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| One Ticket To Paradise, Tanzan Music / Fastball Music, 2010 |
| Paolo Botteschi |
Drums, Background Vocals |
| Steve Lozzi |
Bass |
| Mario Percudani |
Guitar, Lead & Background Vocals |
| Josh Zighetti |
Lead & Background Vocals |
| Gäste: |
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| Stefano Bertoglio |
Percussion |
| Barbara Boffelli, Graziano DeMurtas, Brad Mormino, Elisa Paganelli, Luke Paterniti |
Background Vocals |
| Alessandro Del Vecchio |
Keyboards, Background Vocals |
| Nicolo Fragile |
Keyboards |
| Paolo Negri |
Hammond |
| Marco Tansini |
Keyboards, Guitar |
| Produziert von: Mario Percudani & Hungryheart |
Länge: 56 Min 26 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Stand Up | 7. Love Is The Right Way |
| 2. One Ticket To Paradise | 8. Let's Keep On Tryin' |
| 3. Let Somebody Love You | 9. Just a Little Closer |
| 4. Boulevard Of Love | 10. Get Lost |
| 5. A Million Miles Away | 11. Man In The Mirror |
| 6. Angela | 12. You Won't Be Alone |
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Ich habe von einem erfahrenen Redakteur mal erfahren, dass man bei einen Artikel niemals mit der Tür direkt ins Haus fallen lassen soll. Ein Artikel soll den Leser gefangenen nehmen, ihn fesseln, neugierig machen, bis zum Ende sollen seine Augen durch die Zeilen fliegen. Das ist die hohe Kunst des Schreibens. Ganz ehrlich? Das wird mir mit diesem Artikel nicht gelingen. Die hohe Kunst des Schreibens kann ich hierbei einfach nicht herstellen, weshalb man trotzdem bis zum Ende lesen sollte!
Warum ich mich hier nicht an die redaktionelle Kunst halten kann? Nun, wenn ich nicht in meinem tiefsten Herzen ein Faible für Rockmucke aus den späten 80er, frühen 90er Jahren hätte, ich würde die Scheibe des italienischen Quartetts in Stücke filetiert der allesfressenden Orakel-Krake in Oberhausen zum Fraß vorwerfen. Ich würde ein italienisches und ein deutsches Glas in des Kraken Territorium stellen und die Schnipsel von "One Ticket To Paradise" in das italienische Glas legen. Orakel-Paul würde ohne Umschweife in das deutsche Glas eintauchen und sich dort die Leckereien hervorholen und damit den Italienern den Heimweg ans Herz legen. Aber - das große ABER - in einer der hintersten Ecke meines Herzens (die ist auch gar nicht so klein!) habe ich echt Vorliebe für diese Art von Musik. Immer wieder macht sich diese Ecke bemerkbar und veranlasst mich, mal wieder die alten Sachen von EUROPE oder BON JOVI (zu der Zeit waren die letztgenannten ja auch noch richtig gut) in den Player zu schieben und dann meine nicht vorhandene Langhaarfrisur zur Luftgitarre kräftig durchzuschütteln. Ja, diese Zeiten gibt es wirklich. Sollte ich mal die Schnauze voll haben von den genannten Bands, dann werfe ich eben eine Runde HUNGRYHEART ein. Das Schöne an der Sache ist, ich muss mich nicht mal großartig umstellen. Diese Scheibe ist ein großartiges Werk, um damit einen Quizabend mit Freunden abzuhalten. Hauptfrage: von wem stammt in welchem Lied aus welchem Lied welches Riff, welcher Melodiebogen, welches Gitarrensolo, welcher Sound, welcher Songtitel, … - man darf die Fragen nach Belieben erweitern.
Als ich "One Ticket To Paradise" das erste Mal gehört habe, dachte ich: "Verflixte Axt, das klingt aber tierisch nach MAD MAX!" Heute habe ich mir den von der Promotionfirma beigefügten Beipackzettel durchgelesen und was darf ich sehen: "… das Mastering von Michael Voss (MAD MAX) …". Das klingt an allen Ecken und Enden durch! Die Chöre, die Songaufbauten, selbst der Sänger klingt wie eine kleine Ausgabe von Vossi. Weiter geht's: Das Cover hat die christliche Band CHARIZMA in den 90er Jahren schon gehabt. Allerdings war auf "Continued" das Schild in Gelb gehalten und die Wolken auf der anderen Seite des Schilds. Dann die Songtitel: Angela - gab's von Richard Marx schon, war allerdings um Ecken schnulziger als diese Angela hier. Scheint wohl eher für unsere Kanzlerin gedacht zu sein: spannend am Start und dann wie schon tausend Mal gehört - in diesem Fall klingt das Riff wie einen Mischung aus TOTO, STRYPER und BON JOVI. A Million Miles Away kennt man von Rory Gallagher, der seine Meilen allerdings tief bluesgetränkt zelebrierte, damals. Okay, dann nehmen wir halt Miles Away von WINGER- aber an den Song kommen HUNGRYHEART nicht ran. Das klingt vom Schlagzeug eher wie Ken Tamplin auf der TAMPLIN-CD von 1994, kann allerdings auch mit dem sympathischen Amerikaner nicht mithalten. Eher klingt's wie STREET LEGAL meets Richard Marx - bis zum Refrain, dann klingt's wie Weichspüler auf der Tischdecke: stört nicht, riecht aber gut. Man In The Mirror … - dazu fehlen mir echt die Worte! Was habt ihr aus dem Lied gemacht? Ich hoffe nicht, dass Michael Jackson das irgendwo auf seiner Popwolke hört, der kommt wieder und bringt seine ganzen Kumpels aus dem "Thriller"-Video gleich mit um Euch abzuholen. Es gibt viele Coverversionen von MJ-Songs, das ist mit Abstand eine der schlechtesten die ich jemals gehört habe.
Kommen wir in die Abteilung: von wem nehmen wir was! Stand Up und Get Lost haben ihren Anfang in STRYPER-Songs. Einsteigende Chöre und dann die Gitarrenriffs. Aber das Original klang und klingt besser. One Ticket To Paradise könnte ein Rest der letzten MAD MAX-Scheibe sein. Let Somebody Love You wäre ein guter Balladenanwärter auf "Mane Attraction" von WHITE LION gewesen. You Won't Be Alone zum Schluss liebäugelt mit GOTTHARD, EUROPE, George Michael und der nächsten Merci-Schokoladen-Werbung.
So könnte ich weiter und weiter schreiben, aber ich will es mal dabei belassen. Damit man mich hier nicht falsch versteht (was man aber wahrscheinlich schon getan hat!): ich mag das Album! Es wird zwar keinen Platz in meiner persönlichen Top 50-Bestenliste bekommen, aber ab und an wird es seine Runden drehen. Es ist - wie man aus dem Geschriebenen ersehen kann - ziemlich viel, ziemlich gut abgekupfert. Zur Eigenständigkeit oder zum gewissen Etwas, was das Album aus der Masse herausstechen lässt (wie es der Beilagenzettel verspricht) fehlt allerdings noch eine ganze Menge. Somit verschwindet's dann wohl eher in der Belanglosigkeit.
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