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| Der Tag an dem der Tod starb, Ruuf Records, 2010 |
| Rudi Buller |
Gesang |
| Johannes Novak |
Gitarre |
| Jörg Sparwasser |
Gitarre |
| Rainer Bergen |
Bass |
| Stephan Sawadsky |
Schlagzeug, Hintergrundgesang |
| Produziert von: Daniel Konold & Tobias Kurrle |
Länge: 32 Min 48 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Raus hier | 6. Halt den Rand |
| 2. Einspruch | 7. Dein Herz explodiert |
| 3. Die Zeit | 8. Ode an den Mosh |
| 4. Lass mich nicht im Stich | 9. Du! |
| 5. Wenn Du meinst! | 10. Der Tag an dem der Tod starb |
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Neuwied ist jetzt nicht gerade als Mekka der deutschen Rockmusik bekannt. Da gibt es bei weitem bekanntere Orte wie Berlin, Köln, Hamburg, München oder wie auch immer. Dass die deutsche Musikkultur lebt, ist aber allen Lesern unserer Internetpostille bestens bekannt. Und dass wir vom Home Of Rock uns immer wieder darum bemühen, unbekannten aber viel versprechenden Bands ein Zimmer bei uns einzurichten, ist auch nichts Neues.
So richten wir dann mal das Zimmer für [N]TICKET. Wie soll es aussehen? Zum einen müssen robuste Möbel rein, denn die Jungs sind mit ihrer Musik nicht gerade zart. Alternative Rock würde ich sagen, mit leichten Punk-Anteilen, das würde den Kern ganz gut treffen. Und sie brauchen ein großes Zimmer, damit zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug, die dazugehörenden Musiker und Verstärker und der Sänger ausreichend Platz haben. Nett sehen sie aus, ich glaube großartig auffällig werden sie nicht werden. Einigermassen schalldicht sollte der Raum gestaltet werden, denn der Sänger hat ein durchdringendes und druckvolles Organ. Das braucht Raum um loszulegen. Okay, das wäre geregelt. Dann füllen wir den Kühlschrank noch ausreichend mit Getränken, denn die Musik ist schweißtreibend.
Nach dem das geregelt wäre, stellen wir den Rest über die Band vor. Gegründet wurde sie 2006 unter dem Namen NINIVETICKET. Vielleicht war ihnen dieser Name zu lang, keine Ahnung, zumindest nennt sich die Combo jetzt [N]TICKET. Das sieht cooler aus und ist einprägsamer. "Der Tag an dem der Tod starb" ist bereits das zweite Album und zeigt kraftvollen Rock, der sogar Detlev Westermann als Organisator der ChristmasRockNight aufmerksam machte. Was folgte war das, was der Sänger auf der CRN 2010 ungefähr so sagte: "Früher waren wir hier (in Ennepetal) um unsere Bands zu sehen und jetzt stehen wir selber auf der Bühne." (wenn auch nur auf der Sidestage) "Wahnsinn!" Und sie haben ihre Sache dort echt gut gemacht. Mehr dazu aber im CRN-Bericht.
Auf "Der Tag an dem der Tod starb" erwarten uns neun rockende Stücke und eine Ballade (Du!). Letzteres ein Song darüber, dass wir nicht durch Zufall hier auf diesem Planeten stehen, sondern so gewollt sind, wie wir sind, aussehen und uns bewegen. Bei den Rheinland-Pfälzern handelt es sich um eine christliche Gruppe, was dann auch den CD-Titel erklären dürfte. Christliche deutsche Texte bewirken bei mir oft einen Würgereiz, weil darin meist in einer Sprache vom Lamm und Blut und Opfer gesprochen wird, dass außer den Insidern keiner weiß, wovon eigentlich die Rede ist. Für charismatische Gottesdienste sind solche Texte kein Problem, um Nichtchristen auf die christliche Musik aufmerksam zu machen, meist fehl am Platz. Diesen Fehler begehen [N]TICKET glücklicherweise nicht. Die Texte gehen zielgerichtet mit Gott um, lassen aber genügend Platz zum Nachdenken und schlagen einen nicht mit frommen Floskeln tot. Von dieser Seite her erinnert mich die Band an die alten ARARAT-Scheiben "Volxmusik" und "Himmelwärts". Musikalisch geht es straight nach vorne, bis die Marshall-Verstärker glühen und der letzte Tropfen Schweiß aus den Jungs auf (und bei Konzerten auch vor) die Bühne gequetscht ist.
Wer hören möchte, was der musikalische Nachwuchs in unserer guten alten Bundesrepublik so macht, sollte diese Scheibe auf alle Fälle antesten. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn das Quintett noch ein bisschen an den Lyrics feilt und schraubt, man von [N]TICKET noch länger hören wird. Zu wünschen wäre es.
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