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Ulysses

The Gift Of Tears

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The Gift Of Tears
The Gift Of Tears, Symbioses Music/Musea Records, 2009
Michael Hos Vocals
Ron Mozer Keyboards
Sylvester Vogelenzang de Jong Guitar
René van Haaren Drums
Casper Kroon Bass
Gäste:
Esther Ladiges Vocals (Family Portrait)
Mike Disarro Prymary Vocals (How Much More)
Daniel le Broocks Vocals (How Much More & Anat)
Produziert von: Sylvester Vogelenzang de Jong & René van Haaren Länge: 61 Min 52 Sek Medium: CD
1. Family Portrait 5. Silence Of The Night
2. Guardian Angel6. The Gift Of Tears
3. Lost7. Anat
4. How Much More

Ulysses Es war einmal… So fangen alle Märchen, die ja nichts anderes als fiktive Geschichten sind, an. Als Kind habe ich diese Art Geschichten geliebt, jedoch wenn es um Musik geht, ziehe ich es vor, wenn man sich Geschehnissen aus dem realen Leben annimmt, wie es z. B. die Band ULYSSES tut.
Ins Leben gerufen wurde ULYSSES 1998 vom Gitarristen Sylvester Vogelenzang de Jong und dem Keyboarder Ron Mozer. Die erste Demo-CD mit dem Titel "Eclectic" ist 2001 erschienen, darauf folgte im Jahr 2003 "Symbioses". Beide Werke waren damals mit René Schippers am Bass und Raymond Jansen als Vokalist veröffentlicht worden, die beide nicht mehr zur Band gehören und durch Casper Kroon und Michael Hos ersetzt wurden.
Übrigens gab es in den frühen 90zigern schon einmal eine Band mit dem Namen ULYSSES, jedoch ist die musikalische Richtung eine andere, bedienten diese eher den Neo Prog und haben mit den jetzigen rein gar nichts zu tun.

Kommen wir zur Musik. Die ersten beiden Werke kenne ich leider nicht und kann also nicht mit Vergleichen dienen, jedoch dreht sich der neueste Rundling "The Gift Of Tears", der offiziell am 3. März 2009 erhältlich ist und das sogar durch Musea Records weltweit, in meinem Player und mein Wohlwollen wächst mit jedem Hördurchgang. Die sieben Songs behandeln Themen aus dem wahren Leben, wie ja auch schon Eingangs erwähnt, und sollen zum Nachdenken animieren. Mit Family Portrait möchte man dazu anregen seinen Mitmenschen zuzuhören und in einer Welt, in der jeder nur noch an sich denkt, mehr Mitgefühl zu zeigen. Verpackt hat man dies in Melodien, die klar dem progressiven Metal zuzuordnen sind und besonders Fans von DREAM THEATER gefallen dürften.
Auffällig ist die gleichwertige Rolle der Tasten und Gitarren in Guardian Angel, wobei die Keys im Sound des 80iger Neo-Progs erklingen. Das klavierbetonte Lost erinnert stark an Werke von SAVATAGE, ist balladesk aufgebaut und am Schluss mit mehrstimmigen Gesang versehen. Mit zahlreichen Breaks und Tempiwechseln kommt How Much More daher, das sich mit diversen Schicksalsschlägen und der Frage wie viel man noch ertragen soll auseinandersetzt. Zu der angenehmen tief gefärbten Stimme des Michael Hos gesellen sich zwei weitere Stimmen, eine weibliche und eine männliche, was ebenfalls eine sehr wohlige Abwechslung ist.

Jeder von uns weiß, dass das Vergießen von Tränen oftmals eine befreiende Wirkung hat und genau darum geht es in dem Stück mit dem passenden Titel The Gift Of Tears. Das absolute Highlight ist das fast 15 Minuten lange Stück Anat. Hier wird die Geschichte der Anat und ihrer Eltern porträtiert. Von der Geburtsstunde, die die Eltern mit Stolz und Glück erfüllt, bis hin zum Tod des kleinen Lebewesens und der draus entstehenden Trauer. Jedoch bewirkt diese Trauer auch, dass die Eltern wieder Kraft schöpfen. So fängt dieses ergreifende Thema mit zarten Melodie- und Gesangsbögen an und steigert sich im weiteren Verlauf zunehmend. Nichts klingt weinerlich, im Gegenteil, die Verzweiflung und damit die dramatische Stimmung wird mit im Hintergrund zu vernehmenden kurz angedeuteten Growls unterstrichen. Dann, wenn die Musik am Höhepunkt angelangt zu sein scheint, ertönt plötzlich ein Piep-Ton. Für den Bruchteil einer Sekunde herrscht erst einmal Stille, um im veränderten Tempo fortzufahren. Ich fühle in diesem Moment wie mir der Atem stockt. Des Weiteren hört man in hebräischer Sprache ein Gebet und am Schluss erklingt die Musik bombastisch und hoffnungsvoll. In den Liner-Notes kann man die genauen Hintergründe nachlesen, die Michael Hos zu diesem erschütternden Song inspirierten. Meiner Meinung nach haben sie es gekonnt umgesetzt.

Eine klitzekleine Schwachstelle gibt es allerdings auch zu vermelden, und zwar liegt die beim leicht muffigen Sound, der jedoch das Hörvergnügen nicht sonderlich schmälert. ULYSSES haben "Das Geschenk der Tränen" in überzeugende progressive Rock- bis Metallklänge verpackt, dabei zwar nichts Neues erfunden, dennoch dürfte es Fans der bereits genannten Bands sowie DREAMSCAPE, VANDEN PLAS oder SIEGES EVEN gefallen.

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 01.03.2009

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