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Jay Tamkin

Alibi

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Alibi
Alibi, Rokoko Records, 2012
Jay Tamkin Lap Steel, Bass, Vocals, Organ, String Arrangements, Percussion, Trumpet, Trombone, Sax, Horn >Section Arrangement on Lovin Man
Nick Ramos Pinto Drums on Circles, You've Got The Heart, Don't Wait Too Long, You've Changed
Rik 'Howlin' Christiansen Organ on You've Got The Heart, Dont't Wait Too Long, You've Changed
Frankie Fischer Piano on Dancing In The Rain
Kris Gray Big Deep 'Lovin Man' Sound on Lovin Man, You've Got The Heart
Norman Meiritz Claps and Backing Vocals on You've Got The Heart
Sabine Wittich, Melanie Grünkorn Backing Vocals on You've Got The Heart
Produziert von: Kris Gray, Norman Meiritz, Jay Tamkin Länge: 40 Min 38 Sek Medium: CD
1. Going Out Tonight6. I Think I've Fallen In Love
2. Dancing In The Rain7. Can't Get It Outta My Head
3. You've Got The Heart8. Don't Wait Too Long
4. Can't Not Think About You9. Circles
5. Lovin Man10. You've Changed

Jay Tamkin nennt den Blues und STEELY DAN's jazzigen Pop in der Art, wie er von Donald Fagen geschrieben wurde, als seine Quellen der Inspiration und Beeinflussung. Man könnte dem zustimmen, den seine Musik ist genauso geschmackvoll und melodisch wie Fagen's Pop und gleichzeitig voll von Gitarrensounds und Solos wie jede Bluesnummer seit … ehedem. Allerdings vermeidet Tamkin, der Multiinstrumentalist, es, sich in jazzige, atonalen Untiefen zu begeben, weshalb man eher 'STEELY DAN' als 'Jazz' denken sollte, um sich der JTB zu nähern. Und man sollte sich ihr nähern.

Im Unterschied zur kürzlich besprochenen TOM FULLER BAND ist die Musik der JTB bluesiger und gitarrengeprägter; und zwar so weit, dass das Album Highlight, der Long Track You've Changed um eine Solo herumgebaut ist, etwa wie Nuge's Stranglehold.
Aber bevor wir uns dem widmen: es geht ganz anders los - nämlich mit Going Out Tonight, bei dem man deutlich die 80er Version der J GEILS BAND hört, inklusive Farfisa Gezirpe; und man erwartet schlimmes für den Rest der CD. Aber dem ist nicht so (und auch dieser Track wächst) - Dancing In The Rain ist ein Heartland Rocker mit sehr schönen Keys, You've Got The Heart bietet Rock'n'Roll und schwelgerische Gospelchöre; Can't Not Think About You verwöhnt als wunderbare Ballade den Hörer mit einer reizenden Akustik Gitarre, die sich in ein gekonntes E-Git Solo ergießt. Der Lovin Man ist ein Southern Boogie Stampfer, Can't get It Outta My Head geht zurück zum funky Guitar Rock des zweiten Tracks, und Don't Wait Too Long ist ein Blues mit sehr schönem, melodischem Orgel und Gitarrenspiel.
Soweit so wirklich gut - und wenn man bedenkt, dass vieles von Jay im Alleingang eingespielt wurde, umso besser.

Aber es kommt, wie es kommen muss: noch besser. Circles erinnert nicht nur vom Titel her an die DOOBIE BROTHERS, sondern auch von der Melodik, dem Solo und ist - abgesehen vom etwas hölzernen, unausgegorenem Drumming - große klasse.
You've Changed beginnt mit einer an GRAND FUNKs Some Kind Of Wonderful erinnernde, sonore Basslinie, ist eben wie Nugent's Stranglehold aufgebaut, und hat das verschleppte Drumming von Alana Miles' Black Velvet als Grundlage - und ist genauso gut wie jeder dieser Songs! Denn ohne das man es wirklich erwartet, startet Jay ein wunderbar spannendes, langes Gitarrensolo und beendet so das Album mit einem wirklichen Highlight.

Hätte ich den Superlativ "lange nicht mehr so guten Pop gehört" nicht schon bei Fullers "Ask" benutzt - hier wäre er definitiv zulässig. Und ein Alibi, also eine Entschuldigung, etwas nicht gemacht zu haben, braucht man höchstens dann, wenn man Tamkins Album nicht erwirbt. Unbedingt anhören.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 03.03.2012


 
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