|
|
| Disobey, Independent, 2011 |
| Joe Cairney |
Bass |
| Jim Johnston |
Keyboards, Guitars, Backing Vocals |
| Bruce Levick |
Drums |
| Mark Spalding |
Guitars, Bass, Backing Vocals |
| Gast: |
|
| Hew Montgomery |
Bass on The Student Prince Part 1 - When Will I See you Again? |
| Produziert von: Jim Johnston |
Länge: 68 Min 38 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Disobey | 7. Ailsa's Lullaby |
| 2. Jekyll | 8. Joke |
| 3. Prelude, Riff, Fugue | 9. The Student Prince Part 1 - When Will I See you Again? |
| 4. Carousel | 10. The Student Prince Part 2 - And So To Bed |
| 5. American Rodeo | 11. The Student Prince Part 3 - Foolcircle |
| 6. Could Have Been Yesterday | 12. The Student Prince Part 4 - Green Light Coda |
 |
Warum sich die Schotten nach Shakespeare's erster Komödie COMEDY OF ERRORS (Komödie der Irrungen) genannt haben, kann ich nicht sagen, nach (Ver)-Irrungen muss man zumindest suchen (weiteres dazu teilt uns Wikipedia mit). Es sei denn, man macht vor Minute 1:35 den Player aus. Denn bis dahin klingt "Disobey" falsch, was daran liegt, dass die ersten Takte dieses Debüts (oder ist es ein Comeback-Album, wenn das erste Album (und Einzige) aus 1988 stammt?) rückwärts laufen. Das sorgt für Kopfschmerzen unterm Kopfhörer, hat man diesen Anfang aber ausgehalten, wird man mit feinster, leicht verschrobener Rockmusik, die durchaus im progressiven Bereich anzusiedeln ist, belohnt.
COMEDY OF ERRORS hat die Unterbrechung scheinbar gut getan, denn was hier an Ideenreichtum, Tempowechsel, Breaks, Riffs und Melodien verbraten wird, ist schon aller Ehren wert. Vergleiche? Querverweise? Keine Ahnung! Sie selbst bezeichnen ihre Musik als Neu- aber nicht Neoprog, bisweilen futuristisch, aber mit einem Blick zurück zum klassischen Prog, episch, atemberaubend, mit Streiflichtern alter Harmonien (oder wie soll man "flashes of renaissance style harmony" übersetzen?) - PINK FLOYD treffen MUSE in der Halle von GENTLE GIANT oder in anderen Worten: "COMEDY OF ERRORS are a bit different." Das hört sich nach ganz dicker Hose an und stimmt auch nicht so ganz. Denn die drei genannten Bands muss man schon suchen. Das hymnische von PINK FLOYD geht ein wenig in den Gitarrenwänden unter, die aber nicht so brachial aus den Boxen knallen, wie es MUSE beherrschen, hingegen ich GENTLE GIANT komplett vermisse. Weder der typische Satzgesang noch die Harmonieverwebungen kann ich entdecken. Hätten BARCLAY JAMES HARVEST mal richtig Gas gegeben, sie hätten annähernd so klingen können wie COE.
Statt dessen rockt und rumst es, werden Strophen an Strophen gesetzt ohne von einem Refrain unterbrochen zu werden, wechseln sich solistische Parts mit flächendeckenden Harmoniegewittern ab, werden Nackenmuskeln in Bewegung gesetzt, nur um im nächsten Augenblick wieder zur Ruhe zu kommen. Gitarrenriffs peitschen durch die Keyboardwände, später solieren beide Instrumente miteinander, wechseln sich ruhige Passagen mit krachend explodierenden Parts ab. Das Ganze ist nicht nervend, sondern mitunter spannend, weil man wartet, wie es nach der nächsten Passage weitergeht. Abgefahren oder schnell ist dabei gar nichts (Fanatiker der Schnellfrickelfraktion werden hier nicht fündig), es ist einfach insgesamt gut und interessant gemacht.
Ich für meinen Teil hebe beide Daumen nach oben und bin gespannt, wann sich diese Gruppe musizierender Kreativlinge zum nächsten Mal meldet. 2034 vielleicht? Dann wären wieder 23 Jahre rum …
|