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La Famiglia Superstar

La Famiglia Superstar

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Heart Of Steel Records
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All Music Guide (englisch)

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La Famiglia Superstar
La Famiglia Superstar, Heart Of Steel Records, 2010
Terry Ilous Vocals
Steve Saluto Guitar
Marco Mendoza Bass
Atma Anur Drums
Länge: 39 Min 52 Sek Medium: CD
1. Never Enough6. Closer
2. Rain7. Can You Tell Me
3. I Miss You8. Here I Go Again
4. What We Gonna Do9. The Wind
5. I Come Around10. Visions

Wer schon mal im Kaufhaus gearbeitet hat weiß, dass es eine Wohltat ist, zwischen all dem Muzak-Gequäke aus der Berieselungsanlage ein echtes Lied wie To Be With You von MR. BIG zu hören. Man beginnt diesen Song sogar wieder richtig zu lieben, nachdem man ihn jahrelang verdrängt hat. Aber muss man deswegen LA FAMIGLIA SUPERSTAR lieben? Und überhaupt, was soll der alberne italienische Name bei einer Band aus L.A.?

Los Angeles, L.A., La Famiglia, na, dämmert's? Aber das ist eigentlich grundsätzlich wurst, denn zuerst muss man sich ein klein wenig mit den Typen in diesem leicht obskuren Projekt befassen.
Der bekannteste Name ist sicher Marco Mendoza. Ungeachtet seiner Qualität mag ihn nicht mehr jeder sehen seit seiner Dauerpräsenz als Bassist bei den Nachlasskapellen von WHITESNAKE und THIN LIZZY und all den Einsätzen bei harm- bis sinnlosen Tribute-CDs.
Der andere halbwegs gängige Name ist der des Sängers Terry Ilous. Der war einmal (und ist jetzt wieder) Frontmann der medioker erfolgreichen Melodic-Rocker XYZ, die 1989 mit dem in der Tat beachtlich an die Siebziger erinnernden und von Don Dokken produzierten Debut "XYZ" aufhorchen ließen, aber trotz der vollfett rockenden zweiten Scheibe "Hungry" (1992) alsbald von Grunge und all den Schlagetots der 1990er hinweggefegt wurden. Der nach L.A. ausgewanderte Sohn französisch-spanischer Eltern schlägt sich mit Werbejingles und diversen Cover-Projekten durchs Leben, wenn er nicht gerade mit XYZ oder eben LA FAMIGLIA SUPERSTAR beschäftigt ist. Im Grunde ist Ilous ein verschwendetes Talent, denn er singt durchaus in einer Kategorie mit Jeff Scott Soto oder Glenn Hughes, kann sogar einen veritablen Dio, fällt aber immer wieder mit miserablen Platten wie dem abermaligen XYZ-Comeback "Rainy Days" von 2005 auf die Nase und in Kritikers Ungunst.
Diesmal versucht er es mit Mendoza, dem italienischen Studiogitarristen Steve Saluto und dem Schlagzeuger Atma Anur aus England, einem weiteren viel gebuchten Studiomann.

Das echte Hard-Rock-Brett ist "La Famiglia Superstar" nicht, dafür gibt es zu viele softe und funkige Töne, aber wer in der Vergangenheit mit MR. BIG, Soto, Hughes etc. gut leben konnte, wird wohl auch Gefallen an der Familie finden können. Man muss dabei zwar ein paar Missgriffe ausblenden, darunter das Cover von WHITESNAKEs Here I Go Again und das arg langweilige I Come Around, aber die flotteren Nummern und einige nette Balladen wie Closer, I Miss You und The Wind (französisch gesungen) machen Laune, auch wenn die Attribute "Eigenständigkeit", "Tiefgang" und "Innovationskraft" sicher nicht mit der Band um Terry Ilous in Verbindung gebracht werden können. Dafür darf man immer wieder beeindruckende Basstöne und einen prima Gitarristen aus der Schule von Leuten wie Paul Gilbert oder Robin Trower bewundern, die den Sänger über große Teile der CD geschmackvoll begleiten.
Den größten Eindruck hinterlässt das Instrumental Visions, das in seiner Bratzigkeit schon beinahe wie aus der Fusion-Abteilung klingt. Da darf auch der Schlagzeuger ein paar Tricks zeigen und Steve Saluto gibt den Gitarrenhelden. Von der Sorte wären ein paar mehr Nummern nicht übel, denn zwischendurch versinken die Superstars auf Abruf leider immer wieder in Beliebigkeit. Trotzdem ist das hier keine miese CD, eher eine für zwischendurch, die niemandem weh tut. Leider.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 24.07.2010


 
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