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| Liverpool – 2nd Special Edition, ZTT Records, 2011 |
| Peter Gill |
Drums |
| Holly Johnson |
Vocals |
| Brian Nash |
Guitars |
| Mark O'Toole |
Bass |
| Paul Rutherford |
Vocals |
| Gäste: |
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| Betsy Cooke |
Backing Vocals |
| Stephen Lipson |
Keyboards, Guitars |
| Richard Niles |
Brass & String Arrangements |
| Andy Richards |
Keyboards |
| Peter Vetesse |
Keyboards |
Produziert von: Stephen Lipson, Trevor Horn |
Länge: CD 1: 74 Min 05 Sek CD 2: 73 Min 49 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: |
| 1. Warriors Of The Wasteland | 9. The Waves |
| 2. Rage Hard | 10. "Pamela" |
| 3. Kill The Pain | 11. Pocket Vibrator (Monitor Mix/Sarm Sessions) |
| 4. Maximum Joy | 12. Suffragette City |
| 5. Watching The Wildlife | 13. Roadhouse Blues |
| 6. Lunar Bay | 14. (I Can't Get No) Satisfaction (Monitor Mix/Sarm Sessions/Voiceless) |
| 7. For Heaven's Sake | 15. (Don't Lose What's Left) Of Your Little Mind |
| 8. Is Anybody Out There? | 16. Rage Hard (Voiceless) |
| CD 2: |
| 1. Rage Hard (Montreux Mix) | 6. Wildife Cassetted (feat. Orchestra Wildlife, Watching The Wildife (hotter), The Waves, Bit 1, Bit2 And The Frankie Condom Mix (For A Wilder Time)) |
| 2. Warriors Of The Wasteland (Montreux Mix) | 7. Our Silver Turns To Gold (Monitor Mix/Ibiza Sessions) |
| 3. Warriors Cassetted (feat. Highlights From Both The 7" & 12" Single, The Twelve Wild Disciples Mix And A Phenomenon Of Megabytes) | 8. Delirious (Monitor Mix/Ibiza Sessions) |
| 4. Drum Loop (Monitor Mix/Wisseloord Sessions) | 9. "Stan" |
| 5. F… Off (Monitor Mix/Wisseloord Sessions) | 10. For Heaven's Sake (Monitor Mix/Wisseloord Sessions) |
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Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich habe den Eindruck, dass wir Deutschen gerne zurückschauen. Dazu nimmt man natürlich Jahre, die sich irgendwie für ein Jubiläum vereinnahmen lassen und schon geht's los. In unserer deutschen Geschichte findet man dazu genügend Gelegenheiten in Form der beiden Weltkriege, Friedensschließungen, Mauerbau, Mauerfall, erste 5 unserer Kanzlerin auf dem Zeugnis, autofreie Sonntage, erstes Brötchen aus kultiviert-ökologischem Roggen-Freilandanbau… - die Liste ließe sich endlos fortsetzen, Hauptsache, es gibt was zu feiern.
Dann schließen wir uns diesem Reigen mal an und schauen 25 Jahre zurück in die Vergangenheit: Die DISCOVERY hatte mit ihrem Startdesaster der NASA einen empfindlichen Dämpfer gegeben, da wirkte es nahezu uninteressant, das kurz vorher die Raumsonde VOYAGER 2 tolle Aufnahmen im Vorbeiflug vom Uranus liefert und man sich an dessen Ringen und Monden erfreuen kann. Ende des Jahres verseuchen unsere lieben Eidgenossen unseren schönen Rhein mit Löschwasser, welches beim Großbrand im Chemiekonzern SANDOZ in unseren guten alten Gevatter geleitet wird. Die Fische danken es mit synchronem "Bauch-oben"-Schwimmen.
Aber es gibt ja auch noch anderes zu vermelden. Silvio "Bunga-Bunga" Berlusconi erwirbt die Aktienmehrheit beim AC Mailand und wird dessen Präsident, Argentinien gewinnt leider das WM-Finale gegen uns Deutsche und Reinhold Messner hat alle Achttausender erklettert, die Folgen sind bekannt.
