|
|
| Amaryllis, Roadrunner Records, 2012 |
| Eric Bass |
Bass |
| Barry Kerch |
Drums |
| Zach Myers |
Guitars |
| Brent Smith |
Vocals |
| Produziert von: Rob Cavallo |
Länge: 44 Min 11 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Adrenaline | 7. Nowhere Kids |
| 2. Bully | 8. Miracle |
| 3. Amaryllis | 9. I'll Follow You |
| 4. Unity | 10. For My Sake |
| 5. Enemies | 11. My Name (Wearing Me Out) |
| 6. I'm Not Alright | 12. Through The Ghost |
 |
Vergil war neben Horaz einer der bedeutenden Dichter Roms zu Zeiten Kaiser Augustus. Zu seinen bekanntesten Werken (hüstel: ich kenne nicht eins, will hier nur mal angeben!) zählen die 10 Hirtengedichte, in denen es in einem um die Hirtin Amaryllis geht. Von dieser Hirtin abgewandelt findet man heute noch ganz oft ein Pflanzengewächs gleichen Namens. Ob nun diese Pflanze das geheime Feenkraut ist, welches die von Zauberer Petrosilius Zwackelmann in eine Unke verzauberte Fee wieder herstellte, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Lassen wir die Hirtendame von Vergil mal weiter ihre Schafe hüten und bewundern lieber die Blume. Denn diese wächst in der Wüste scheinbar aus dem Nichts, wenn nichts anderes mehr wächst. Viele hatten die Band vor einigen Jahren abgeschrieben, ihr keine Zukunft gegeben, aber SHINEDOWN haben weiter gearbeitet und sich weder entmutigen noch unterkriegen lassen. So stehen sie nun in voller Blüte da und können es selbst nicht ganz glauben, was mit ihnen derzeit abgeht. Nicht aufgeben, sich seinem Schicksal nicht kampflos ergeben - das ist das, was das Quartett uns mit ihrem neusten Output mit auf den Weg geben wollen.
Für den Einstieg schon mal eine gute Basis und als aufgeschlossener Freund modernen Rocks amerikanischen Ursprungs wird man an diesen 44 Minuten hängen. "Amaryllis" ist das vierte Studiokind von SHINEDOWN, das zweite mit Hebamme Rob Cavallo auf dem Produzentenstuhl und das erste mit neuem Sänger. Ich hatte bisher von denen gar nichts gehört und gehe entsprechend unvorbelastet an die Sache ran, neugierig geworden durch die ganzen Kollegen, die dieses Album fast durchweg in den höchsten Tönen loben.
Musikalisch ist "Amaryllis" kurz umschrieben: eine Mischung aus NICKELBACK und METALLICAs "Black Album", wobei stimmlich die Nähe zu Chad Kroeger vorhanden ist, musikalisch aber immer wieder Hinweise auf das genannte Album von METALLICA zu erkennen sind (z. B. Enemies). So bekommt "Amaryllis" glücklicherweise ein paar mehr Ecken und Kanten als NICKELBACK, dazu überraschende Einwürfe wenn das 30-köpfige Orchester bei manchem Song mit einsteigt und das Ende von I'm Not Alright mit Trompeten ausklingen lässt. Sicherlich liebäugelt die Band schon Richtung Charts und trotzdem wirkt das aktuelle Album nicht zu glattpoliert. Mancher wird den Amis zwar trotzdem einen Hang zum Konstruieren vorwerfen, was mir aber schlussendlich fast immer egal ist, solange die ganze Sache rockt, knallt und funktioniert. "Amaryllis" ist in diesem Fall keine zart und leise blühende Blume. Es rumpelt, groovt, treibt ordentlich nach vorne und die abschließende und vom Orchester wunderbar in Szene gesetzte Nummer Through The Ghost kann einem fast die Tränen in die Augen treiben.
Textlich umspannt der aktuelle Dreher der Amis eine ganze Menge. Von Mobbing (Bully) über die neue Sicht der Welt hervorgerufen durch die Geburt des Sohnes des Sängers (Miracle) bis hin zum Dankeschön an die Fans (Unity), die der Band den Support geben, damit sie so erfolgreich sein konnten und wurden. Immerhin konnte Dank der Fans das Debüt "Leave A Whisper" mit Platin überzogen und der Nachfolger "Us And Them" mit einem Goldbezug versehen werden, dazu einiges an Singles in den US-Airplay-Charts und volle Konzerthallen. Bleibt ihnen eigentlich nur zu wünschen, dass sie auch in Europa noch mehr neue Fans dazugewinnen und weiter blühen und größer werden können. Nur bitte, Brent, Barry, Zach und Eric, behaltet Euch ein paar Ecken und Kanten bei, damit ihr in ein paar Jahren nicht genauso ideenlos wie BON JOVI oder NICKELBACK klingt.
|