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Arjen Anthony Lucassen

Lost In The New Real

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Lost In The New Real
Lost In The New Real, Inside Out, 2012
Arjen Anthony Lucassen Everything, even the vocals (!)
Additional:
Elvya Dulcimer Hammered Dulcimer, Vocals
Jeroen Goossens Flute
Rutger Hauer Spoken Parts
Ben Mathot Violine
Maaike Peterse Cello
Rob Snijders, Ed Warby Drums
Wilmer Waarbroek Backing Vocals
Produziert von: Länge:
CD 1: 47 Min 00 Sek
CD 2: 43 Min 20 Sek
Medium: Do-CD
CD 1
1. The New Real6. Don't Swith Me Off
2. Pink Beatles In A Purple Zeppelin7. Dr. Slumber's Eternity Home
3. Parental Procreation Permit8. Yellowstone Memorial Day
4. When I'm A Hundred Sixty-Four9. Where Pigs Fly
5. E-Police10. Lost In The New Real
CD 2
1. Our Imperfect Race 6. Battle Of Evermore (Led Zeppelin Cover)
2. Welcome To The Machine (Pink Floyd Cover)7. The Space Hotel
3. So Is There No God?8. Some Other Time (Alan Parsons Project Cover)
4. Veteran Of The Psychic Wars (Blue Oyster Cult)9. You Have Entered The Reality Zone
5. The Social Recluse10. I'm The Slime (Frank Zappa Cover)

Mit AYREON hat er in Sachen Konzept so ziemlich die Grenzen des Zumutbaren erreicht, mit STAR ONE ging's schon etwas gesitteter und noch etwas metallischer zur Sache, AMBEON wurde nur zu einer kurzen Nebenspielwiese und was mit GUILT MACHINE ist, kann man derzeit nicht absehen. Was fehlt da noch im Schaffen des langen, blonden Niederländers? Richtig, eine CD, die Arjen Anthony Lucassen pur ist. Voilà: "Lost In The New Real" ist so was wie seine Soloscheibe. Die Beteiligung von Mitmusikern fällt überschaubar aus und der Gesang wurde auf "1" runtergefahren (okay, ab und an natürlich Backing Vocals und auf der zweiten CD gibt's noch eine Gastsängerin). Und was ist es geworden? In erster Linie ein weiterer Lucassen. Ein Querschnitt aus allem, was er bisher gemacht hat. Nochmehr werden seine Vorbilder in den Vordergrund gedrückt und den BEATLES, LED ZEPPELIN, PINK FLOYD und ELO gehuldigt. Mal sehr eindeutig, mal nicht sehr eindeutig auszumachen, mal mit einem Augenzwinkern versehen, aber immer AAL. Musikhörer, die ihn mit den anderen Sachen nicht geliebt haben, werden sich hiermit auch schwer tun, seine Fans werden ihn für "LITNR" lieben und neue Freunde kann er sich damit auch durchaus auch an Land ziehen. Ich sage mal, dass alle, die ELO nachtrauern, hier mal ein Ohr riskieren sollten.

Textlich geht es konzeptionell um eine Science-Fiction-Story, aber was anderes hätten wir von dem blonden Mohikaner auch nicht erwartet. Es geht um Mr. L (wer sich wohl dahinter verbirgt?), der durch einen tödliche Krankheit im 21. Jahrhundert kyrokonserviert wird und in einer fernen Zukunft wiederbelebt wird. (By the way: wer kyrokonserviert ohne Internet bedeutungsschwanger übersetzen kann, bekommt ein kostenloses 1-Jahres-Abo vom HoR ins 25. Jahrhundert kyrogemailt!). Als Mr. L in der fernen Zukunft wach wird, hat sich alles verändert und Mr. L staunt nur noch. Die Idee zu dieser Story bekam Mr. Lucassen, als er sich darüber klar wurde, dass er in einer Zeit groß geworden ist, in der es keine PC, Mails, Internet und so weiter gab und in wie weit sich die Welt dadurch verändert hat. Konzeptionell stellt sich für ihn dadurch die Frage, was wäre, wenn man sich jetzt kyrokonservieren lassen und in 30 Jahren wieder rekyrokonservieren lassen würde. In wie weit hätte sich dann die Welt wieder verändert. Interessantes Thema, dem man diesmal sogar einfacher folgen kann, als es mit AYREON der Fall war und ist.

So weit die Story, die auf dem ersten Dreher verarbeitet wird. Auf dem zweiten Diskus findet man weitere Songs, die zwar zum Konzept, aber nicht zum Liederzyklus passen. Dazu gehören ein paar Coversongs von PINK FLOYD, BLUE OYSTER CULT, LED ZEPPELIN, ALAN PARSONS PROJECT und Frank Zappa und noch ein paar anderer Songs. Ob die Coversongs gelungen sind, darf jeder für sich selbst entscheiden. Fazit: "Lost In The New Real" ist eine unterhaltsame, auf Arjen Anthony Lucassen reduzierte und dadurch überschaubare angenehme 1 ½ Stunde Musik geworden, die man so von ihm erwartet hat und die keine großartigen Überraschungen bereit hält bis auf die, dass der gute Mann ziemlich gut singen kann und von daher so aufgeblasene Produktionen wie AYREON eigentlich gar nicht zwanghaft notwendig wären (deswegen aber nicht trotzdem Spaß machen!).

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 01.05.2012


 
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