Aber wir sind hier ja kein Nachrichtenmagazin, sondern ein Musikmagazin und von daher: was gab's denn da zu vermelden? "Das Phantom der Oper" erfährt seine Welturaufführung als Musical, Jean Michel Jarre spielt sich mit seinem Konzert vor ca. 1,3 Millionen Menschen in Houston in das Guiness-Buch der Rekorde, Lady Gaga erblickt als Stefani Joanne Angelina Germanotta das Licht der Welt und in den Charts tummeln sich im Laufe des Jahres auf den ersten Plätzen Songs wie Nikita (Elton John), Jeanny I + II (Falco), In The Army Now (STATUS QUO) oder The Final Countdown (EUROPE). Die BANGLES erleben mit ihrem ägyptischen Gehstil einen Höhenflug und der Schreiber dieser Zeilen seine ersten Schritte in Sachen Liebe.
Nicht ganz unschuldig daran war eine Band aus dem Königreich, genauer gesagt aus Liverpool und damit sind nicht die BEATLES gemeint. Vielmehr waren es fünf Musiker, die bereits zwei Jahre vorher mit ihrem Album "Welcome To The Pleasuredome" und der Übersingle Relax auf sich aufmerksam gemacht hatten: FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD. Der Punk war Geschichte, Hair- und Posermetal begannen sich auf die Straße zu wagen und die Discowelle wollte einfach nicht aufhören. Mitten in diese Zeit stellten FGTH ihr zweites Album "Liverpool", schlicht nach ihrer Heimatstadt benannt. Das ist in diesem Jahr genau 25 Jahre her, hat erstaunlicherweise nichts von seiner Faszination verloren und muss deswegen gefeiert werden. Waren auf dem Vorgängeralbum "Welcome To The Pleasuredom" mit den Singleauskopplungen "Relax" und später dem Titeltrack noch schwülstig, schweißtreibende Discogroover zu finden, konnte "Two Tribes" schon andeuten, zu was FGTH noch in der Lage sein würden: zu einer Verkopplung ihres keyboardlastigen Sounds mit E-Gitarren. Konsequent wurde dieser Weg auf "Liverpool" weiterverfolgt, immerhin bescherte Two Tribes gemeinsam mit Relax dem Quintett die einzigen Nummer 1-Hits der Band. Schon die folgenden beiden Singleauskopplungen konnten diesen Platz nicht mehr überall erobern. Rage Hard schaffte es zumindest bei uns in Deutschland wieder auf die Poolposition und bereitete dem nachfolgenden Album den Weg. Meiner Meinung nach gehört es in jede gut sortierte CD-Sammlung. Das Eröffnungsduo Warriors Of The Wasteland und eben Rage Hard sorgen für den "harten" Faktor, danach wird es etwas poppiger aber nicht schlechter und mit Is Anybody Out There? endet "Liverpool" mit einer traurig-schönen Balladen. Eigentlich unverständlich, dass diese Schallplatte damals nicht viel mehr Beachtung gefunden hat.
Zum 25. Jubiläum dieses Albums hat man im bandeigenen Label ZTT wiedermal in den Archiven gewühlt und eine prallgefüllte Doppel-CD zusammengestellt. Für Nostalgiker und Sammler der Band absolut lohnenswert, für musikalische Spurenforscher eine Pflichtscheibe. Hier wurden die Wurzeln gelegt für so manche Band, die sich heute hartrockende Töne gepaart mit elektronischen Spielereien auf die Fahnen geschrieben hat. Soundtechnisch gibt's nix zu meckern, da wurde noch einiges aus dem alten Material herausgeholt. Ob man nun wirklich jeden Mix braucht sei mal dahingestellt, bekannt dürfte aber den älteren Lesern unserer Zeilen sein, dass FGTH schon immer richtig gute Maxiversionen und Alternativmixe ihrer Songs produzierten. Von daher darf man sich hier auf den ein oder anderen interessanten Mix freuen (Warriors und Watching The Wildlife in 20 bzw. 24 Minuten-Versionen). (Nicht ganz so gut sind meiner Meinung nach die Coverversionen von Bowies Suffragette City (wobei das noch geht) und Roadhouse Blues geworden. Satisfaction von den STONES forciert gar zum Rohrkrepierer. Das klingt einfach nur langweilig und uninspiriert.) Dazu gibt es noch ein fettes Booklet und eine nette Digipackaufmachung, value for money - sowas kann sich sehen lassen.
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