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Zeltinger Band

De Plaat im Roxy und Bunker - Live,
Schleimig,
Der Chef

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De Plaat im Roxy und Bunker - Live
Schleimig
Der Chef
De Plaat im Roxy und Bunker - Live, Schleimig & Der Chef, EMI Music, 2009 (1979, 1980 & 1982)
"De Plaat im Roxy und Bunker - Live", 1979
Live im Roxy:7. Schizophren
1. Sozialamt8. Idi Amin
2. So wie ein Tiger9. Supermann
3. Tuntensong10. Trampsong
4. Dauerwellen11. Mein Vater war ein Wandersmann
5. Stüverhoff12. Müngersdorfer Stadion
Live im Bunker:Bonus Track:
6. Panzerfahrer13. Wildes Ding
Länge: 46 Min 04 Sek Medium: CD
"Schleimig", 1980
1. Ali Mustafab.) Rock'n'Roll Liebe
2. Exhibitionist7. Die Kuh
3. Schleimig8. Der Zocker
4. Entzug9. Manfred
5. Asi mit Niwoh10. Bekloppt
6. Rock'n'Roll BetrugBonus:
a.) Rock'n'Roll BetrugInterview
Länge: 43 Min 48 Sek Medium: CD
"Der Chef", 1982
1. Kölsche Junge10. Blutsauger
2. Leck mich11. Wichsfigur
3. Knochen12. Chef
4. Nie DiätBonus Tracks:
5. Der lachende Vagabund13. Urlaub in Hongkong
6. Ich bin zu jung14. Du lügst
7. Mallorca, Sommer, Sonne, Herzinfarkt15. Zeltinger wird Präsident
8. Lulli Lulli16. Krank
9. Studentenlied
Länge: 50 Min 42 Sek Medium: CD

De Plaat - die Glatze, schwul, pervers und arbeitsscheu, ein Asi mit Niwoh! Man kann es nahtlos fortsetzen, Jürgen Zeltinger, der schwergewichtige, echte kölsche Jung, wird nicht beleidigt, sondern nur zitiert. Bis heute ein Mann der Straße, der über das spricht und singt, was in unserer Gesellschaft, heute wieder mehr denn je, absolute Realität, teilweise Notwendigkeit ist. Die Themen liegen auf der Hand: Sozialamt, Kneipe, Suff, Liebe etc., alles zusammen ergibt tatsächlich den Überlebenskampf.
Am 25. Mai wird Jürgen Zeltinger 60 Jahre alt, dazu herzlichen Glückwunsch. Der Rock'n'Roll kennt keine Grenzen, schon gar keine Altersbegrenzungen. Und so sei bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die ZELTINGERBAND wieder auf Tour geht. Hoffentlich nicht nur im Westen, der Heimat der Band. Der Mann bringt es auf den Punkt, kaum vorstellbar, dass das Urgestein wirklich panische Bühnenangst hat. Nennen wir es schlicht und einfach Lampenfieber.

Die ersten Auftritte anlässlich der Weiberfastnacht 1979 im Roxy und im Bunker, dem eigenen Proberaum, führten dazu, dass Zeltinger und seine Band gleich 19 aufeinander folgende Auftritte absolvierten. Im August 1979 erschien das erste Album der ZELTINGER BAND. Eine Live-Scheibe, die die Band so wieder gibt, wie sie zu begeistern wusste. "Rock'n'Roll von der Straße" eben, in einem "derbischen rheinisch" und kurzatmig gesungen.
Mit Stüverhoff wurde eine Nummer von Lou Reed (Walk On The Wild Side) geboten, so mancher wird in fußballerischer Nostalgie schweben, wenn er heute noch einmal Müngersdorfer Stadion hört, zu dem die RAMONES mit Rockaway Beach das Original lieferten. Zeltinger ging von Beginn an querbeet, Peter Kraus (So wie ein Tiger) lieferte genauso Vorlagen, und die punkig rockige Version von Mein Vater war ein Wandersmann erledigt ihr Übriges. Das Teil war bereits unmittelbar nach seinem Erscheinen Kult und ist es eigentlich immer noch. Ein weiteres Stück Kölner Rockgeschichte.

Nur 1 Jahr später, 1980, erschien das zweite Album der ZELTINGER BAND, eine Studio-Scheibe. Klar, diese Aufnahmen lassen uns die Musiker geschliffener hören, Songs wie Exhibitionist (dort zeigt man eben, was zu zeigen ist), die Singleauskopplung Asi mit Niwoh oder auch Schleimig verfestigten in der Fangemeinde das beabsichtigte Image. Hier wird über den notwendigen Entzug gesungen, ebenso werden multikulturelle Gegebenheiten (Ali Mustafa) thematisiert.
Der Erfolg von "Schleimig" führte immerhin dazu, dass die Band auf Tour mit den damals angesagten BOOMTOWN RATS ging.

1982 wurde es auf "Der Chef" sogar noch etwas härter. Die vermeintlich härtere Gangart dürfte insbesondere auch auf die stattgefundenen Wechsel im Line-up zurückzuführen sein. Hier war ganz einfach ein Trend zum Heavy Rock erkennbar, auch wenn sich die Songstrukturen im Großen und Ganzen treu blieben. Hört man sich allerdings eine Nummer wie beispielsweise Knochen (die übrigens sehr eigenartig rochen) an, dann muss man eine Härte attestieren, die man bis dato von Jürgen Zeltinger nicht gewohnt war. Andererseits kann man das heute auch als künstlerisch abwechslungsreich dargeboten betrachten, kreativ halt.
Auf diesem Rundling weist "De Plaat" nochmals eindringlich darauf hin, woher er kommt und für was er steht (Kölsche Jung), er gibt zu verstehen, was Spießer und sonstige Nichtsnutze ihn können (Leck mich).
Und warum schreiben wir das heute? Anlässlich des 60. Geburtstages von Jürgen Zeltinger veröffentlicht das Label erstmals die ersten 3 Alben der ZELTINGER BAND auf CD. Dazu gibt es Bonus-Material, hier sei insbesondere ein Interview mit "dem Chef" hervorzuheben. Ein Stück deutscher Musikgeschichte, deshalb kaufen!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 11.05.2009

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