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| She, Pierced Records , 2011 |
| Peter Carlsohn |
Bass, Backing Vocals |
| Ulf Christiansson |
Guitar, Lead Vocals, Keyboards |
| Michael Ulvsgärd |
Drums, Backing Vocals |
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Länge: 70 Min 07 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Calling On | 8. Amos 5 |
| 2. Come On | 9. Crown The King |
| 3. I Want To Leave Her | 10. The Story Of D |
| 4. Suddenly | 11. Heaven |
| 5. Supernatural | 12. The Greatest Party |
| 6. Save My Life | 13. Standing At Jericho |
| 7. She |
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Ausgelöst durch die Wiederveröffentlichungen diverser Whitemetalbands durch Retroactive Records (s. SAINT , MESSIAH , DANIEL BAND, KING JAMES) hatte ich mich im virtuellen Universum mal wieder auf die Suche nach meinen alten Helden dieses Genres gemacht. STRYPER sind nach wie vor aktiv, BLOODGOOD durfte ich in den letzten Jahren zweimal live in Deutschland betrachten, BARREN CROSS sind auch noch irgendwie unterwegs, … - und so ging es Stück für Stück in meine musikalische Vergangenheit. Irgendwann machte ich mich dann auf die virtuelle Reise nach Skandinavien und blieb bei JERUSALEM hängen.
Benannt nach der heiligen Stadt, machten sich die Schweden vor über 30 Jahren auf den Weg um der Welt die fromme Botschaft im rockenden Sound zu verkünden. Das brachte ihnen in ihrem Heimatland schwere Prügel ein und nicht jeder Schwede fand lustig, was Ulf Christiansson und seine Mannschaft so von sich gaben. Irgendwie war es ihnen zu eindeutig, zu martialisch (!) und mit dieser Musik doch sowieso nur vom Teufel geritten. Dabei sprachen Songs wie In His Majesty Service oder Dancing On The Head Of The Serpent eine eindeutige Sprache. Aber wie sooft in den 80er Jahre mussten christliche Bands mehr mit den Widersachern aus den eigenen Reihen kämpfen, als mit dem Gehörnten selbst. Den Siegeszug in Amerika und Europa konnte das keineswegs aufhalten und so starteten JERUSALEM als erfolgreichste Whitemetalband aus Schweden durch. Inzwischen sind die mehr als drei Jahrzehnte ins Land gezogen und die live meist als Trio auftretende Band ist nach wie vor dabei. Vielleicht nicht mehr so erfolgreich, aber nach wie vor mit einer klaren biblischen Botschaft. Das mag gefallen oder auch nicht, egal wie man es sieht, musikalisch haben die alten Schweden nichts verlernt.
änger und Gitarrist Ulf Christiansson, der Gary-Moore-Look-a-like, das mit einer Wahnsinnsstimme gesegnete Aushängeschild der Band, zeigt auch im Alter von etwas mehr als sechzig Lenzen den jungen Hüpfern noch, wie eine ordentliche Rockstimme zu klingen hat. So startet "She" druckvoll mit Calling On in die folgenden 70 Minuten feinster schwedischer Rockmusik. Musikalisch wirkten JERUSALEM schon länger wie eine Hard Rock Version von U2, die Mr. Christiansson früher immer wieder als seine Vorbilder angab. Wenn die Iren mit dem Rocken nicht aufgehört hätten, sie würden heute wahrscheinlich so klingen. Schwebende Gitarrensounds, ein pumpender Bass und ein Drummer, der im Hintergrund gewaltig nach vorne prescht. Auch das Gitarrensolo hätte ein The Edge nicht besser hinbekommen, dazu der Bass, der dem Solo den Glanz einer Jam-Session verleiht. Der Einstieg passt. Come On lässt die Groove Latte nicht weiter nach unten sinken, im Gegenteil: vor meinem inneren Auge sehe ich die Massen mit erhobenen Fäusten "Come on, come on, come on, come on, come on, come on, come on, come yeah, …" brüllen. Kollektiver Hüpfalarm. Im Mittelteil wieder U2-Anleihen bis zum Ende (stand da eventuell Bullet The Blue Sky Pate?). I Want To Leave Her klingt nach Ballade und ist es doch nicht. Das Tempo wird etwas runtergefahren, aber Midtempo ist dennoch angesagt. Suddenlybleibt tempotechnisch auf gleichem Niveau und baut auf einer interessanten Gitarren-/Gesangsspur auf. Cool gemacht. Supernatural startet balladesk, entwickelt sich aber im Laufe seiner fast 7 Minuten zu einem wahren Songmonster. Save My Life kann man getrost als straighten Rocker durchgehen lassen. Groovt und brummelt sich seinen Weg durch die Boxen, bevor es zum Titeltrack kommt. Schleppend, zart, fast zerbrechlich bahnt sie sich ihren Weg durch die sechseinhalb Minuten. Spannend aufgebaut mit einem fast poppigen Mittelteil. Amos 5 bezieht sich auf das gleichnamige Buch der Bibel und überzeugt mit furztrockenem Gitarrensound. Und so vergeht Song um Song und ich muss gestehen, dass ich dem alten Mann und seiner Combo so ein Album nicht mehr zugetraut hätte. Alle Achtung. Zum alten Eisen gehört JERUSALEM noch lange nicht und ich hege die geringe Hoffnung, diese Band irgendwann nochmal in Deutschland sehen zu dürfen.
Worum geht es eigentlich in "She". Schlussendlich ist es eine Auseinandersetzung der biblischen Aussage, dass es irgendwann zum finalen Ende kommen wird und ER dann wiederkommt um SIE mitzunehmen. Bevor es aber soweit ist, darf man sich diesen Dreher getrost noch ein paar Runden lang zu Gemüte führen.
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