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| The Garden, InsideOut Music/SPV, 2008 |
| Mark Trueack |
Vocals, Percussion |
| Sean Timms |
Keyboards, Mandolin, Vocals |
| Matt Williams |
Guitars, Banjo, Vocals |
| Monti Ruggiero |
Drums, Percussions |
| Shireen Khemlani |
Bass, Vocals |
| Tim Irrgang |
Percussions |
| Mike Stewart |
Saxophone, Flute, Clarinet, Percussion, Keyboards |
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Länge: 101 Min 03 Sek |
Medium: Do-CD |
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| 1. One Day | 8. Give And Take |
| 2. The Garden | 9. When I'm Down |
| 3. Angelica | 10. This Life |
| 4. Here I Am | 11. Love Never Ends |
| 5. I Wish I Could Fly | 12. So Far Away |
| 6. Inside The Power | 13. Don't Give Up Love |
| 7. Journey's Friend | 14. 321 |
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Komischer Bandname, noch viel komischeres und kunterbuntes Cover, und ein CD-Titel, der jetzt nicht gerade auf den Knaller überhaupt schließen lässt. Beste Chancen also für eine kurze Review. Aber Obacht! Die Band kommt aus Australien, dem Teil der Erde, der Acts wie Kylie Minogue, MIDNIGHT OIL, AC/DC, INXS, ROSE TATTOO und seit neuestem AIRBOURNE hervorgebracht hat. Allesamt auf ihre Art und Weise Legenden. Hm, auf der einen Seite also beste Chancen als Anwärter auf den Rohrkrepierer des Jahres, auf der anderen Seite die Chance zur Legende. Das kann ja vielleicht doch spannend werden. Und genau das wird es auch!
UNITOPIA sind 1 Dame mit 6 Herren, die bereits seit 1996 am Start sind. Gute neun Jahre brauchte es, bevor man "More Than A Dream" 2005 als Debüt aus dem Kängurubeutel zog. Darauf gab es weltweit positive Resonanz und UNITOPIA hatte das Gefühl, möglicherweise etwas Großem auf der Spur zu sein. Also vergruben sich die beiden Masterminds Mark Trueack und Sean Timms wieder in den besagten Beutel um engagiert an das Folgewerk zu gehen. Was in drei Jahren geschrieben, aufgenommen, gemischt und gemastert wurde, heißt "The Garden" und kommt auf gleich zwei Silberlingen mit gut 100 Minuten Spielzeit daher.
Musikalisch gibt es, genau wie in einem echten Garten, vielseitiges zu entdecken. Da hören wir Teile, die dem Jazz entspringen, andere wiederum haben ihre Heimat im Rock, Hardrock, Symphonic Rock, Bombast Rock, was letztlich alles mit einer Natürlichkeit zu einem Ganzen verwoben wird, dass es fast schon unheimlich ist.
Logischerweise lässt sich die ganze Vielfalt nicht in einem Durchgang erschließen, es braucht mehrere Durchläufe, um nach und nach zu entdecken, aus wie vielen Fein- und Schönheiten alles besteht. Und glaubt mir: Es gibt sehr viel zu entdecken. Stilistisch findet man Teile von SAGA, THE FLOWER KINGS, Neal Morse und SPOCK'S BEARD, aber auch ein Hauch KING CRIMSON weht hier durchs Gras.
Die superbe Produktion gibt den Musikern genügend Freiräume um sich in Soli zu verlieren, was in den beiden Longtracks The Garden und Journey's Friend geschieht. Nicht um zu zeigen, wie toll man seine Instrumente beherrscht, sondern um die Musik zu einer Größe wachsen zu lassen, die es in sich hat.
Teilweise exotische und bombastische Nuancen bekommen die Lieder durch den Einsatz von Saxofon, Flöte, Klarinette und Streichern, oder auch entsprechenden Melodiebögen wie z. B. in Angelica. Insgesamt spielt sich kein Musiker in den Vordergrund, alle Instrumente und Stimmen kommen genau richtig zu ihrem Einsatz. Dass dabei jeder ein Meister seines Fachs ist, braucht nicht erwähnt zu werden. Alles wirkt harmonisch, lädt zum Träumen ein und ist für mich einer der ganz großen Momente, die man in diesem Jahr im progressiven Bereich erleben darf. Hier wirkt alles perfekt und die Musik passt hervorragend zu der warmen Stimme von Mark Trueack, der so manches Mal ein wenig an FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD, Peter Gabriel und Nick D'Virgilio erinnert.
So wird man von UNITOPIA zu einer faszinierenden und fesselnden Reise durch deren Garten mitgenommen, der - wie man merkt - genauso bunt ist, wie es das Cover suggeriert. Dass die beiden Longtracks dabei herausstechen, liegt in der Natur der Sache, aber auch in den kurzen Songs zeigt das Septett, dass sie Kürze mit Würze zu füllen wissen. So verbreitet das Album ein musikalisches Wohlgefühl, das durch die positive Grundausrichtung der Lyrics noch verstärkt wird, denn in den Grundzügen geht es um Trost und die Hoffnung, die aus Verzweiflung entsteht (sehr gut im abschließenden Track 321 aufgenommen, ein Song, der zwei Bergleuten gewidmet ist, die 2006 für genau 321 Stunden unter Tage verschüttet waren und lebend geborgen wurden).
Dieses Album braucht Zeit, um sich zu entwickeln, aber das ist in der blühenden Natur ja auch nicht anders. Wer hier nicht zugreift, hat eine große Chance des ausklingenden Jahres nach guter Musik links liegengelassen! Ich wage mal den zarten Gang auf dünnes Eis und behaupte, dass das, was "Stardust We Are" für THE FLOWER KINGS war, "The Garden" für UTOPIA werden könnte, nämlich ein Referenzwerk, an dem sich die nachfolgenden Scheiben, die es hoffentlich geben wird, messen lassen müssen.
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