|
|
| Up Yours, Rocksector, 2011 |
| Charlie Forsberg |
Vocals |
| Ola Hakon Svendsen |
Guitar |
| Niko Grasaasen |
Guitar |
| Jon Øyvind Nordby |
Bass |
| Fredrik A. Olsen |
Drums |
|
Länge: 42 Min 03 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Until The Day | 7. Watch You Die |
| 2. All In All | 8. Don't Tell Me |
| 3. So What To Do | 9. So You Think |
| 4. Give It Up | 10. Faith No More |
| 5. Out Of This World | 11. Losing |
| 6. Up Yours |
 |
Neue Band - das führt bei den Marketingleuten unweigerlich dazu, dass die wildesten Vergleiche gezogen werden - oder auch bei 'wohlmeinenden' Kritikern. Der hier ist so schön wie blöd wie einfach unzutreffend: "(Charlie's) mission, (which is) 'to match the achievements of LED ZEPPELIN and AC/DC or die trying' doesn't sound half so ridiculous after you've heard her debut album". Hilft einer jungen Band auch einfach nicht weiter, und so wenden wir uns dem zu, was die Ohren einem erzählen.
Wir lernen vom Marketingzettel gerade noch, dass Charlie eine Frau ist, und dass sie aus Norwegen kommt, ihre erste CD selbst vertrieben hat und nun ihre zweite am Start hat.
Und die rockt gut, ist auch gut und druckvoll produziert, und somit schon mal des Anhörens wert. Charlie hat nicht die definitive Shouter Stimme oder gar ein Vocal extraodinaire wir ONE SOUL THRUST's Salem Jones. Eher ist sie für den Hard Rock einfach ein wenig zu glatt und einfach zu 'Pop' - aber singen kann sie, und man muss ja nicht jedes Mal die nächste Janis Joplin aus dem Hut zaubern.
Die Band rockt wirklich ordentlich, und die Vergleiche mit Joan Jett's Band, die da gezogen werden, die stimmen tatsächlich. Klassischer Hard Rock, abwechslungsreich gespielt, mit genügend Ecken und Kanten, um es laut hören zu wollen, und auf den Solopfaden machen die Gitarrenkrieger eine gute Figur. Allerdings lässt man sie nicht wirklich von der Leine - das ist alles sehr 'rund' und darauf abgestimmt, auch den normalerweise am Pop Radio sitzenden Hörer nicht zu verschrecken. Sagte ich schon das mit Charlies Stimme? Aber gemach: deshalb ist die CD nicht gleich schlecht - die Jungs rocken wirklich, und in den Bridge Parts gibt es abwechslungsreiche Riffkonstruktionen und man erfreut sich am Einfallsreichtum (etwa in Give It Up). Das an "Sticky Fingers" erinnernde CD Cover ist nicht völlig ohne jegliche Legitimation gewählt..
All In All ist dann auch etwa ein solcher Rocker, der mit einem Riff aufwartet das jeder Hard Rock Fan so oder ähnlich schon mal gehört hat und deshalb auch goutieren wird. Die CD bringt nichts Neues, aber solides Handwerk, und man kann sie sich jederzeit zu Gemüte führen. Ich hätte den Boys jeweils noch etwas mehr Zeit gegeben, ihre Riffs und Mittelteile mehr auszufeilen und zu füllen und etwas weniger auf Charlies Performance gesetzt - aber das ist Geschmackssache. Die Frage ist - wie klingt das Live, und wie wird die nächste CD? Bislang habe ich doch noch Probleme, Charlie zu glauben wenn sie "I'm gonna cut you down to size" oder "Watch you die" singt - so böse kommt sie nicht rüber, so bad ist ihre attitude nicht wirklich, glaube ich. So hinterläßt das etwas den Eindruck von einer 'Masche'. Findet der Frau mal die richtige Nische, wo Texte, Stimme und Haltung übereinstimmen, und dann kann das wirklich richtig gut werden. Aber wer weiß - vielleicht tue ich Karlchen auch Unrecht?
Die Band für den verdienten großen Erfolg hat sie schon, und die Songs auch. Hard Rockers, empfehlenswert!
|