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CENTRAL PARK, die Prog-Rock-Legende der 80er-Jahre aus München, gingen im letzten Jahr gemeinsam mit Fish auf Tour. Darüber und über das kommende Album sowie die nächsten Live-Pläne sprachen wir mit Schlagzeuger Artur Silber.
Home of Rock: Hallo Artur, schön dass Du dir mal wieder Zeit nimmst und mit uns eine wenig über CENTRAL PARK plauderst. Ihr habt im vergangenen Spätherbst für Fish die Shows in Deutschland eröffnet. Wie war Dein Eindruck und wie ist Deine Bilanz, nach dem nun bereits ein paar Monate vergangen sind? Hat es sich für die Band gelohnt?
Artur Silber: So etwas lohnt immer, vorausgesetzt, wir reden hier nicht über Geld... Ansonsten macht man natürlich Erfahrungen, die einen nach vorne bringen und die Motivation wachsen lassen. Man darf ja nicht vergessen, dass wir bei aller professionellen Performance und (Eigen-)vermarktung nicht aus dem Profilager kommen und die Sache wirklich nur zum Spaß machen. Dennoch ist die Herausforderung enorm und wir sind - sicher auch alters- und erfahrungsbedingt - in der Lage, die Tour nicht betriebsblind zu analysieren. Natürlich gäbe es viel zu erzählen, ich möchte mich aber auf das aus unserer Sicht Wesentliche beschränken: besonders hat uns gefreut, dass wir das Fish-Publikum, das bekanntermaßen sehr kritisch und sehr auf Fish fixiert ist, schnell "hatten". Heißt, es dauerte nur wenige Minuten, bis wir deren Aufmerksamkeit spürten und besonders mit Don't Look Back überzeugen konnten. So wurde im Laufe der Woche aus Teilen der Fish Fanbase auch eine Central Park Fanbase. Viele neue Freundschaften und sicher viele Gesichter, die wir bei den nächsten Gigs wieder sehen. Das Verhältnis zur Fish-Crew war prima, wir sind "family" geworden. Alle freuen sich auf das Wiedersehen am 19.7. auf der Loreley.
HoR: Gab es ein Konzert, an das Du dich besonders gerne erinnerst?
A.S.: Jeder Gig hatte seine besondere Note. Mainz war natürlich prima weil Du dabei warst (grins) und ich auf meinem eigenen Set spielen konnte, was bei den anderen Konzerten außer in München leider nicht ging (Dank an dieser Stelle an Gavin, den Fish-Drummer). Der Oberknaller in Mainz war aber die Tatsache, dass der Daddy von unserem Gitarristen Hans dabei war. Mit knapp an die 80 nicht mehr der Jüngste und wir waren bemüht, für ihn eine Sitzgelegenheit zu organisieren. Falscher Plan, kann ich nur sagen. Der Junggebliebene stand die ganze Zeit in der ersten Reihe vor der Bühne und ich machte mir ernsthaft Sorgen, dass er noch zum Headbanger mutiert. Seine dauerhaft gute Laune hat uns wirklich angetörnt und Energie gegeben.
HoR: Ich habe gehört, dass eure CD "Unexpected" nicht mehr als schmuckes Digi-Pack erhältlich ist. An sich schade, denn dieser Edition lag eine DVD bei. Wird es die Scheibe noch mal in diesem Format geben, oder muss man sich ab sofort mit einem Jewelcase ohne zusätzliche DVD begnügen?
A.S.: So isses. Wir finanzieren alles komplett selbst und müssen irgendwann auf den Taxameter schauen. Die edle Digipak-Auflage waren wir uns einfach selbst schuldig, haben die Aufnahmen ja etwa 20 Jahre im Archiv geschlummert, bis wir uns nach der Reunion (2006) zur Veröffentlichung entschließen konnten. Ist doch klar, dass so ein Ereignis nach etwas Besonderem schreit. Die 2000er Auflage hat uns aber echt Geld gekostet, vor allem was die Bonus-DVD betrifft. Für die Tour haben wir dann auf Jewel abgespeckt, da inzwischen auch die Live-DVD fertig war. So bleibt es nun bei der günstigeren Variante und die Besitzer des Digipaks können sich freuen, ein Exemplar der stückzahlbegrenzten Luxus-Variante zu besitzen. 3-2-1-meins...
HoR: Wie ist die bisherige Resonanz auf die veröffentlichte DVD "The Unexpected Concert" aus dem Metropolis in München? Die Kritiken waren ja überwiegend sehr, sehr positiv.
A.S.: Was uns natürlich sehr freut. Man scheint uns zu mögen und unsere Musik ernst zu nehmen. Für die nächste DVD muss ich aber wohl ein wenig abnehmen und mir eine wuschelige Perücke zulegen.
