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My Dynamite

My Dynamite

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My Dynamite
My Dynamite, Listenable Records, 2012
Patrick Carmody Vocals, Harp
Jorge Balas Guitar, Vocals
Benny Wolf Guitar, Vocals
Travis Fraser Bass
Simon Aarons Drums
Länge: 41 Min 57 Sek Medium: CD
1. Take It Or Leave It6. Raise Your Glasses
2. Inside Out7. Singing Stormy Weather
3. If We're Livin'8. Big Attraction
4. Dirty Game9. All The She Brings
5. Watch Yourself Grow10. Fork In Your Tongue

"EXPLOSIVE by name, explosive by nature." So heißt es über die Australier MY DYNAMITE - wohl wahr, wobei explosive hier bedeutet, dass man eine ausgeschlafene, scharf geschliffene Version HUMBLE PIE'schen Boogie Rock spielt, der natürlich Anklänge an die CROWES (die ja schließlich alles bei PIE gelernt haben) und die Kollegen von AIRBOURNE (die ja alles bei PIE, den CROWES und AC/DC gelernt haben) zeigt.

Das fällt zuerst bei If We're Livin' auf - der Track könnte auf der ersten oder eventuell noch der zweiten CROWES CD aufgetaucht sein, zumal Sänger Pat Carmody klein-klein wie Chris Robsinson tönt und Lead Gitarrist Jorge ebenfalls in die CROWES Schule gegangen ist. Die Musik kommt dann auch so druckvoll und ungeschliffen wie irgendein Track auf der "Shake Your Money Maker" daher (bevor die CROWES die Komplexität der Musik entdeckten und sich darin verloren - so, wie man sich auf Ihrer Website verliert).

Dirty Game bringt zusätzlich eine Bläsersektion, Background Chorus und klingt dank Slide sehr southern, zusätzlich klimpert ein Honky Tonk Piano. Den obligatorischen Shuffle bietet Watch Yourself Grow, und man fügt einige ZEP Harmoniefolgen hinzu, abwechlsungshalber, und auch das Songwriting hat nicht den dreieinhalb Minuten Haudrauf und Weg Appeal. Kann man also auch. Dennoch - etwas über vier Minuten Boogie wie in Big Attraction, und Dein Nacken schmerzt - ein klarer Konzertfavorit mit einem nett verschobenen Drumpattern im Refrain.

Ein Erstling von solcher Überzeugungskraft und Drive wie die CD hier steht denen der genannten Bands in fast nichts nach; das rockt formidabel, hat eine ansprechend elektrifizierenden und differenzierten, rauen, elektrifizierten Sound und macht Laune.
Klar, zumeist startet der Song mit einem Guitar Intro Riff, Drums/Bass/Rhythm folgen, die Verse werden geshoutet; Break, Solo, Outro, fertig. Und nicht immer ist die Hookline wirklich vollständig entwickelt oder nicht mehr zu verbessern; man verlässt sich darauf, dass die schiere Power die Songs trägt; und das tut sie zumeist.

Guter Einstieg, sollte allemal reichen, die Leute in die Konzerte zu bekommen, wo man die nötige Erfahrung sammeln kann. Beim Zweitling muss es dann darum gehen, das Songwriting auf die nächste Ebene zu heben (so wie auch in der Ballade Singing Stormy Weather schon sehr gut gezeigt) und sich von den CROWES abzuheben (All That She Brings mit seinem Basshook zeigt, wo das hingehen könnte). Man kann gespannt sein, wo das dann hinführt. Soweit allerdings muss man dem hier seine Achtung aussprechen, zumal die Gitarrensolos viel Freude bereiten und schon ab und an zur Luftgitarre greifen lassen, so man die spielt.
Zugreifen, anhören, gut das. Retro zwar, wenn man so will, weil es eben die 'alten' Songmuster benutzt, aber mit so viel Southern Boogie'n'Hard Rock Leben, dass es für zwei andere Retrobands mit ausreicht.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 10.04.2012


 
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