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The Flying Eyes

Done So Wrong

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Done So Wrong
Done So Wrong, Trip in Time/World in Sound/Rough Trade, 2011
Will Kelly Vocals & Guitar
Adam Bufano Guitar
Mac Hewitt Bass & Vocals
Elias Schutzman Drums
Länge: 39 Min 56 Sek Medium: CD
1. Death Don't Make Me Cry6. Sundrop
2. Poison The Well7. Overboard
3. Nowhere To Run8. Done So Wrong
4. Clouded9. Greed
5. Heavy Heart10. Leave It All Behind

Herzberg und sein Festival ist das Terrain dieser vier jungen Wirrköpfe aus Baltimore. Da waren sie aber schon im letzten Jahr. Was nun also, nach dem angenehm zu hörenden und schwer DOORS-lastigen Debut aus ebenfalls dem letzten Jahr? Psychedelic Blues Rock der zäh-doomigen Art ist nicht die angesagteste Musik, weder hierzulande noch in Baltimore, wo aber immerhin noch ein anderer Wirrkopf geboren wurde: Frank Zappa.
THE FLYING EYES sind gar nicht dumm und haben mit- und umgedacht und flugs die rezitativen DOORS- bzw. Morrison-Anteile über Bord geworfen, um fürderhin, oder wenigstens für die zweite CD, ganz im psychedelischen Doom-, Stoner-, Fuzz-Strudel einzutauchen.

Klar ist, dass es in den letzten Jahren ganze Geschwader junger Bands mit einem ähnlichen Anliegen gab und gibt, da ist es für jede einzelne schwer, wirklich 'outstanding' zu sein. THE FLYING EYES sind es nicht. Um das Fazit vorwegzunehmen, unterm Strich bleibt nach dem Genuss von "Done So Wrong" tatsächlich die Frage, welche "fliegenden Augen" einem lieber sind: die mit den Augenringen des "Lizard King", oder doch die der harten Fraktion zwischen BLUE CHEER, SABBATH und (dem Promotext folgend) DANZIG. Vielleicht haben Will Kelly und seine Mit(riders on the storm)streiter ihren endgültigen Weg auch noch gar nicht gefunden. Dann muss man "Done So Wrong" ganz losgelöst vom ersten Album beurteilen und auf noch kommende Taten warten.
"Done So Wrong" ist kein schlechtes Werk, es fehlt ihm letztlich nur der Höhepunkt. Möglicherweise ist auch nur die Songreihenfolge falsch gewählt, denn das eher langweilig dräuende Death Don't Make Me Cry ist kein stimmungsvoller Auftakt. Das rifflastigere Poison The Well hätte als Opener vermutlich mehr Durchschlagskraft, aber erstens ist das ein subjektiver Eindruck und zweitens hat sich die Band sicherlich etwas bei der Setlist gedacht. Ganz von den DOORS getrennt haben sich die Knaben natürlich nicht, Nowhere To Run klingt wie ein Outtake von "Morrison Hotel". Danach kommen vier weitere relativ kurze Nummern, die sich zwar erfreulich voneinander unterscheiden, aber bis auf das leicht folkige Overboard nicht zünden wollen. Overboard ist klarer strukturiert, besitzt eine eingängige Hookline und scheint nach den knapp vier Minuten Laufzeit eigentlich noch gar nicht fertig zu sein. Dafür zieht sich der Titeltrack des Albums dann siebeneinhalb Minuten durch irgendwelche dunklen Sphärenwelten, die sich sicher nur dem Doom-Versteher erschließen. Um es auf den Punkt, respektive das umgedrehte Kreuz zu bringen: BLACK SABBATH war deutlich erschröcklicher und HAWKWIND wesentlich durchgeknallter. Andererseits könnte der Kritiker auch komplett irren und die Band will gar nicht durchgeknallt sein, denn der Schlusssong Leave It All Behind nimmt sich ganz bewusst nicht PINK FLOYD der Frühphase mit Syd Barrett zum Vorbild, sondern die vergleichsweise situierten FLOYD der frühen Siebziger. Das dann noch gemischt mit einem dylanesken Folk-Groove ergibt ein sehr schönes Ende.

Die Bewertung von "Done So Wrong" ist schwer und hängt auch vom Alter des Rezensenten ab. Der junge Hörer wird THE FLYING EYES als spannende Band erleben, die diverse Uralteinflüsse zu etwas Neuem verarbeitet, der Opa-Kritiker vergleicht eher und könnte zu dem Schluss kommen, dass die Originale bis heute spannend sind und es den einen oder anderen Versuch der neuesten Generation eigentlich nicht bräuchte. THE FLYING EYES sind sicherlich noch auf der Suche nach ihrer endgültigen Identität als Band, vielleicht könnte bei der nächsten CD ein externer Produzent das Profil schärfen. Für diesmal gilt: gut, teilweise sehr gut, insgesamt aber "nur" befriedigend.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.03.2011


 
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