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One Soul Thrust

Know One Knows

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Know One Knows
Know One Knows, Jaguar Productions, 2012
Anna Portalupi Bass
Salem Jones Vocals
Todd Pretty Drums
Jag Mollerup Guitar
Alessandro del Vecchio Piano auf Left Outa Your LOve
Produziert von: Alessandro Del Vecchio Länge: 48 Min 40 Sek Medium: CD
1. We Gotta Change7. Magic Man
2. Drivin' 8. Left Outa Your Love
3. I Finally Understand 9. Meaning To Life
4. Laughin' All The Way To Heaven10. Wanted Man
5. No11. When The Body Falls
6. Never Too Late12. Symbols

Queen Salem is back. Salem Jones, Sängerin der Band mit dem programmatischen Namen ONE SOUL THRUST (1ST) und ihre Mannen bzw. neuerdings Girl (Anna am Bass) werfen ihre nächste Veröffentlichung unters Volk, und zwar wie einen massiven Steinblock.
Man muss das exaltierte Markenzeichen 1STs allerdings mögen, diese Mischung aus Frank'n'Furter Tim Curry und Nina Hagen, und ohne ihre Band und deren massiven Rhythmusfundament könnte Salme ihre Vokalextravaganzen auch gar nicht ausleben. Aber sie hat nun mal Guitarman Jag im Rücken, und dessen Rhythmusgitarrenspiel würde wohl einem Keith Richards gefallen, wenn der nicht nach seinem Plumps von der Palme noch daneben wäre. Fest und knackig wo nötig, und soloistisch verfügbar wann immer es ein darf - natürlich: neben eine Salem noch Platz zu finden für eine weiteres Solo Instrument ist schon eine Kunst. Er schafft das trotzdem.

Die CD beginnt sehr melodisch, ganz aufs Songwriting konzentriert, mit dem Hitpotentialisten We Gotta Change, wo es eben kein Gitarrensolo gibt, aber das fehlt auch nicht. I Finally Understand hat als Intro leichte Country Rock Anklänge. Nächtes Highlight ist der ZEPPELIN Shuffle Laughin All The Way To Heaven, wo Jag eine sehr angenehm schleifende Slide spielt, und Salem's böse Vocals sich aus dem Hintergrund heranschleichen, um sich dann in melodische Höhen zu schwingen, immer in Zusammenarbeit mit der Slide. Tja, und ob sich der Titel ein ganz klein wenig an ZEPs Stairway To Heaven orientiert? Das wäre wohl etwas hoch gegriffen, aber griffig ist das durchaus; und Jag dürfte durchaus mehr an der Slide zum Einsatz kommen. No glänzt mit Rap Elementen. Erstaunlicherweise haben sie sich nicht an meine Empfehlung gehalten und Back In The Saddle von AEROSMITH gecovert - aber den Magic Man von HEART, auch eine sehr gute Wahl, zumal Salem ohne Probleme mit den Herzchen mithalten kann. Die Wahl weist auf ihre Wurzeln hin, und tatsächlich versuchen 1ST genau wie HEART Melodie und Härte ohne Langweile miteinander zu verbinden - und das klappt vorzüglich.
Absolutes Album Highlight ist allerdings die an Elton John zu seinen besten Zeiten erinnernde Pianoballade Left Outa Your Love, mit der Salem persönlich zwar nicht ganz zufrieden ist, die aber, insbesondere in ihrem erschütterten und erschütternden Aufschrei zum Ende hin, zweifelsohne das intensivste Stück Musik auf dem Album ist. Quasi um wieder alles gut zumachen folgt dann der Rocker Meaning To Live und räumt auf und klärt die Luft.Symbols, ein Riffirrgarten zum Ende hin, zeigt, wie eng die Band aufeinander eingespielt ist und eine Einheit darstellt, und erinnert tatsächlich an den Sweet Transvestite der "Rocky Horror Picture Show". Zwischendrin findet der Hörer jede Menge gute, und tatsächlich sehr gut komponierter Hard Rock Musik mit Leib und Seele performed.

Das ist alles sehr sauber und gut eingespielt und modern produziert. Die Rhythmusfraktion aus Anna und Todd geht bei solchen musikalischen Alphatieren zwar fast unter - aber nur fast. Anna spielt einen leichtfüssigen Bass, der gut mit Todds funky Drumpattern harmoniert - das ist eine Rhythmusgruppe, die den Namen verdient.
Achtung allerdings beim Sound: der Bass und die Drums sind auf das Anhören über Earplugs eingestellt; die Produktion ist bewusst linear. Da klingen die Drums etwas klöppelig, und um die durchaus fähige Anna am Bass richtig zu hören, muss man an den Reglern eingreifen. Diese moderne Soundmanipulation führt dann stellenweise zu einem Überdruss - wenn man sich nicht konzentriert kann es passieren, dass einem die oben erwähnten Feinheiten des Songsaufbaus untergehen oder niedergewalzt werden - aus einem Track wie I Finally Understand hätte man mehr machen können, wenn man etwas vom Hard Rock abgewichen wäre. Hier liegt wohl die Aufgabe des nächsten Albums - eine Erweiterung des Spektrums.
Leider ist der Sound nicht so gut wie bei "1ST". Die Band fängt das zwar über weite Strecken auf, zumal Salem allpräsent ist - aber eine schwächere Band könnte daran schwer zu schlucken haben. Merkwürdig - und das trotz del Vecchio als Produzent und Michael Voss als Masterer. Zielgruppenmanagement.

Natürlich sind ONE SOUL THRUST nicht die neuen AEROSMITH - aber eine verdammt gute Hard Rock Band, und davon kann es ja nie genug geben. OST spielen dabei schon in der Oberliga - denn wer hat schon eine solche Band und Sängerin zur Verfügung?

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 18.03.2012


 
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