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| Hell Yeah!, Frontiers Records, 2011 |
| Jaime St. James |
Vocals |
| Jef "Woop" Warner |
Guitar |
| Shawn Sonnenschein |
Guitar |
| Patrick Young |
Bass |
| Pete Holmes |
Drums |
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Länge: 49 Min 20 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Monkey | 8. So Long |
| 2. Target | 9. Trippin' |
| 3. Hail Hail | 10. Falling Down |
| 4. Fools Bleed | 11. Candy |
| 5. C'mon | 12. Hell Yeah! |
| 6. Jamie's Got The Beer | 13. World Goes Round |
| 7. Angry Drunk Son Of A Bitch | 14. A Tribute To Hawking |
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Zwischen 1984 und etwa '88 waren die einschlägigen Metal-Magazine voll mit bunten Bildern und ganz besonders gehaltvollen Storys von BLACK 'N BLUE, der Glam-Popmetal-Kapelle aus Portland, Oregon, die artgerecht sehr bald nach Los Angeles zog, um den anderen Koksbrüdern möglichst nahe zu sein. Vor allem der Vorsänger Jaime St. James hatte beinahe monatlich neue Sensationen zu verkünden und der globale Siegeszug der auftoupierten Heinis schien kaum abwendbar - der Labelriese Geffen Records muss Millionen in die jahrelange PR-Kampagne investiert haben. Einzig die Plattenkäufer zogen nicht mit, die vier LPs aus diesen Jahren strandeten samt und sonders weit jenseits der amerikanischen Top 100 und die Popularität in Europa beschränkte sich weitgehend auf schrille Medienpräsenz. Dummerweise verspielte die Band nach dem achtbaren, von Dieter Dierks produzierten Debut schon mit dem zweiten Album ("Without Love", 1985) fast jede Rock'n'Roll-Glaubwürdigkeit, die sich danach auch durch die Hinzunahme von Gene Simmons als Produzent nicht mehr wieder herstellen ließ.
Nach dem leisen Ende 1989 hörte man lange nichts mehr von BLACK 'N BLUE, seit 1997 gab es einzelne Reunion-Shows, Live-CDs und Best-Of-Zusammenstellungen, James Pond, also Jaime St. James, veröffentlichte unter dem Namen FREIGHT TRAIN JANE das gute Album "Hallucination" und ging damit sang- und klanglos unter, sang später ein paar Jahre für WARRANT, erst seit zwei, drei Jahren gibt es B'NB wieder halbwegs ernsthaft, und jetzt mit "Hell Yeah!" ein neues Album.
Neu? Mitnichten, die Songs und Aufnahmen sind etliche Jahre alt, es gab nur niemanden, der das Zeug mit angemessener Produktion und Bezahlung veröffentlichen wollte. Da auch keine Konzerte geplant sind, scheint "Hell Yeah!" letztlich nur ein weiterer Schuss ins Blaue zu sein. Hairmetal ist ja momentan in der Revival-Schleife, da dachte sich Jaime wohl, dass auch für BLACK 'N BLUE vielleicht noch $250 zu holen wären.
Das Problem von "Hell Yeah!" ist letztendlich gar nicht, dass die Nummern Jahre auf ihre Veröffentlichung gewartet haben, Glam-Metal ist für den Liebhaber des Genres eine zeitlose Angelegenheit. Das Problem sind auch nicht die Songs, die sind nämlich für die Verhältnisse des Genres und BLACK 'N BLUE im Speziellen gut bis sogar sehr gut. Und es ist auch kein Problem, dass Herr St. James mitsamt seinen Gitarristen Shawn Sonnenschein und Jeff Warner gerne so groß wie KISS wäre, schließlich hat mit Tommy Thayer immerhin ein ehemaliges Mitglied den Sprung zu den gewaltigen Vorbildern geschafft, St. James war mit Thayer nur in der Coverband COLD GIN tätig.
Das ernsthafte Problem von BLACK 'N BLUE und "Hell Yeah!" ist, dass sich auch diesmal keine alte Sau dafür interessieren wird. Es gibt eben Bands, die sich aus irgendwelchen Gründen so unmöglich gemacht haben, dass ihnen lebenslange Ignoranz als Strafe auferlegt wird, da können sie 30 Jahre später die seriöseste und beste Platte der Bandgeschichte machen, der Zug ist trotzdem abgefahren. "Hell Yeah!" ist das wohl beste Album der längst halbwegs sittsam auftretenden ehemaligen Schminkkoffer, aber es wird der alte Wahlspruch "… but who's buying?" gelten.
Klar ist, dass auch auf "Hell Yeah!" wieder KISS als Haupteinfluss zu nennen ist, dazu kommt beim heftig nach vorne gehenden C'mon die schwer nach THIN LIZZY klingende Textzeile "are you ready to rock", allerdings ohne die obligate Nachfrage "are you ready to rip it up", und bei ein paar bluesigen Teilen fühlt man sich durchaus an Kandidaten wie CINDERELLA erinnert. Insgesamt macht die Band einen relativ entspannten Eindruck, ohne aber Lala-Liedchen zu produzieren. Es rockt beinahe durchgehend, natürlich sind nicht alle Nummern Volltreffer, zwei oder drei sind sogar langweilig, aber die Ernsthaftigkeit des überwiegenden Teils der CD beeindruckt durchaus. Da hat eine gealterte 80ies-Kapelle mit zweifelhafter Reputation mit hörbarem Spaß ein amtliches Werk eingespielt. Über die Soundqualität darf man hingegen diskutieren, da klingt manches leider nach Billigstudio oder Homerecording. Beispielsweise ein Rock-Schlager wie Candy wäre anders aufgenommen ein richtiges Schmankerl und manche offensichtlich nachträglich aufgenommenen "Verziehrungen" bei den eher auf Kommerz getunten Titeln wie Fools Bleed entpuppen sich als sleazige Schmierage (endlich ist das Wort "Sleaze" untergebracht - und das gleich doppelt). Ein paar mehr Geschosse wie Monkey, C'mon, Candy, der Titelsong oder Angry Drunk Son Of A Bitch wären chic gewesen, aber auch so geht "Hell Yeah!" anstandslos durch den Geschmacks-TÜV.
Der Bayer sagt: Passt scho.
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