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| Numerology, Cerillius Records, 2010 |
| Michael J. Butzen |
Electric & Acoustic Guitar, Mandolin |
| Thomas Ford |
Drums, Percussion |
| Jeffrey Schuelke |
Keyboards & Piano |
| Gäste: |
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| Chad Burkholz |
Bass (Missing Time) |
| Elizabeth Grimm |
Violin |
| Chris Kringel |
Bass |
| Produziert von: Fibonacci Sequence & Chris Kringel |
Länge: 67 Min 34 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Commencement | 6. Illuminati |
| 2. Neap Tide | 7. Work In Progress |
| 3. Primrose Path | 8.Missing Time |
| 4. Dawn | 9. Faunus |
| 5. Catlord | 10. Jo |
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Diese Scheibe macht schon Spaß bevor überhaupt ein Ton gespielt ist! Dieses Kratzen, wenn der Tonarm sanft ins Vinyl einsteigt, das kennen doch alle, die nach 1990 geboren sind kaum noch. Aber hier handelt es sich nicht um eine Schallplatte, sondern um eine CD und die fängt herrlich nostalgisch an und hört auch genauso auf. Und zwischendrin?
[Davon abgesehen ist der Effekt mit dem LP-Kratzen so unfassbar innovativ und neuartig, dass man es kaum aushalten kann; Red.]
'Fibonacci Sequence' ist der englische Ausdruck für die Fibonacci-Folge, die besagt, dass die nachfolgende Zahl die Summe der beiden vorhergehenden ist. Das hat was mit Mathe zu tun und wird im normalsterblichen Leben nicht benötigt. Entdeckt hat's ein Rechenmeister aus Pisa (!) und damit 1202 das Wachstum einer Kaninchenpopulation berechnet. Heutzutage kann man damit rausfinden, dass gewisse Blumen ein gewisses entsprechendes Leben entwickeln - oder halt seine Band danach benennen.
Das haben die Herren aus Milwaukee getan und weil's so schön ist auch gleich das erste Album aufgenommen. Ich habe keine Ahnung, wie alt die Mannen an den Instrumenten sind, aber allesamt haben sie's drauf. Michael J. Butzen möchte ich dabei mal als den Kreativkopf der Band nennen, er hat sämtliche Songs (bis auf Illuminati und Missing Time) im Alleingang geschrieben. Herausgekommen ist dabei ein Album, das auf höchstem Niveau durch die Sphären des Progressivrocks wandert.
Das Schöne an dem Silberling ist die Tatsache, dass der Bandname und seine Bedeutung bei weitem das Komplizierteste sind, was FS ausmacht. Sicherlich wird hier keine Schlagermusik aufgetischt, aber der progressive Anteil der Songs wird so klein gehalten, dass man selbst als nicht großartiger Kenner von Sequenzen, Synkopen, Breaks, Takten, … von der Musik gefangen wird. Musikalisch wechseln sich im zweiten Track schon Parts des Prog Rock Marke ENCHANT/RUSH mit rockigen Einsprengseln im ruhigen Bereich aus alten BAP-Tagen ab (verzeiht mir den Vergleich, aber ich muss genau an das Lied jedesmal denken, wenn ich die Gitarre höre). Primrose Path hätte in der Art und Weise genauso von RUSH kommen können. Leichte Querverweise zu YYZ sind eindeutig nicht von der Hand zu weisen. Es rockt und rumpelt und irgendwann löst sich das ganze Gebilde in einem schwebenden Song auf.
Beim folgenden Dawn passiert über eine Minute lang nicht viel, aber das was passiert ist spannend gehalten. Keyboardsounds, Vogelgezwitscher, leichte Pianopassagen – dann setzt die Gitarre zu einem traumhaft schönen Melodieverlauf ein. Catlord legt dann wieder den Gashebel um und haut ungewohnt thrashige Gitarrensounds auf die Ohren. Es folgt ein 9-minütiges Lied aus dem Lehrbuch des Songaufbaus und der Harmonielehre. Doublebass im Hintergrund, die spärlich eingesetzt wird und deshalb kaum auffällt. Illuminati ist eine kurze Zwischensequenz, bevor es mit Work In Progress akustisch weitergeht. Leicht spanische Einflüsse lassen sich ausfindig machen. Missing Time läutet im wahrsten Sinne mit Big Ben den drittletzten Song ein. Der Song baut auf einem sekundentaktschlagenden Pendel auf. Allerdings läuft es etwas schneller als eine Sekunde. Das wäre noch ein cooler Nebeneffekt geworden. Stilistisch mischen die Amerikaner hier geschickt RUSH mit DREAM THEATER um zum Ende hin ziemlich abgedreht zu agieren. Danach kommt das Songmonster überhaupt: Mit etwas mehr als 11 Minuten erhält man ein weiteres Lehrstück aus der Progressivschule, named Faunus. Schnelle Parts, supertrampsche Bassläufe, kreischende Gitarren, treibende Bass- und Drumparts, ruhig-melancholische Momente – liebes Proggerherz, was willst du mehr? Und zum Schluss wird man nicht mit leichter Kost entlassen, denn Jo mischt gekonnt Jazz mit Rock mit Metal und die letzten 12 Sekunden gehören der Plattennadel.
Danach drückt man unweigerlich den Repeatknopf und fragt sich, was die da eigentlich singen, bis man feststellt, dass es bei FS überhaupt keinen Sänger gibt. Diese Musik ist aber so geschickt gestrickt, dass es überhaupt nicht auffällt, eine Stimme gar nicht vermisst, eher wahrscheinlich als störend empfunden würde.
Von daher sollten das alle Freunde anspruchsvoller Kost antesten, auch wenn man nicht auf instrumentale Musik steht. FIBONACCI SEQUENCE ist etwas gelungen, was erstaunlich wenigen Musikern gelingt: interessant und spannend zu klingen, ohne zu sehr die Egos in den Vordergrund zu schieben.
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