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Mangoo

Neverland

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Neverland
Neverland, Small Stone Recordings, 27.06.2012
Pickles Lead Vocals, Guitar, Banjo
Mattarn Guitar, Backing Vocals
Nicke Keyboards, Backing Vocals
Igor Bass, Backing Vocals
Teemu Drums, Backing Vocals
Additional:
Mathias Langbacka Trumpet on Hooks
Produziert von: Niklas "Nicke" Björklund Länge: 60 Min 25 Sek Medium: CD
1. Intro8. You, Robot
2. Neverland9. Moom
3. Deathmint10. Painted Black
4. Diamond In The Rough 11. Hooks
5. You12. Home
6. Lose Yourself 13. Datzun
7.Interlude

MANGOO sind - wie das weitere zeigen wird - 'natürlich' aus Finnland, dem Land mit der unendlich langen Nacht, und wenn es hell ist, ist es dauernd hell und nervt genau so. Ihre zweite CD erinnert vom Titel her an METALLICA, und nicht nur vom Titel her. Außerdem standen PEARL JAM, SABBATH, und moderner Bands wie Grohls FOO FIGHTERS Pate (wobei MANGOO wesentlich konzentrierter und geplanter zur sache gehen).

Mangoo

Gleich der erste Track Neverland ist ein wüster Finsterbrocken, der das Traumland auch akustisch darzustellen versucht, jede Menge verzerrte, fuzzy Gitarre bietet, einen steilwandig-knurrenden Bass (soll heißen - á la Felix Pappalardi, nichts schwammiges), ein verträumtes Mittelteil, und gnadenlos unnachgiebig voranschreitet. Deathmint macht da weiter, und wartet mit PEARL JAM Klagevocals auf - in seinem Crossover Metalfunk erinnert es auch an wie die famosen ATOMIC FLOWER und FAITH NO MORE. Diamond In The Rough ist dann plötzlich zuerst ein auf schrillen Synthfiguren aufgebauter, treibender Pop Song - tatsächlich ein ungeschliffener Diamant, und der Bass schrubbt dann auch heftig an ihm rum, bei der Hookline. Wüst-genial, mit einem die haut abziehenden Solo - und am Ende denkt man, so könnte echter New Southern Rock klingen.
You bietet dann den Sandman von METALLICA in neuem Gewand. Lose Yourself ist Rock'n'Roll, und es sind die dunklen Vocals und die umfangreiche Benutzung der Tonart Moll und des Basses, die den Song daran hindern, fröhlich zu sein - sieht man von der dunklen, finnischen Grundstimmung ab.
Interlude ist ein kürzestes B52 Pop Spielchen, und trotzdem zeigt auch dieser Mini Track, der sorgfältig komponiert ist, dass die Jungs nichts dem Zufall überlassen.
You, Robot hat trotz des Namens nichts mit Alan Parsons zu tun (der hätte sich ob des massiven Basses wohl möglicherweise in die Hose gemacht, obgleich ja sein Erfolgsalbum "Tales Of Mystery And Imagination…" mit etwa The Raven auch auf eigentlich finsteren Geschichten basierte), und ist genau so ein Mords-Massivling wie Neverland. Mit Moom - als hätten sie genug von der Langsamkeit und Bedächtigkeit - folgt ein stürmischer Rocker. Painted Black ist getragen von einem langen, schwebenden Solo und entwickelt ungeahnte Schönheit - eine Nachtkerze. Noch ein Highlight und nicht zu toppen dann das als Barroom Blues beginnende Hooks, das eine schier überwältigende Kraft und Dynamik entwickelt, erbarmungslos vorangetrieben von den Drums und mit einem grandiosen Gitarrensolo versehen, nur um von einer Trompete und einem E-Piano zum Schlaf gebettet zu werden. So geht Dynamik.

Ein Diamant, der kohärente Töne in schwarze Schönheit bricht, diese CD - ein Muss.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 2012


 
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