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2, Mascot Records, 2011
Joe Bonamassa Guitar
Jason Bonham Drums
Glenn Hughes Bass, Vocals
Derek Sherinian Keyboards
Produziert von: Kevin Shirley Länge: 64 Min 22 Sek Medium: CD
1. The Outsider7. An Ordinary Son
2. Man In The Middle8. I Can See Your Spirit
3. The Battle For Hadrian's Wall9. Little Secret
4. Save Me10. Crossfire
5. Smokestack Woman11. Cold
6. Faithless

Der zweite Streich der neuen Supergroup um die Superstars Bonamassa, Hughes, Sherinian und Herrn Bonham (der ist noch kein Superstar). Ja, und schon beim Erstling waren sich alle einig, dass das gut sein muss, denn bei den Leuten, der Vergangenheit, dieser fachlichen Kompetenz - was soll da schief gehen?
Und wenn man bei Gott und der Welt im Classic Rock gespielt hat und sich dem in dieser Band im Interview generell verschrieben hat - wie klingt das hier dann wohl (erstaunlicherweise klingt es wieder nicht nach DREAM THEATER!)? Genau.

Und zwar tut es das stellenweise schon fast bis zur Lächerlichkeit. Das Album wird eröffnet in einem Stil und mit einem Track (The Outsider), der auch auf die letzten HEEP CDs gepasst hätte - fast and furious, ein hektisches Basisriff, ein breites, flächiges solches im Refrain, eine fette Orgel, Hughes an den Vocals (und der klingt Shaw gar nicht so unähnlich), ein kurzes Griffbrettgetobe das wirklich von Box stammen könnte, zumal dann da auch noch die typische Wah-wah ist und das Duell mit der Orgel … und dann auch noch eine ganz leicht angeprogte Songkonstruktion in der Mitte - ne, was haben wir uns amüsiert. Man In The Middle ist dann bis aufs I-Tüpfelchen aufgepumpt wie eine AEROSMITH-Nummer - die Gesangslinien original Tyler, das Blues-Rock-Riff vor dem Refrain original Whitford/Perry, das wummsdireinenundhaudrauf Drumming original Kramer… usw usw.
Jetzt wird es spannend: Wann kommt ZEP? Bingo - The Battle For Hadrian's Wall stammt von "Led Zep Drei", akustisches Intro und singende Basslinie á la JP Jones inklusive. Und sogar die Songthematik erinnert an Zeps Werke zu der Zeit. Jason Bonham bollert so wie dereinst Dad (naja, fast). Zeit dafür, das Gas etwas zurück zu nehmen? Nein, ein Whole Lotta Love/Hangman Riffkiller fehlt doch noch - bitte sehr: Save Me. Zwischendrin mit Kashmir-mäßiger Orchestrierung - alles eingetopft, alles bereit zum Verzehr. Es klingt fast so, als würde Bona-man einen Geigenbogen benutzen… Smokestack Woman entführt uns ins Reich der geshuffelten Herrlichkeit mit jeder Menge Leadfills, faselt irgendwas von "Satisfaction … I live in sin …S mokestack woman, save my soul … take me down to the hole" - ach, du liebe Güte. Faithless ist ein weiterer Song dieser Art, in der typischen ZEP-weise mit leicht langgezogenen, angeschrägten Vokallinien, und könnte doch ob seiner Melodik fast auf einem JOURNEY Album sein.
Der Blues fehlt natürlich auch nicht: Little Secret. Nett gemacht der leicht zurückgenommene Gesang von Hughes, der dann im Refrain schön explodiert. Crossfire ist einfach ein guter Standardrocker; und Cold ein Slowblues mit den üblichen Dynamikspielchen, laut-leise, Tempo anziehen, rauf auf's Riff.

