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| Living In A Dream, Mark One Records, 2010 |
| Doyle Bramhall II |
Guitars & Vocals |
| Chris Layton |
Drums |
| Charlie Sexton |
Guitars & Vocals |
| Dave Monsey |
Bass |
| Produziert von: Charlie Sexton |
Länge CDs: 76 Min 24 Sek, 6 Min 16 Sek |
Medium: CD/DVD |
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| 1. Paradise Cafe | 10. See What Tomorrow Brings |
| 2. Carry Me On | 11. Shape I'm In |
| 3. The Famous Jane | 12. Living In A Dream |
| 4. Good Time | 13. Too Many Ways To Fall |
| 5. She's Alright | Bonus Disc (#14-16 neue Studio Tracks): |
| 6. Always Believed In You | 14. Crave and Wonder |
| 7. Sent By Angels | 15. What I'm Looking For |
| 8. Crave and Wonder | 16. Too Many People |
| 9. Nadine | 17. Spanish Moon (Live At Antone's) |
| Live DVD PLus |
| Live At Stubby Concert | Antone's Tribute |
| Documentary | |
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Da sind sie wieder, die Erzengel, die zuletzt 1992 (!) eine - ihre einzige - CD veröffentlichten, steil auf dem Weg nach oben waren und dann unter die Räder der Rockstar- und -musiktypischen Probleme kamen, als da wären SD&R'n'R and Egomania. Die ARCANGELS (manchmal auch ARC und ANGELS getrennt) - so benannt nach einem Probengebäude in Austin, Texas, dem Austin Rehearsal Complex - bestanden damals aus
Doyle Bramhall II, Charlie Sexton - jeweils Gitarre und Gesang - und Double Trouble, der Rhythmussektion von Stevie Ray Vaughan - Chris "Whipper" Layton an den Drums und Tommy Shannon am Bass, der zuvor u.a. mit Johnny Winter gearbeitet hatte. Illustre Namen, eine illustre Vergangenheit.
Nach SVR's unzeitgemäßem Dahinscheiden kamen Double Trouble und die beiden Gitarristen im ARC zusammen, es funktionierte, man schuf eine vielbeachtete CD und dann …funktionierte es nicht mehr.
Nun, 18 Jahre später, nach zahlreichen Solo LPs von Sexton und Bramhall und Sessions von Double Trouble mit zahlreichen bekannten Musikern, ist man also fast wieder in der alten Besetzung zusammen - Shannon ist nicht mehr dabei.
In den USA haben wohl umjubelte Konzerte stattgefunden, so dass man sich entschloss, eine Live CD/DVD mit zusätzlich drei neuen Songs zu veröffentlichen - ein rundes Paket. Die neuen Songs zeigen, dass die Band noch 'lebt' und man noch einiges erwarten kann.
Ich kenne die CD von damals nicht gut, weiß aber dass die instrumental klar differenzierte und starke Songs enthielt, die hier in ihrer Gänze dargeboten werden (was auch sonst?). Die an GREEN ON RED, ein wenig an JJ Cale, im Bezug auf die Harmonien an die BEATLES erinnernde Musik, die natürlich auch den beiden Gitarristen Raum bot, ohne allerdings ausufernden Jams Platz zu machen, kam im Studio sehr gut und emotional herüber. Mein Problem ist diese Live Aufnahme hier.
Eine Live CD soll ja gar nicht wie eine Studio CD klingen. Was ich aber doch bei dieser Art 'Konserve' verlange, ist eine klare und ausgewogene Produktion (zumindest wenn es sich nicht um Heavy Metal handelt, da kann das Pfund schon mal krachen). Und daran hapert es hier - Sextons Stimme zischt , Bramhall's Gitarre (linke Seite) ist stellenweise sehr nach hinten gemischt, die Drums wiederum sind sehr akzentuiert, und alles in allem kommt - für mich - die Magie und Differenziertheit der alten Studio CD nicht rüber, und leider ist auch keine solche überragende Live Magie zu spüren, die die mangelnden Sound Qualität sozusagen ersetzen könnte. Scheint es mir nur so, oder sind die gitarristischen Solo Beiträge auch nicht so gut wie damals?
Schaut man sich die Live DVD an, wird der Eindruck noch verstärkt - man sieht etwa Bramhall spielen, denkt aber - wo höre ich ihn denn? Merkwürdig dabei ist, dass Sexton, der ja wie gesagt mehrere Solo Platten gemacht hat, die CD produziert hat. Allerdings wird der Sound mit dem weiteren Fortschreiten der CD etwas besser (oder gewöhnt man sich?), so als hätte Charlie das selbst beim nochmaligen Anhören der CD gemerkt und an den Reglern gedreht.
Also - so sehr mir die Musik eigentlich gefällt - und deren Marketing ein großes Ding daraus macht, dass THE ARCANGELS wieder zusammen sind: Die Musik, wenn man ehrlich ist, unterscheidet sich im Bezug auf musikalische Qualität nun nicht so sehr von der der Myriaden (Southern) Rockbands, die auf den Markt sind oder drängen. Zach Williams Band, POWDER MILL, MOJOBONE - die alle sind auf ihre Art genauso gut, wenn nicht besser. Da hätte es wirklich ein richtiges Pfund an Live CD gebraucht, um mehr als nur die alten Fans zu gewinnen.
Nichtsdestotrotz bietet ein Long Track wie Too Many Ways To Fall natürlich eine wunderbare Gelegenheit für die beiden Gitarristen, sich auszutoben, und einen stellenweise sehr 'dreamy' Jam darzubieten, der allerdings nicht ausufert, sondern sich an die Songstruktur hält. Mein Liebling ist der rockige Titel Track mit seinem verschleppten Rhythmus und natürlich das Paradise Café und das funky Good Time, dass allerdings eben ein solcher Fall von 'besser im Studio' ist.
ARCANGELS Fans werden hier zugreifen, und natürlich ist das nicht schlecht und macht beim Hören durchaus Spaß. Wer die Band damals verpasst hat, sollte sich die Soundbites gründlich anhören. Bei Amazon kostet das Bündel fast 40 Euro - und die DVD ist musikalisch der CD vergleichbar, also eine nettes Add-On, mehr nicht - da sollte man gründlich in sich gehen, bevor man das kauft.
Die Band war so nett, mir das zur Verfügung zu stellen und daher fällt mir dieses kritische Urteil schon schwer, muss aber sein. Ich habe die Band um eine Stellungnahme gebeten, aber noch nichts erhalten. Kommt das noch, füge ich das an.
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