Glück, dass wir ein Einwanderungsland sind und hoffentlich bleiben, sonst hätten wir bis zum Ende aller Tage nur Klaus Lage. So haben wir Hardrock mit Bouzouki. Auch recht, weil's rockt. Und weil Bouzouki eine coole Idee ist, in dieser altbackenen Szene.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.03.2008

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