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PelleK

Bag Of Tricks

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Bag Of Tricks
Bag Of Tricks, Liljegren Records / Doolittle Group, 2012
Per Fredrik "PelleK" Asly Vocals, Keyboards
Gisha Guitars
Tommy ReinXeed Guitars, Bass, Keyboards, Backing Vocals, Drums, Orchestration, Programming
Marit Borresen Lead & Backing Vocals
Additional:
Oliver Hartmann, Tommy Karevik,Amanda Sommerville, Anders Ringdal Strom Vocals
Anders Ringdal Strom Acoustic Guitars
Länge: 41 Min 27 Sek Medium: CD
1. Entrance7. Don't Belong
2. Fugue State 8. Stare Into My Eyes
3. Reason And Psychosis9. Born In Babylon
4. Send My Message Home10. Bag Of Tricks
5. Thundernight11. Conflagrate My Heart
6. Win

Ab und an soll es ja gelingen, dass durch die von mir verhassten Casting-Shows dann doch mal ein Juwel entdeckt werden kann. Paul Potts gehört für mich dazu, auch wenn er jetzt nicht wirklich HoR kompatibel ist, aber was der Mann für eine Stimme hat … - gut, aber ich habe hier eine ganz andere Scheibe zu bewerten. Per Fredrik "PelleK" Asly heißt der Mann, der durch "The X-Factor" dem norwegischen Volk bekannt gemacht wurde und nun seine Tasche voller Tricks öffnet und sein Debütalbum ebenso betitelt. Wenn PelleK sein 4-Oktav-Organ nicht im TV erschallen lässt, gehört er eigentlich der mir völlig unbekannten Metalband DAMNATION ANGELS an. Eine Suche durch die Weiten des WWW erklärt diese Truppe aus GB als eine Symphonic Metal-Band ohne den davon bekannten Bombast. Hm, wenn das so ist, stellt sich für mich die Frage, was der große Unterschied zu PELLEK ist, denn auch hier wird Symphonic Metal ohne den großen Bombast geboten. Beide Bands haben in diesem Jahr ihre Erstlingswerke auf den Markt geworfen und beide Werke beginnen mit einem instrumentalen Orchestertrack. Ich will jetzt hier gar nicht weiter Vergleiche zwischen PelleK und DAMNATION ANGELS ziehen und konzentriere Augen und Ohren voll und ganz auf "Bag Of Tricks" (die Vergleiche zu DA könnte ich auch nur über andere Reviews weiter ziehen!).

Gleich vorweg: ich bin begeistert! Die Stimme von PelleK ist kraftvoll in allen Tonlagen, singt sich sehr abwechslungsreich durch die Songs und ist eine echte Entdeckung, der Jungspund. Damit noch mehr Abwechslung in die ganze Sache kommt, gönnt der Talentierte sich zwischendurch eine Pause und bittet seine Gäste ans Mikro. Die sind allesamt keine Unbekannten und eine weitere Bereicherung der Taschentricks. Der instrumentale Einstieg mit Entrance macht sehr neugierig, wirkt eher wie eine Filmmusik und lässt mich vermuten, dass Per Fredrik nicht nur im Metal, sondern auch im Musicalbereich seine Inspiration zieht. Letzterer Eindruck wird dadurch verstärkt, dass die Orchestrierung im Verlauf der viel zu kurzen CD-Spielzeit eine tatsächlich tragende, aber nicht erschlagende Rolle spielt. Das ist mitunter ganz großes Kino für die Ohren, weil es für einen wohligen Ausgleich zu den treibenden Drums und Gitarren sorgt. Wobei eine Erholung für die Ohren nicht wirklich nötig ist, denn Mr. Asly und seine um ihn versammelte Mannschaft schaffen es gut und geschickt, die Lieder von vorne bis hinten geschickt zu arrangieren. Spannungsbögen werden aufgebaut, Abwechslung ist angesagt.

Wie sooft wird das Rad nicht neu erfunden, aber es wird um eine sehr gute Band erweitert. Wem STRATOVARIUS zu schnell sind, aber deren orchestralen Aufbauten mag, wem EDENBRIDGE oder NIGHTWISH zu viel "femal-fronted" sind, wer bei HELLOWEEN nicht zwingend abschaltet, AVANTASIA zu kitschig findet, der oder die empfehle ich ganz dringend sein/ihr Gehör der "Bag Of Tricks" von PelleK zu widmen, denn das ist tatsächlich eine Neuentdeckung und Bereicherung im Bereich des symphonischen Powermetal.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 19.05.2012

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