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| Private Sessions, Rapid Fire Entertainment, 2012 |
| Joe Migs |
Drums |
| Chris Sammons |
Bass, Screams |
| Jeff Westlake |
Guitar |
| Julie Westlake |
Vocals |
| Produziert von: Rev. Davo Chandler |
Länge: 45 Min 04 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Something To Say | 7. Don'tcha Walk Away |
| 2. Forbidden Kind | 8. Roseline's Song |
| 3. Scream | 9. Feeling |
| 4. I Don't Know How | 10. Un Monde Perdu |
| 5. Heated Nights | 11. It Doesn't Matter |
| 6. Creeper | 12. Alone |
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Seit 2004 existieren HYDROGYN und der Knöpfchendreher Michael Wagner, der auch schon Ozzy, SKID ROW oder ALICE COOPER den letzten Soundschliff gab, behauptete seinerzeit: "HYDROGYN is going to be big, very big …" Umso erstaunlicher, dass man trotz umfangreicher Touraktivitäten (in Europa war man z. B. mit FREEDOM CALL unterwegs) den großen Durchbruch scheinbar noch nicht geschafft hat. Nun bittet uns die Band mit ihrem 7. Oeuvre (!) - inkl. einer Art "Best Of" - zur privaten Audienz. Und auch wenn diese nur voyeuristisch durch das Schlüsselloch gewährt wird, wagen wir einen Blick.
Doch bevor wir diesen starten, schauen wir nochmal auf den Einladungszettel der Musikindustrie, da steht, dass Jeff Westlake und Jeff Boggs bei der Gründung dieser Band eine unwiderstehlich Tour de Force durch den modernen Heavy Rock starten wollten, wie man sie vorher noch nie gehört hat, eine Gruppe designed (!) um die Grenzen zwischen "musical and industry" zu zerstören. Als Ergebnis möchte man eine Formel präsentieren, die vom Alternative Rock über Modern Rock bis hin zum zeitlosen Metal alles erobert. Uups! Da kriegt man es ja beinahe schon mit der Angst zu tun. Ich interpretiere kurz: HYDROGYN wurde designed um die Musikwelt zu revolutionieren?!?
Ladies and Gentlemen: Ich starte nun meinen MP3-Player (als CD liegt uns "Private Sessions" leider nicht vor, würde bei dieser Ankündigung wahrscheinlich eh vor lauter Kraftstrotzerei aus dem Player katapultiert) und bin gespannt, wie dick die Hose wirklich ist, auf die hier gemacht wird. Was passiert in den nächsten 45 Minuten, wenn die "stunning front lady with a multioctave range" und der Rest der Band den Angriff auf die Gehörgänge starten.
Something To Say startet mit einem Hardrockriff à la MAD MAX, Julie Westlake erhebt ihre tatsächlich kräftige Stimme, ein kurzes, knackiges Gitarrensolo fädelt sich in den Song und dann ist er auch schon vorbei. Forbidden Kind startet wie von RED geschrieben, mit Beginn der Stimme könnte man meinen die frommen Industrialrocker hätten sich Dawn Michele von FIREFLIGHT hinter das Mikrofon gestellt. Gute Sache, dieser Song, groovt, rockt, hat einen kleinen, zarten Break in der Mitte. Scream beginnt ähnlich und baut sich zu einem Midtemporiffer mit Ohrwurmqualitäten auf. Samples, Gitarrensounds im Hintergrund gestalten die kurze Bridge interessant. Allerdings vermisse ich die vom Titel her zu vermutende Explosion der Stimme. Weiter geht's mit I Don't Know How, der eher Richtung Pop abdriftet, was jetzt aber nicht böse gemeint ist, denn der Song hat trotzdem einen unwiderstehlichen Charme und zum Ende hin ein Gitarrensolo was keinem weh tut. Klingt ein bisschen wie Madonna als Rockerin und schreit förmlich nach Airplay. Heated Nights entwickelt sich nach Madonnaschem Frozen-light Einstieg zu einem weiteren Stampfer mit schöner Melodieführung, minimalem Gitarrensolo im hinteren Drittel und einer Stimme, die irgendwo zwischen der italienischen Popdiva und unserer Metal-Doro liegt. Creeper legt dann endlich mal wieder Kohlen ins Feuer, das Tempo wird wieder angezogen, Samples, Gitarren und der Rest der Band stehen in einem guten Miteinander.
Ich mache es kurz und gehe nicht weiter Song für Song vor! HYDROGYN sind weit davon entfernt, das nächste große Ding nach GUNS'N'ROSES zu werden, die für mich im Hardrockbereich das letzte wirklich große Dingen waren - damals. Und das hatte ich nach dieser Ankündigung eigentlich erwartet. "Private Sessions" wird die Musikwelt nicht revolutionieren und auch nicht an den Stühlen der großen und mächtigen Bands im Alternative Rock, Modern Rock oder zeitlosem Metal rütteln. Aber HYDROGYN ist ein durchaus interessantes und rockendes Album gelungen, Julie Westlake kann singen, sogar sehr gut, ist aber leider nicht in der Lage, in dieser privaten Audienz uns ihre "multioctave range" Stimme in aller Schönheit zu präsentieren.
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