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Headlines
Headlines, 7hard, 2010
Charly Barth Drums, Backing Vocals
Toni Edlbauer Bass
Benedikt Horsthemke Keyboards
Mick Loud Guitars
Mike Piccolavia Guitars
Mark Tobler Vocals
Produziert von: Wayward Länge: 59 Min 05 Sek Medium: CD
1. The Loss8. Headlines
2. Signs9. Silent Majority
3. Human Rights10. Reasonable
4. Lost Forever11. Wiseman
5. Call It Fame12. Temptation
6. In The Morning13. Fulltime Emotion
7. Begin My Nightmares

Bajuwarischer Fünfer, der nach etlichen "Rein-raus/Du-bist-net-dabei... a-dabeis" nun eine feste Mannschaft gefunden zu haben scheint und seinen Zweitling veröfentlicht; Unterschlupf haben sie in Axel Wiesnauers feiner, kleiner Metal'n'Pop Soundschmiede 7hard gefunden, und ich denke, da sind sie gut aufgehoben. Der Mann ist mit Herz bei der Sache, will es scheinen.
Und aus München kommt nicht nur das Home of Rock, was diese Stadt eh schon veredelt, sondern nun auch eine sehr feine CD der melodisch rockenden Spielart. Zwei Gitarren und Keyboards sorgen für Abwechslung im Sound und Komposition. Und, oh Freude, die übliche Baukastenmanscherei (Lasst uns ma' das Riff von XYZ mit dem Bass von ABC verknüpfen, und Billy shouted darüber sirenenmelodisch; wird schon reichen) fehlt völlig. Ganz solides Songwriting, das beim ersten Durchhören nicht sogleich ins Auge/Ohr fällt, aber einen schon beim zweiten Anhören in ein wohlig-rockendes Soundgewand hüllt, und so die CD zu High Frequency Rotation führt.

Ich komme gleich nochmal darauf zurück - lange nicht mehr ein Plättchen mit so feinem Albumflow gehört. Wenn man sich mit The Loss auf die eher Classic Rock anmutenden Riffaufbauten, die von den Keyboards aufs feinste untermalt bzw. mitgestaltet werden, eingelassen hat, passen die Tracks wunderbar hintereinander, ohne (Achtung: das ist die Kunst!) zu einem Ruf nach 'Könnt jetz ma was anderes kommen' zu führen. Erinnert Signs (Nomen est omen) an die leider nicht mehr existenten THE SIGN (die wohl auch ein bißchen Role Model waren, oder wie?), wird es mit Human Rights dem Thema gemäß etwas düsterer und finsterer, ohne aber den einmal gewählten Pfad vollends zu verlassen - düster eben à la WAYWARD.
Klassisches Keyboard-Intro in Lost Forever, ein Marschrhythmus führt dann ins Gitarrenintro (bei dem ich dauernd grübele, von wem das da so um 1'12 entliehen ist; definitiv irgendwas 70er-mäßiges), und dann in einen von einer wunderbar federnden Rhythmussektion getragenen, herrlichen dramatischen Midtempo Rocker, komplett mit vollem Background Chorus Programm, abwechslungsreichem Gitarrenspiel und allem, was das Herz begehrt mündet.
Etwas moderner anmutend dann in Call It Fame, nicht ganz mein Lieblingssong auf der CD, weil nicht ganz das Niveau haltend. Keyboardsolo (Note: Sehr gut) In The Morning, dann wieder ein Highlight: das zwischen relativ heftig, Doublebassdrum unterstützt und hochmelodisch-dramatisch changierende Begin My Nightmares mit feinen Taktverschiebungen, leicht klassischen Gitarrenlinien, und wieder allem was das Herz an Abwechslung begehrt.
Wiseman erinnert mit seinen etwas merkwürdig klingenden Keyboards vielleicht ein bißchen an die Krautrocker BIRTH CONTROL, und ist ansonsten ein weiteres Highlight.

Genug der Lobeshymnen. Das ganze ist rund und stimmig und ausgeglichen produziert; und dass die Herren ihr Handwerk verstehen, versteht sich von selbst. Mark Toblers Stimme ist gut, ohne Sirenenstatus erreichen zu wollen, und passt gut ins musikalische Bandkonzept; das Gespann Charly/Tony liefert ein federnd-sicheres Fundament, und die beiden M's an den Gitarren sind alle Konzentration des Zuhörers wert; ganz zu schweigen vom heiligen Benedikt an seinen göttlichen Keyboards.
Irgend etwas zu mäkeln? Nein.
Die auf MySpace zu findenden Songs geben einen guten Einblick ins Werk und sollten zum Kauf verleiten. Das Album - wie erwähnt - ist ein in sich abgeschlossenes Ganzes; also bitte, wenn MP3 gewünscht, alle Songs runterladen (naja, Call It Fame muss nicht sein). Veröffentlichung ist am 5. Februar 2010.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 23.01.2010


 
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