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Butterfly

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Butterfly
Butterfly, G-Records/Intergroove, 2010 (2008)
Coshiva Vocals, Fender Rhodes, Piano, Glockenspiel, Acoustic Guitar, Wurlitzer, Backing Vocals
Fredrik Bobr Drums, Percussion, Backing Vocals
Manuel Brunner Double Bass, Backing Vocals
Christoph Burgstaller Percussions, Hammond, Electric & Acoustic Guitar, Accordion, Hohner D6, Fender Rhodes, Piano
Noemi Backing Vocals
Christoph Stock Acoustic Guitar, Backing Vocals
Gäste:
Karolin Alliger Cello
Sebastian Grandits, Anna Kinschel Violin
Angela Nassali Viola
Silvio Canazel Tambourin
Thomas Franz-Riegler Percussion
Roland Krebs Bass
Letizia Plankensteiner Backing Vocals
Produziert von: Coshiva Länge: 49 Min 49 Sek Medium: CD
1. Black Red Or Green (Summer Version)8. Tricky Tricks
2. Who Is Who9. A Girl Like Me
3. Presence Of Vienna10. Black Red Or Green (Piano Version)
4. Butterfly11. Mississippi Queen
5. These Leaves12. I Tell You
6. Got My Groove13. These Leaves (live)
7. No No No14. Butterfly (Telemark Remix)

Sit down and relax. Jetzt wird entschleunigt! Aus Österreich wir uns eine kunterbunte Pop-Platte völlig ohne Doublebass-Gewitter, verzerrten E-Gitarren, Growls und Screams serviert. Im Gegenteil: auf "Butterfly" werden mit Besen gespielte Drums, akustische Gitarren und der Kontrabass serviert. Das Ganze wird untermalt von Klaviertönen, ab und an einer Hammondorgel, hier und da Fender Rhodes Einwürfen, manchmal fühlt man sich sogar in die guten alten "Bontempi-Zeiten" zurückversetzt und über allem schwebt die Stimme von COSHIVA.

In wundervollen Popperlen verwöhnt sie das Ohr für knappe 50 Minuten und entführt in ihre Gedankenwelt. Und die beginnt traurig-zart-spanisch-klingend mit Black Red Or Green, das überraschend in ein Salsa-Tempo wechselt um zu einer locker-flockigen Midtempo-Nummer zu erwachen. Könnte so auch von Sting auf seinem "Ten Summoner's Tales"-Album gestanden haben, wurde aber für den österreichischen Film "Spiele Leben" komponiert.
Bei dem folgenden Who Is Who dürfen durchaus zarte Vergleiche mit uns Lena gezogen werden. Überhaupt, "zart": die ganze CD schreit förmlich danach, mit vorsichtigen Händen bedient zu werden. Zerbrechlich und schön klingen die Songs und die Stimme von Coshiva. Presence Of Vienna scheint ihre Hymne an Wien zu sein, vielleicht entstanden nach ihrem Auftritt auf dem Donauinselfest 2006. Im Verlauf der Scheibe merkt man, dass die ganzen Arrangements auf das Wesentliche gekürzt wurden. Zum Wohle der Songs. Rumpeln und krachen tut's nicht, schön ist's trotzdem.
Weiter geht's mit Butterfly. Die Vergleiche zu Lena werden größer, wobei sich unser Mädsche von der österreichischen Sängerin eine ganze Scheibe abschneiden darf, was Umsetzung von Ideen und Abwechslungsreichtum angeht. Butterfly groovt zumindest trotz spärlicher Instrumentierung ganz ordentlich und ist somit ganz zu Recht für einige Zeit in den Hörercharts von Ö3, Fm4 und anderen Radiosendern. These Leaves, ebenfalls für einen Film geschrieben ("Grenzgänger"), würde eine Norah Jones wahrscheinlich gerne auf ihrem nächsten Album veröffentlichen wollen. Ich weiß nicht, welche Vorbilder Coshiva für sich beansprucht, aber Mrs. Jones gehört ganz sicher dazu. Mit Got My Groove folgt eine dermaßen unverschämt groovende Nummer, dass man sich die sympathische Salzburgerin am liebsten direkt zum Tanzen auf den Dancefloor holen möchte.
No No No ist die dritte Singleauskopplung und würde mit seinem swingenden Jazzfeeling in jeder verrauchten Gangsterbar der 50er Jahre wahrscheinlich rauf- und runtergespielt werden müssen. Mit Tricky Tricks folgt das erste und einzige Lied, das nicht aus ihrer Feder stammt. Das Original ist mir leider gänzlich unbekannt, aber es reichen ein Piano, ein bisschen Percussion und wundervolle Stimmarrangements um diese Nummer zu einer richtig guten zu machen.
Wer bei A Girl Like Me nicht anfängt mitzuschnippen, ist entweder Rhythmusresistent oder kann mit Suzanne Vega gar nichts anfangen, und wer bei Mississippi Queen einen dreckigen Blues erwartet, wird leider enttäuscht aber mit einer sehr smouthig-souligen Nummer verwöhnt. Erstaunlich zu sehen, wie die studierte MultiMediaArt-Fachfrau scheinbar mühelos zwischen leichtfüßigem internationalen Pop und jazzig angehauchten Soul-Folk-Nummern wechselt.
I Tell You ist - wie scheinbar alle spartanisch eingespielten Songs dieser Scheibe - eine reine Verbeugung vor Norah Jones, Alanis Morissette und weiteren Frauen dieses Genres.
Als Zugabe gibt es auf der deutschen Veröffentlichung noch eine Pianoversion von Black Red Or Green (die nicht ganz so überzeugen kann), These Leaves in einer nur vom Piano begleiteten Liveversion und zum Abschluss noch eine Remix-Version der Single Butterfly.

Insgesamt ein absolut leichtfüßiges Album, das mit jedem Hördurchgang an Tiefgang gewinnt und kaum Schwächen aufweist. (Und ich habe es geschafft, den doofen Satz "Die einzige Shiva, die ich kenne, ist Cosma Shiva" nicht zu bringen!)

Coshiva

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 12.11.2010


 
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