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CD-Review:
VK Lynne |
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Da gibt es in letzter Zeit unglaublich beachtliche CDs aus dem weiblichen Lager - Asaf 'Janis' Avidan, die Kanadierin Robin Brock, und nun eben VK. Rock isn't dead, it just changed gender! Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen so oberschweinecoolen Song wie Mess Like You gehört habe ... doch, hier, denn die anderen hier auf dem dritten Album der Amerikanerin VK Lynne stehen dem fast nicht nach. Dabei wurden alle Instrumente vom Producer James Thomas gespielt - und der hat VK einen trockenen, mit understatement spielenden, reduzierten aber dennoch wuchtigen (wo nötig) Sound um die Stimme, die beachtlich variable, herum geschneidert. Ich sitze hier und kann es fast nicht glauben, denn wenn das war ist, hat sie mit diesem unglaublich geschmackssicheren Producer einen Meistergriff getan - so wie damals Melissa Etheridge (mit der sie nicht ungerne und zu Recht verglichen wird ... zumindest von mir). Generell wird die CD - neben dem häufigeren Einsatz von elektronischen Drums, ohne dass das allerdings synthetisch klingt - von VK's Stimme, die vom Flüstern bis zum wütenden Schrei über mehrere Oktaven reicht, dominiert, Dabei wird sie sehr effektiv und geschmackvoll (im Sinne von genau abgestimmt, nicht im Sinne von 'nett') von Peters Instrumentierung und Spiel unterstützt. In Find Me leiten breitflächige Akkorde über wuchtigen Drums zu VK's kehliger Stimme, die oft ein sinatra-ähnlicher, gefährlicher Unterton, andererseits eine gewisse Zerbrechlichkeit kennzeichnet, über sparsame Keyboards zum Refrain. Das hier ist nicht nett, sondern sehr selbstbewusst - aber der Partner muss schon mitspielen und "say the word...". Mess Like You muss man hören, vom Geflüster, das erzählt, wie sie bei einer Vorstellung auf der Bühne von einem Mann angemacht wird, der - Bang, Refrain - "cold and apprehensive" ist; "everything I shouldn't do - I deserve a mess like you!". Damit ist die Geschichte aber nicht zu Ende ... unbedingt anhören! Dust Between The Dirt basiert auf einem drohenden Slide Riff und wird von Tribal-ähnlichen Drums voran getrieben; der Refrain über liegt satt über einem Heavy Riff, ohne dass die Spanung des Songs verloren geht. Carnal Crucifixion, der Gospelsong von der fleischliche Kreuzigung kommt auf leisen Sohlen daher, ohne balladig-süß zu sein. Wenn VK wie hier klagt, ob Jesus etwas gegen sie hat, klingt das eher herausfordernd als ängstlich; und eine schöne Akustikgitarre fügt eine weitere Tonfarbe hinzu. Whiskey Or Water ist ein Slow Blues mit schöner, sparsamer Slide. He Rolls ist besagtes Duett mit Högni; über eine wundervollen Basslinie singen beide mit reduziert zerbrechlichen Stimmen: "Keep your troubles, please don't make them mine…" zu einer nöhlende Rhythmusgitarre im Hintergrund - gefolgt von einem low key Guitar Solo mit schrägen Dissonanzen. Sehr moody, stimmungsvoll das hier. Die beiden wissen, das eine Beziehung nicht nur aus einem Spaziergang durch den Rosengarten besteht. Free ist ein Uptempo Rocker und Sunday eine wunderbar arrangierte Ballade, die VK erlauben, ihre vokale Stärke voll auszuspielen. Was soll ich noch sagen? jemand, der einen Song wie Mess Like You auf einer CD hat, ist die Leiter in den Rock Olymp zumindest ein Stückchen hoch geklettert. Alle Songs kann und MUSS man auf ihrer Seite anhören. Hier und hier kann man einen Blog über die CD Entstehung lesen. Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 06.05.2010
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