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Moral Calculus

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Moral Calculus
Moral Calculus, Eigenproduktion, 2010
Nick Lowery Lead Guitar, Keyboards
Jeb Rice Vocals
Beto Moreno Bass
Brian Sax Guitar
Tom Thiel Drums
Produziert von: Nick Lowery & Jeb Rice Länge: 40 Min 38 Sek Medium: CD
1. Anti-Mandatory7. Making Frankenstein
2. Combat Ambiance8. Cemetery Cherry
3. Moral Calculus9. Will Flow
4. Including You10. Outside The Wire
5. Blood Of A Relic11. Freak Of Freewill Entity
6. 1118-1312

Diese neue Fünf-Mann Band aus St. Louis, Missouri besteht eigentlich nur aus zwei Leuten: Nick Lowery und Jeb Rice. Zumindest haben die beiden im Alleingang diese CD aufgenommen und produziert; wobei sie von vornherein schon einen genauen Plan hatten:
"This music is not to be taken seriously. It will not end wars, spark revolutions or go down in history.This music is for your entertainment, and it is a conscious effort to kick your ass - Enjoy." Ob wir das für bare Münze nehmen, insbesondere die Frage, ob man die Musik ernst nehmen soll oder nicht, lassen wir jeden für sich selbst entscheiden. Bei mir entstand beim Anhören schon der Eindruck, dass die Musik zumindest sehr ernst gemeint ist - was ja nicht heißen muss, dass sie keinen Spaß macht.

Geboten wird ein Mix aus Metal, Rap/Hip Hop, ein paar industrieller Klappergeräusche und - erstaunlicherweise und sehr für Spannung sorgend - zarten Popmelodien, wunderbaren Background Vocals und wüstem Gebrüll, Growls und allgemeiner Düsternis.
LAZY CHAOS nehmen dabei herkömmliche Hard Rock Riffs, bürsten sie so gegen den Strich, dass man sie zwar noch erkennt, verfremden sie dabei jedoch so, dass man sich eben doch nicht kuschelig zu Hause fühlen kann. Eben noch zarte und vielschichtige Vocals kippen plötzlich um in Urmenschenlaute, Rap und Geheule, nur um dann wieder zum Harmonischen zurück zu finden. Heavy Riffs kippen in wüstes Geriffe um, und so fehlt der so gern gesuchte Beziehungsrahmen oder wird immer wieder gedehnt und verdreht. Dabei passiert das alles über einer sehr massiven und ausgeklügelten rhythmischen Basis, und gut produziert ist es auch.
Dabei ist das weit entfernt von reiner Wut und Aggression - so blind sind die Emotionen hier nicht. Das Ganze ist bei aller Wildheit ganz offensichtlich kontrolliert und auf den maximalen Effekt ausgerichtet. Dass dabei manchmal für meinen Geschmack zu viel des Guten … des Wilden geboten wird, und die Sache in reinem Lärm mündet, der den Finger zum CD-Spieler zwecks Tastendruck zucken lässt, dürfte ebenfalls kalkuliert sein. Doch leider leidet darunter auch die Erinnerung - die Songs bleiben erst nach mehrmaligem Hören hängen - wenn überhaupt. Ja, LAZY CHAOS machen ihrem Namen alle Ehre.

Am Ende ist das zwar gute, sorgfältig komponierte und gespielte Musik, mit großer Wucht und Effekt, aber schön: das ist sie nicht. Für die finsteren und wütenden Momente im Leben , aber noch diesseits von Raserei. Anhören lohnt auf alle Fälle.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 24.09.2010


 
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