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Crystal Eye
Crystal Eye, SPV/Steamhammer, 2012
Leon Goewie Vocals
Keri Kelli Guitar
Chris Glen Bass
Chris Slade Drums
Gäste:
Michael Voss Guitar, Vocals
Timo Somers (Delain) Guitar
Produziert von: Michael Voss Länge: 45 Min 45 Sek Medium: CD
1. Me And You7. Whole Lotta Metal
2. Bad To The Bone8. Promise Me
3. Barbeque9. Crystal Eye
4. Shock Me Now10. Missing
5. Five Knuckle Shuffle11. Jans End Piece
6. Desperate Women

Vermutlich gibt es nichts mehr auf dieser Welt, das Leon Goewie seine Lifetime-Projekt VENGEANCE vermiesen könnte. Als vor gut einem Jahr der Gitarrist Jan Somers plötzlich starb, hatte man ernsthafte Bedenken, dass es nach diesem Rückschlag nicht mehr weitergehen könnte, aber Goewie ist seit 30 Jahren ein Steher und in der Szene so beliebt, dass er seine neueste CD "Crystal Eye" mit einem richtigen Star-Ensemble einspielen konnte. Nicht die ganz großen Namen, aber welche mit Klang: Keri Kelli (PRETTY BOY FLOYD, ALICE COOPER u. v. a.), Chris Glen (MSG, Alex Harvey) und Chris Slade (u. a. EARTH BAND & AC/DC). Dazu wie seit Jahren Michael Voss als Produzent und Jans Sohn Timo als Gastgitarrist.
Eigentlich ist es also eher ein Solo- als ein VENGEANCE-Album, aber wo immer Goewie singt, ist es eben auch VENGEANCE. Für die handwerkliche Qualität ist gesorgt, nun müssen nur noch die Songs passen.

Wie schon vor drei Jahren bei "Soul Collector" ist es dem sympathischen Leon leider wieder nicht gelungen, viel mehr als nur eine gute handvoll wirklich starker Songs zusammenzukratzen. Vor allem gegen Ende der nur 45 Minuten ist die Luft ziemlich raus, namentlich das von Arjen Lucassen verfasste Titelstück ermüdet doch sehr. Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, dass Lucassen einst ein ganz wichtiger Bestandteil bei VENGEANCE war, sein Crystal Eye erscheint eher wie ein Überbleibsel von AYREON. Härter, aber nicht wesentlich spannender ist das von Tony Martin gespendete Whole Lotta Metal. Vor 30 Jahren wäre derlei anstandslos durchgegangen, heute ist es Massenware. Wenn dann noch eine Nummer mit dem verheißungsvollen Namen Five Knuckle Shuffle irgendwo im Mainstream versinkt, ist die Laune erstmal hinüber.
Richtig enttäuschen kann Goewie natürlich nicht, dafür stehen diesmal die klassischen Rocker Me And You, Bad To The Bone, Barbeque (die Party-Nummer des Albums), Shock Me Now und Desperate Woman.

Insgesamt ist "Crystal Eye" ein wenig schmal ausgefallen, aber ein Beinbruch ist das nicht. Beim nächsten Mal haut Leon bestimmt wieder ein paar Pfunde mehr raus.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 19.02.2012


 
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