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Broken Uncle's Inn

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Broken Uncle's Inn
Broken Uncle's Inn, Voodoo Highway/Rock'n'Growl, 2011
Matteo Bizzarri Guitar, Backing Vocals, Breaking Guitars
Filippo Cavallini Bass, Vocals, Backing Vocals
Frederico Di Marco Vocals, Rhythm Guitar
Lorenzo Gollini Drums
Alessandro Duo Organ, Guitar, Backing vocals
Produziert von: Luca Magni Länge: 39 Min 13 Sek Medium: CD
1. Intro (Since 1972)6. Running Around
2. Till It Bleeds7. Broken Uncle's Inn
3. The Fire Will Burn Away8. Heaven With No Stars
4. J.C. Superfuck9. Gasoline Woman
5. Window10. In Fact It's the Worst

Ich bin ja gemeinhin etwas übel gelaunt, wenn ich - wie in letzter Zeit häufiger - gute oder weniger gute Kopien von Classic Rockbands höre - die 25. DEEP PURPLE, 84. LED ZEPPELIN, 125. URIAH HEEP - wir sind doch hier nicht in der Gelddruckanstalt. Und wie war das noch mit der Kreativität - aber schön, kopiere ich also auch einfach eine Review von irgend einem Schreiberling - sagen wir mal, Nik Cohn oder Chris Welch -, ändere ein paar Details, und habe fertig. Sache ist aber: das macht keinen Spaß! Und ich dachte immer, Musikern geht das genauso?
Und daher kann man sich vorstellen, wie groß meine Freude war, als ich die Info und ersten Reviews zur neuen, ersten vollen CD (eine EP gab's vorher) der Neulinge VOODOO HIGHWAY aus Italien las - es purpelt hier, zepped da, heeped oben… ach herrje. Und klar - schon der erste Track Till It Bleeds nimmt sich das Riff von Smoke On The Water vor, ändert den Takt etwas, und schon steht der Song. Na prima, vielen Dank.

Aber, um das dann der guten Wahrheitsliebe halber zu erwähnen, egal, wie man das mit den Coverbands auch sieht - natürlich ist man in seinem Stil immer von jemandem beeinflusst, und das ist auch ok, denn man ist ja nicht mit Ohrstöpseln und Scheuklappen auf die Welt gekommen (err, bis auf einige von uns…). Und die Tatsache, dass einer ein paar Licks von Blackmore oder ein paar Breaks von Bonzo oder den stoischen Bass von John Entwistle übernimmt, macht aus einem Track nicht notwendigerweise Schrott und aus einer CD keinen Abfall.
Und wenn eine Band dann folglich das Smoke-Riff variiert, es aber so präsentiert, dass du das den ganzen Tag nachsummst wie Zombie - tja, dann hörst du doch mal näher hin. Es kommt - wie immer - auf das 'Wie' an.
Nach den ersten beiden Tracks (Till It Bleeds, The Fire Will Burn Away), die als stürmische Hard Rock Eisbrecher jedes Konzert beginnen könnten, und den beiden letzten Tracks (Gasoline Woman, In Fact It's The Worst), die ob ihrer guten Mittelklasse eher weniger auffallen aber das imaginäre Konzert eben gut zu Ende bringen könnten, nähern wir uns der Mitte der CD, und - in der Mitte liegt die Kraft.

Voodoo Highway

J.C.Superfuck besticht durch seinen clever aufgebauten mehrteiligen Refrain, aber es kommt noch besser: Window bietet ein Guitar-Orgel Duell und der Drummer gebärt sich wie die mehrarmige Göttin Shiva. Wieder ist der Song extrem cleverer aufgebaut und macht großen Spaß; allerdings vermeine ich konstatieren zu müssen, dass die Vocals sich etwas am Rand der Kapazität bewegen. Running Around stürmt dann über alle Grenzen mit seinem Drang nach vorwärts.
Broken Uncle's Inn punktet als Shuffle mit punktuierenden Riffs, die stimmig variiert und angeordnet werden. Hinzu kommt der trockene, steile Bass, songwritingmässig gibt es einen kurzpsychodelischen Mittelteil, noch ein Harmonikasolo oben drauf, und wir sind auf der Höhe des Schaffens angekommen - da fällt das Free Bird-Intro und die für Emotions sorgenden Synthwabereien in der keyboardseeligen Ballade Heaven With No Stars kaum noch auf.

Klar: Orgel = PURPLE/HEEP, Gitarre = PURPLE - stimmt schon, man ist beeinflusst. Gut so, denn man benutzt die Einflüße und kreiert eine eigene Jodelschule. Das alles ist auch sehr knackig produziert, so dass der Freud' auch von dieser Seite kein Dämpfer aufgesetzt wird. Anhörenswert!

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 15.07.2011

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