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Peter Gallway

Manhattan Nocturne

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Manhattan Nocturne
Manhattan Nocturne, Gallway Bay Music, 2009
Nate Birkey Trumpet
James Connolly Acoustic Bass
William Galison Chromatic Harmonica
Annie Gallup Background Vocals
Peter Gallway Guitar, Piano, Vocals
Dean Sharp Drums
Produziert von: Peter Gallway Länge: 44 Min 42 Sek Medium: CD
1. Nine Bridges7. Paris Longing
2. Manhattan Nocturne8. Going, Going, Gone
3. In Greenwich Village9. When A Woman Says Yes
4. Catholic School Kids10. Reverie
5. This Perfect Summer11. Colors Of The Night
6. Cityscape12. Home

Midnight auf Station 3 - muß man eigentlich erst im Krankenhaus liegen, um die Zeit zu haben, sich den nächtlichen Klängen von Peter Gallway zu widmen? Hoffentlich nicht, aber die Stimmung ist perfekt: Die Schwester legt noch kurz die Medikamente für den nächsten Morgen auf den Nachttisch und sogar auf den hektischen Fluren kehrt so langsam etwas wie Ruhe ein. Leicht gedimmte Beleuchtung, das Leuchten der roten Notfalltaste und der Blick aus dem Fenster über den Hof auf die Zimmer der Leidensgenossen in der Kardiologie... ein weiterer erzwungener Auszeit-Tag geht zu Ende.
Im Kopfhörer fressen sich die smoothe Jazz-Trompete von Nate Birkey, leicht plätschernde Piano-Klänge und die etwas eigenwillige, um nicht zu sagen: lethargisch-nölige Stimme von Peter Gallway in die Gehörgänge. Mit Nine Bridges und einer Einstimmung auf New York bei Nacht in Manhattan Nocturne lässt es der Songwriter mit Jazz-Wurzeln in den 60ern langsam angehen. Heute ist er in Santa Barbara (Kalifornien!) beheimatet, hat aber seine Heimat New York im Kopf präsent. Ab Track 3 In Greenwich Village nimmt die Scheibe langsam Fahrt auf, nette Jazz-Chords auf der Semiakustik und endlich mal ein Text, der mich auf Anhieb anspricht: Singt Mr. Gallway doch in Paul-Simon-Style über das Folk-Mekka der Sixties, wo auch heute noch an jeder Ecke Hooklines durch die Luft schwirren. Weiter geht's mit ein bisschen Nostalgie, Erinnerungen an die katholische Schule (Catholic School Kids), erste musikalische Experimente in der Jugend (This perfect summer), John-Cage-like-Melodiebögen zu Großstadtbeschreibungen (Cityscape) und dem Fernweh nach der französischen Metropole (Paris Longing). Erst im Abgesang an die Verflossene Going, Going, Gone ist wieder etwas mehr Drive im Spiel - hier kann man wirklich mal von moderatem Spätfünfziger-Jazz reden, inklusive Drumsequenzen (Dean Sharp) und Kontrabassläufen (James Connolly). Wogegen das Liebeslied When A Woman Says Yes so garnicht der Situation ihres Textes angemessen scheint - Schlaftablette statt heißem Liebesbekenntnis? Mit den letzten 3 Tracks schleicht sich Peter Gallway wieder langsam aus der Kulisse Reverie, Colors of the night und Home - allesamt keine wirklichen Highlights, aber im Gesamtbild der CD nette Bausteine des lyrisch-musikalischen Bauwerks. Home? - ja, möchte ich auch ganz gerne wieder...

Volker Gruch, (Artikelliste), 17.05.2010

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