Black Country Communion

Schlecht? Ach, wer kann das wirklich sagen? - Kompetenz hat es zuhauf (obwohl, was Sherinian hier macht, weiß ich nicht. Und Bonham ist kein Bonzo, aber was soll's - er ballert stellenweise schon richtig schön), bis auf Shirley - was ist dann das für ein verwaschener Sound? Grauenhaft - unter dem Mischpult der Muff von fünf Jahrzehnten Heavy Rock, und komm mir nicht mit 'Vintage'!
Aber ich krieg das vielleicht nicht so richtig mit, soll das eine Parodie sein? Oder ist das wirklich ernst gemeint, diese Verwurstung der genannten. Und wenn man ganz ehrlich ist - so richtig tolle Songs, an die man sich erinnert, sind das auch nicht. Scheint mir ein Nummer-Sicher Album zu sein. Auf der ersten CD hat man sich mehr getraut, das klang nach, tja, eben BCC, und abwechslungsreiche Blues-Rocker wie One Last Soul, Down Again, Beggarman und das famose Sista Jane, bei dem Hughes abhebt wie sonst nur einer am Mikro, waren durchaus eigenständig; und wenn ein ZEP-ähnliches Riff vorkam wie in Song Of Yesterday oder dem langen, sehr dramatischen, stimmungsvollen und abwechslungsreichen Too Late For The Sun (wundervoll mystischer Titel, erinnert alles in allem etwas an die DOORS; scharfe Soli vom Bona-Man und dem Sherinianer) dann nur als vage Erinnerung, und nicht als Hauptthema, immer und immer wieder.

Schlecht? Nervig!

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 04.06.2011

"Okay, okay! sprach da unser Metallurge Friedemann, als er meine Review zu BCC las, der Mann ist alt, hat eine Menge hinter sich und sein Gehör wurde schon vor langer Zeit eingeschliffen und verdreht! Ich denke, da kann man eine andere Sicht mal beleuchten. Denn, Oldie - das Problem ist, dass man deine Review erst versteht, wenn man die erste Scheibe gehört hat. Jetzt, nachdem ich das gemacht habe, wird manches für mich nachvollziehbarer..."

... aber trotzdem kann ich nur sagen, dass die zweite Scheibe geil geworden ist. Gefällt mir nach wie vor gut.
Die erste Scheibe hatte noch was von dem CHICKENFOOT-Charme, auf deren zweite Scheibe ich auch sehr gespannt bin. Was ich damit sagen will: es rumpelt und humpelt, kracht und knallt, hat Ecken und Kanten...
... die "2" rumpelt und pumpelt, kracht und knallt nicht mehr ganz so weil ein paar Ecken und Kanten poliert wurden. Das hat zur Folge, dass man wahrscheinlich noch mehr wahrgenommen wird und mehr Airplay bekommt. Dem wiederum folgt, dass selbst Jüngere diese Scheibe hören und staunen, was da aus den Boxen kommt. Das nennt man dann wiederum Nachwuchsförderung und damit sind die Hausaufgaben gemacht.

Sicherlich bedienen sich die vier Herren fleißig im rockmusikalischen Backkatalog, aber was ist daran verkehrt? Ich bin nicht mit ZEP aufgewachsen, finde es von daher spannend, was das Quartett da abfeuert. Ich stimme dem Vorredner völlig zu, dass die Stimme von Hughes nicht der Burner ist, dafür ist sein Bassspiel sehr songdienlich und macht richtig Laune zuzuhören. Die Gitarrensoli sind nicht langweilig, manche nur nicht besonders aufregend (Wo genau ist der Unterschied zwischen 'langweilig' und 'wenig aufregend'? Der Vorredner). Aber hey, es ist Rock'n'Roll. Die Drums donnern nach vorne und treiben die ganze Kommunität an und Derek spielt erstaunlich rock'n'rollig, wenn man bedenkt, dass er eigentlich mehr ein Frickler ist.
Eine interessante Zusammenstellung hat diese Schwarzland Kommunität da auf dieser CD. Neben ZEP finde ich noch Essenzen von PINK FLOYD, DEEP PURPLE und ein ganz klitzekleines bisschen BLACK SABBATH. Und HEEP kenne ich zu wenig, da muss und vertraue ich sowieso auf die Kenne des alten Hasen.

Mit Schmeicheleien kommt man natürlich nicht weiter! Aber immerhin - da 90% der Presse BCC feiern und auf allen Kanälen spielen und darstellen (sagte ich schon, dass ich einen Schreikrampf kriege, wenn ich Hughes noch mal so völlig bezumni irgendwo in die Kamera glotzen und posieren sehe?), ist an Friedemanns Analyse natürlich was dran. Nennen wir das also Spätergeborenen-Rock, und jeder Leser kann im Spanungsfeld zwischen diesen beiden Polen sein Heil suchen - und Geld ausgeben oder auch nicht.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 20.07.2011


 
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