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One Soul Thrust

1ST

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Unser Disclaimer
1ST
1ST, Jaguar Productions, 2010
Salem Jones Vocals, Rhythm Guitar
Kim Lesaca Bass
Jag Mollerup Lead Guitar, Vocals
Todd Pretty Drums, Pecussion
Gäste:
Glenn Hughes Vocals #4
Produziert von: Alessandro Del Vecchio Länge: 99 Min 99 Sek Medium: CD
1. Free Will7. So Numb
2. Immortality8. Somethin's Gonna Happen
3. I Just Realized9. Good Girl
4. Go Home & Melt10. Apology Unnecessary
5. Get Away From My Door11. Keep The Truth
6.Love Is All We've Got 12. Look Up

ONE SOUL THRUST - der Name macht mal keinen Sinn. Thrust heißt etwa Hieb, Stoß und hat außerdem mannigfaltige technische Bedeutungen. Also hat man wohl auf Biegen und Brechen aus dem Akronym '1st' einen Namen hingebogen. AEROSMITH - was soll das heißen - Luftkissen Schmied? Macht auch wenig Sinn. Viel Sinn macht dann hoffentlich meine Behauptung, dass 1ST die neuen Schmiede sein könnten, was natürlich eine gewagte ist. Schauen wir uns das mal an.

AEROSMITH lebten ja - zumindest in ihrer Blütezeit - von den Fähigkeiten ihres erstklassigen Top 10 Leadgitarristen Joe Perry, dem Charisma und der exaltierten Gesangskunst Steven Tylers und ausgezeichnetem Songwriting. Das zusammen macht sie unsterblich und katapultierte sie in den Rock'n'Roll Heaven. AEROSMITH's Sound war ja bewusst (?) eher immer etwas kratzig und quäkelig. Zwischenbemerkung - Rock ist nicht tot - sie hat nur das Geschlecht gewechselt. Nach den Reviews einiger CDs weiblicher Musiker in letzte Zeit - Robin Brock, Asaf Avidan, Halestorm, VK Lynne - ist dieser Schluss berechtigt. Die Frauen bringen eine eigene, frische und nicht Testosteron geschwängerte Note ein, die großen Spaß macht (ja doch, es gibt zweifelsohne gute 'männliche' Bands!). Endlich mal was anderes als 'All Night Long' (und wenn, dann zumeist witziger oder schlicht besser).

Was zeichnet 1ST aus? Zuerst einmal eine Sängerin mit einem exaltierten Gesangsstil, die mühelos über mehrere Oktaven herrscht und noch den durchschnittlichsten Song veredelt - Salem Jones is queen!
Dann die Band an sich, die kompetent agiert, wobei das eine ziemlich dürftige Beschreibung ist, es aber trifft. Da kann man einfach nur mit großem Vergnügen zuhören.
Das Songwriting ist - bis auf zwei eher mäßige Songs zum Ende hin - überdurchschnittlich und ins Ohr gehend, ohne vom real thing Hard Rock in den Melodic Bereich abzugleiten. Nichtsdestotrotz hat jeder Song seine Hooklines, und Salem's Darbietung tut das ihre dazu.
Soundmäßig sind wir noch beim Hard Rock, aber mir deutlich modernem Touch. Und - ja, der Sound: Alessandro Del Vecchio hat denen eine so druckvoll-glasklare Produktion hingelegt, das man wirklich sagen muss, die setzt Standards. Genauso muss Rockmusik heute klingen. Differenziert aber druckvoll, 'fetzig' ohne im Powerriff und Loudness Chaos zu landen. Das geht - und alles, was ich in Zukunft höre, wird erst mal hier dran gemessen. Del V. (z.Zt. Mitglied by EDGE OF FOREVER) hat ja, wie uns seine MySpace Seite (oben der Link) verrät, mit Gott und der Welt gearbeitet und ist einer der zeitgenössischen Producer Top Stars - herausragend, was der Mann hier abgeliefert hat.
Sogar das Cover kann man als außerordentlich gelungen bezeichnen - eine runde, perfekte Sache, diese CD.

Und damit sind wir dann wieder bei AEROSMITH - es sollte klar sein, dass die Zutaten da sind und, was die Produktion angeht, sogar mehr als das. Warum jetzt aber AEROSMITH? Nun - wie viele charismatische, außergewöhnliche Sänger(innen) im Bereich Hard Rock gibt es denn außer Tyler wirklich? Und Songs wie Free Will, Immortality oder I Just Realized würden ohne Zweifel gut auf jedes Schmiedealbum passen, bzw. ein Back In The Saddle würde ich liebend gerne von 1ST hören.
Alles ein bisschen weit hergeholt? Mag sein, aber wenn man 1ST heißt, holt man eh' weit aus, und es wird endlich Zeit, dass mal wieder eine Band in die Fußstapfen der Schmiede tritt und Erfolg hat. Was ich letztlich sagen will ist: hier ist riesiges Potentail, die hier könnten das.

Jetzt heißt es für 1ST durchhalten, weiter am Songwriting zu arbeiten, Glück und die nötige Unterstützung durch Fans und Medien zu haben - unsere vom HoR haben sie.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 2010


 
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