| Brain damage, Metal Axe Records, 1988/2007 |
| Daxx | Guitar, Vocals |
| Micky | Guitar, Vocals |
| Heiner | Bass |
| Samson | Drums |
| Produziert von: Vendetta & Harris Johns |
Länge: 41 Min 54 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. War | 6. Love song |
| 2. Brain damage | 7. Fade to insanity |
| 3. Conversation | 8. Dominance of violence |
| 4. Precious existance | 9. Metal law |
| 5. Never die | 10. War (live) |
 |
1988 war das große Jahr von VENDETTA, erschienen doch innerhalb weniger Monate ihre beiden einzigen Alben "Go and
live… stay and die" und vorliegendes "Brain damage". Man thrashte sich gemeinsam mit
TANKARD und HELSTAR durch die Konzerthallen und
Clubs der Nation und so kometenhaft wie die Schweinfurter aufgestiegen waren, so schnell sank danach ihr Stern. Böse
Zungen würden sagen, sie tanzten nur einen Sommer.
Dennoch: Der Name VENDETTA hat bis heute einen guten Klang in der deutschen Underground Metal-Szene und wenn man sich
die remastered Neuauflagen ihrer Alben zu Gemüte führt wird schnell klar warum. Die Jungs waren einfach gut.
VENDETTA kann man nicht einfach als gewöhnliche Thrash-Band abtun. Dazu war ihr Songwriting zu komplex und zu
originell, vor allem im direkten Vergleich mit der damals wie heute Maßstäbe setzenden Thrash-Dreifaltigkeit
DESTRUCTION,
KREATOR und
SODOM.
"Brain damage" erinnert über weite Strecken an das ein Jahr später veröffentlichte und heute zu den Meilensteinen des
Speed- und Thrash-Metals zählende
ANNIHILATOR-Debüt "Alice in hell", und auch
wenn VENDETTA keinen ultimativen Klassiker wie Alyson hell anbieten können, so müssen sie sich im Großen und
Ganzen nicht vor der internationalen Konkurrenz verstecken.
Woran es letztendlich hakte, dass es damals nicht zum großen Durchbruch reichte? Vielleicht, weil den VENDETTA-Jungs
die letzte Risikobereitschaft fehlte konsequent auf die Karte Musik zu setzen. Vielleicht zermürbte aber auch an die
permanenten Kritik am Gesang von Daxx und Micky, der allerdings für mein Dafürhalten weitaus besser ist, als er von
vielen Zeitgenossen damals eingeschätzt wurde. Vielleicht kam das eine oder andere Break für das gemeine Publikum
einfach auch ein, zwei Jährchen zu früh.
Eins ist klar: Wirklich groß durchstarten werden VENDETTA jetzt auch nicht mehr. Trotzdem, die Neuauflagen ihrer
beiden Alben bieten eine gute Gelegenheit die Schweinfurter für sich wiederzuentdecken. In einer gutsortierten Speed-
und Thrash-CD-Sammlung machen sich eine oder gar zwei VENDETTA-Scheiben immer noch ganz gut.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|