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Robert Rodrigo

Wrath

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Wrath
Wrath, Grooveyard Records, 2012
Miguel Manjo Bass
Robert Rodrigo Guitars, Keyboards, Drum Programming
Produziert von: Robert Rodrigo Länge: 51 Min 28 Sek Medium: CD
1. In A Dream 7. An Eye For An Eye
2. Carved In Rock8. Double Dawn
3. They Call It Stage Renting9. Murderers Of Souls
4. The Kingdom Of Darkness10. My Unusual Woman
5. Kilimanjaro11. A Song For Michael (R.I.P.)
6. Remembering Julen12. The Lost Guitar

Ich dachte immer, diese Spezies würde keinen Nachwuchs mehr bekommen und wäre somit vom Aussterben bedroht. So kann man sich täuschen. Aus Spanien kommt der nächste Saitenflitzer - ob nun Nachwuchskünstler, das sei mal dahin gestellt, denn er sieht schon etwas älter aus - und zeigt auf dem Cover schon wo's langgeht: Hier komm ich und zwar nur ich! Das sorgt bei mir direkt für Bauchschmerzen, denn wer alles selber macht und in die Hand nimmt, hat ein großes Ego und meint zu wissen, was er macht.

Wenn Senior Rodrigo dann auch noch die Vergleiche im Werbeschreiben selbst auf den Tisch gelegt hat, dann schwant mir Unheil. Denn wer sich mit Eddie Van Halen, Joe Satriani, Dimebag Darrell, Zakk Wylde, Paul Gilbert und anderen in einen Topf wirft, muss verflixt gut drauf sein.

Reden wir nicht lange drum herum: Robert's Ibanez-Gitarre hat im unteren Bereich eine fette Abmischung bekommen und sorgt von daher auf der Ebene für ordentlich Druck. Sobald es aus den Riff-Ebenen ins Solieren übergeht, wird gefiedelt, was das Zeug hält. Das ist genretypisch und nicht weiter verwunderlich. Das der Spanier seine 6-Saiten im Griff hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Das er leider nicht wirklich in der Lage ist, über mehr als 50 Minuten eine überzeugende Spannung aufzubauen, ist auch nicht von der Hand zu weisen. Wenn man sich also mit den genannten Größen vergleicht, muss da - gerade bei Gitarristen unterschiedlichster Stile - mehr bei rauskommen. Mönsch, der Mann kommt aus Spanien, warum lässt er dann nicht mehr landestypische Musik in seine Kompositionen einfließen? Lediglich im An Eye For An Eye-Song kann die spanische Gitarre für etwas Aufhorchen sorgen, was dann leider aber auch die einzige Überraschung um ganzen CD-Verlauf ist. Ansonsten bleibt "Wrath" leider vorhersehbar und größtenteils auch überschaubar, was die Spielkünste des ambitionierten Spaniers angeht.

Mein Vorschlag wäre, sich nicht nur mit den Großen der Gitarre zu vergleichen, sondern auch mal zu unterhalten und nachzufragen, wie man eine Songstruktur noch verbessern kann. Dann vielleicht noch einen richtigen Schlagzeuger dazu holen und einen erfahrenen Produzenten den letzten Mix machen lassen, dann wäre aus "Wrath" vielleicht wirklich eine grimmige, zornige Platte geworden.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 21.05.2012


 
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