HoR: Diese DVD entstand im Rahmen der sog. "1. Münchener Prog-Reunion-Nacht". Wird es eine Fortsetzung dieser Veranstaltung geben? Immerhin warst Du selbst der Hauptorganisator?
A.S.: Wir planen gerade die Fortsetzung (Oktober 2008) und sind mit PENDRAGON im Gespräch. Die erste Nacht lief ja noch unter dem Reunion-Aspekt (3 Bands aus den 70ern, 80ern und 90ern, die unabhängig voneinander nach langer, zum Teil sehr langer Pause in 2006 wieder loslegten), die zweite könnte dann einen Jubiläums-Charakter tragen: PENDRAGON zelebriert ihr 30-jähriges, wir unser 25-jähriges. Wird schon klappen...
HoR: Das Album "Unexpected" bot in erster Linie das Material, welches ihr bereits in den 80er-Jahren vor eurem Split veröffentlichen wolltet. Wir weit sind die Planungen für ein neues Album? Wann können wir damit rechnen?
A.S.: Nicht vor 2009. Dieses Jahr gehört der Kreativität. Viel Neues ist schon entstanden und weiteres Material ist geplant. Wir möchten aber nicht unter Stress geraten und daher nicht vor Spätherbst ins Studio gehen. Das letzte Album haben wir in vier Jahren gestemmt, diesmal geht das hoffentlich ein wenig flotter.
HoR: Werden sich eure neuen Songs stilistisch verändern? Wird es Überraschungen geben, die wir von CENTRAL PARK so eigentlich nicht erwarten?
A.S.: Wenn ich jetzt die Überraschungen verrate, sind es ja keine Überraschungen mehr... Aber geben wir es sicher welche! Musik ist eine Materie, die sich ständig bewegt, daher müssen wir uns anpassen und uns auch bewegen. Also wird die nächste Scheibe nicht mehr nach den 80ern klingen, sondern folgerichtig nach 2008/09. Außerdem wollen wir die neuen Songs auch erst einmal live testen. Am besten (auszugsweise) gleich bei den Gigs im Juli (Loreley und Burg Herzberg). "Unexpected" war eine Zeitreise, beim nächsten Album gilt es dann. Denn wie wir alle wissen, ist das zweite Album das schwerste, da du in der Regel den Level des ersten toppen solltest. Kein leichtes Unterfangen bei dem was wir vorgelegt haben. Wird schon werden...
HoR: Euer Sänger Heiko Möckel wohnt inzwischen in der Nähe von Köln, während die übrigen Stammmusiker in eurer Heimat München oder Umgebung leben. Gestaltet sich dieser Umstand als problematisch und ist das aufgrund moderner Technik heutzutage gar kein Problem? Wie erarbeitet ihr mit Heiko die neuen Gesangslinien?
A.S.: Einfacher macht es die Distanz von 700 km sicher nicht. Heiko kommt ab und an nach München und wir machen das Machbare. Ansonsten schicken wir ihm Übungsraum-Mitschnitte auf CD und er entwickelt zunächst etwas zu Hause. Die Feinarbeit passiert dann hier. Alles dauert natürlich länger als gewohnt, daher ist der Song-Output auch verlangsamt.
HoR: In diesem Sommer spielt ihr zwei bedeutende und große Open Air-Veranstaltungen. Zum einen können wir euch am 19.07. auf der Loreley im Rahmen der diesjährigen "Night Of The Prog" sehen, einen Tag später am 20.07. werdet ihr auf dem Burg Herzberg-Festival auftreten. Wie wird euer Programm aussehen? Wird es im Vergleich zur abgelaufenen Tour Änderungen in der Setlist geben?
A.S.: Wie gesagt: ein paar neue Songs wir es sicher geben. Teilweise aber auch altes Material, das wir seit dem Split 1989 nicht mehr live gespielt haben und das auch nicht auf der 1. CD war. Teilweise sehr wuchtig, da mussten wir erst mal schauen, ob wir das power-technisch noch hinkriegen. Nach den letzten Proben ist aber klar: Power ohne Ende.
HoR: Gibt es Planungen nochmals eine kleine Tour zu spielen? Oder werden CENTRAL PARK dann erst wieder mit neuen Songs live auf der Bühne gehen?
A.S.: Das kann ich momentan nicht sagen. Erst einmal wollen die Gigs gespielt und das Album produziert sein. Dann sehen wir weiter.
HoR: Das Home of Rock dankt Dir für das Gespräch. Wir wünschen euch viel Erfolg und wir sehen uns sicherlich auf einem der Festivals in diesem Sommer!
A.S.: Gerne, