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ALTARIA, die finnischen Melodic-Rocker, sind erstmals außer ihrer Heimat auf Tournee. Vor ihrem Auftritt in Stuttgart
traf ich mich mit den beiden Gitarristen J-P Alanen und Petri Aho zu einem kurzen Gespräch im Tourbus.
HoR: Hallo, ihr seht entspannt aus. Kann ich daraus schließen, dass die Tour bisher zu eurer Zufriedenheit
verläuft?
J-P: Ja. Bisher läuft es ganz gut.
HoR: Wie sind denn eure Bedingungen als zweite Support-Band von
DORO neben
SONATA ARCTICA? Bekommt ihr einen halbwegs
anständigen Sound und genügend Licht?
Petri:: Da können wir uns eigentlich nicht beschweren. Das ist ganz okay soweit. Natürlich haben wir nicht die
selben Möglichkeiten wie SONATA ARCTICA und DORO, aber es ist ein fairer Umgang miteinander.
HoR: Und die Spieldauer? Wie lange dürft ihr denn heute Abend auf die Bühne? Dreißig Minuten?
Petri: Ja, etwa eine halbe Stunde. Wir können sechs oder sieben Songs spielen.
J-P: Sieben.
HoR: Wie seid ihr denn zu dieser Tournee gekommen. Hat Jani, der Gitarrist von SONATA ARCTICA, der ja früher bei
ALTARIA spielte, ein gutes Wort für euch eingelegt?
J-P: Ich glaube nicht, dass das etwas mit Jani zu tun hat. So weit ich weiß hat unser Management DORO unsere CD
geschickt, und die war davon so angetan, dass sie uns mit dabei haben wollte.
HoR: Das sind ja eigentlich ganz gute Startbedingungen. Das Timing der Tournee ist natürlich auch optimal für euch
um euer aktuelles Album
"The fallen empire" vorzustellen.
Meint ihr, dass DORO und SONATA ARCTICA auch die richtigen Bands für euch sind um mit ihnen zu touren, oder wäre euch ein
anderes Billing lieber gewesen.
Petri: Das passt schon. DORO steht ja auch heute noch für den Metal der Achtziger, der ja auch uns stark
beeinflusst hat. SONATA ARCTICA dagegen sind eher eine frische, finnische Band, die in ihren Sound auch epische und
bombastische Elemente einfließen lässt. Uns sehe ich stilistisch irgendwo in der Mitte von DORO und SONATA ARCTICA. Ich
denke, wir haben musikalisch den Fans beider Bands etwas zu bieten, das ihnen gefallen dürfte. Ich hoffe zumindest, dass
wir auf der Tour einige neue Leute von uns überzeugen können. (lacht)
HoR: Ihr seid jetzt das erste Mal außerhalb von Finnland auf Tournee...
J-P: Ja, das ist richtig.
HoR: ...und besucht innerhalb von vier Wochen zweiundzwanzig Städte in acht Ländern. Habt ihr da auch die
Möglichkeit ein bisschen was von Land und Leuten kennen zu lernen?
(Die beiden sehen sich fragend an)
Ich meine, wenn ich mir euren Tourplan so anschaue, dann habt ihr zum Beispiel einen 'day off' in Paris. Das wäre doch
eine nette Gelegenheit sich mal die Stadt anzuschauen. Oder konzentriert ihr euch ausschließlich auf die Konzerte und
Promoaktivitäten?
J-P: Ach so... ja, mal sehen. Wenn wir früh genug in einer Stadt ankommen, dann versuchen wir schon etwas von ihr
mitzubekommen. Dadurch, dass wir immer als erste Band auf die Bühne gehen haben wir natürlich vor allem nach unserem
Auftritt Zeit für so etwas. Auf jeden Fall genießen wir es im Moment auf Tour zu sein. Es macht einfach Spaß.
HoR: Also derzeit keine Spur von Heimweh?
Petri: (lacht) Bisher nicht, vielleicht kommt das, wenn die Tour länger dauert.
HoR: Als ALTARIA gegründet wurden waren noch Emppu von
NIGHTWISH und Jani von SONATA ARCTICA in der Band.
Meint ihr, dass diese bekannten Namen hilfreich für die Band waren, beispielsweise als es darum ging einen Plattenvertrag
zu bekommen?
Petri: Natürlich. Ich bin absolut überzeugt, dass es so war.
J-P: Ja, aber heute spielt das keine Rolle mehr. Wobei es natürlich schon so war, dass es eingefleischte Jani- und
Emppu-Fans gab, die sich wegen ihnen mit ALTARIA beschäftigt haben. Von denen haben natürlich einige, als die beiden raus
waren, der Band den Rücken gekehrt, was ich als sehr schade empfinde...
HoR: ..zumal vor allem Marko die treibende Kraft hinter ALTARIA ist und fast alle Songs schreibt.
J-P: Eben!
HoR: Zudem hattet ihr noch vor dem zweiten Album einen Sängerwechsel. Diese andauernden Besetzungswechsel sind das
Konstanteste bei ALTARIA. Haben sie die Karriere der Band negativ beeinflusst? Könnte die Band mit einem stabilen Line-Up
auf der Erfolgsleiter schon einige Sprossen höher geklettert sein?
J-P: Da bin ich mir nicht sicher. Wie du selbst sagtest ist Marko das Herz der Band, und er war ja durchgängig
dabei.
HoR: Petri, du bist jetzt vor dieser Tour als zusätzlicher Gitarrist eingestiegen. Kann man daraus schließen, dass
die Gitarren zukünftig gegenüber den Keyboards einen höheren Stellenwert erhalten.
Petri: Ja, sicher. Du darfst aber nicht vergessen, dass ALTARIA eigentlich schon immer eine Band mit zwei
Gitarristen war. Ich habe im Prinzip also nur eine offene Position aufgefüllt.
J-P: Auf dem aktuellen Album kannst du auch feststellen, dass wir die Keyboards nur noch sehr dezent einsetzen, und
live verwenden wir überhaupt keine Tasteninstrumente.
HoR: Diese Sounds kommen dann von Band?
J-P: Nein, bei uns ist alles wirklich live. Wir haben die Songs entsprechend umarrangiert.
HoR: Das stelle ich mir sehr interessant vor.
Petri: Hoffentlich gefällt es dir...
HoR: Ich gehe davon aus, denn aus meiner Sicht liegt eure Stärke im starken Songwriting an sich. Also wird man
zukünftig Keyboards nur noch auf euren Studioproduktionen hören.
J-P: Der Weg von ALTARIA wird wohl eher der sein, in Zukunft ganz auf Keyboards zu verzichten. Wir sehen uns eher
als geradeaus rockende Gitarrenband.
HoR: Seid ihr denn mit den bisherigen Reaktionen von Fans und Medien auf "The final empire" soweit zufrieden.
Petri: Hm... ich weiß nicht so recht....
J-P: Das Album wird wahrgenommen und ist in vielen Medien vorgestellt worden. Da waren einige wirklich gute
Kritiken dabei, einige waren weniger gut, aber so richtig schlecht war keine. Von daher ist das soweit schon in
Ordnung.
HoR: Es heißt ja immer, dass das dritte Album entscheidend für den Verlauf der Karriere einer Band sei. Entweder
gelingt damit der Durchbruch, oder man kann es mehr oder minder vergessen. Habt ihr besonderen Druck verspürt, während ihr
an "The fallen empire" gearbeitet habt.
J-P: Dazu kann ich dir nichts sagen. Wenn jemand Druck hatte, dann war es Marko als Songwriter.
HoR: Hier in Deutschland wundern wir uns oft, wenn wir hören, wie erfolgreich Rock- und Metal-Acts in Finnland sind
und sogar höchste Chartpositionen belegen. Wo ist der Trick bei der Sache? Sind die Konsumenten in Finnland eher
rockbegeistert wie anderswo in Europa?
Petri: Klar, wir Finnen sind total rockbegeistert. Deswegen sind auch diese Chartsnotierungen möglich.
HoR: Das ist aber doch sicher nicht der einzige Grund, oder? Ist Rockmusik bei euch entsprechend in den Medien
präsent? Wenn man bei uns schaut, da findet Rockmusik beispielsweise im Radio praktisch gar nicht statt.
Petri: Gut, bei uns gibt es schon ein paar Radiostationen, die meist in speziellen Sendungen Rockmusik spielen. Da
laufen dann auch schon mal SONATA ARCTICA, die Finnland eine ganz große Nummer sind, aber auch eher moderner Sachen wie
BULLET FOR MY VALENTINE. Wir haben auch ein paar Festivals, nicht ganz so groß und bekannt wie Roskilde, aber durchaus
beachtlich.
HoR: LORDI vertritt ja jetzt Finnland beim 'European Song Contest'. Was haltet ihr denn davon?
Petri: Hm... Finnland hat bei dem Wettbewerb ja eigentlich noch nie was reißen können. Vielleicht schaffen es ja
jetzt LORDI für uns ein paar Punkte zu holen. NIGHTWISH haben es ja auch mal versucht, sind aber bereits in der nationalen
Vorausscheidung hängen geblieben.
HoR: Die Rockfans in Deutschland drücken jedenfalls Finnland und LORDI ganz fest die Daumen. Okay, dann danke ich
euch beiden, dass ihr euch für uns Zeit genommen habt. Viel Spaß noch auf der Tour und alles Gute für die Zukunft.
Besonderer Dank an Birgitt von
GerMusica Promotion & Management, die dieses
Interview ermöglicht hat. Die Fotos stammen von der
offiziellen ALTARIA-Homepage.
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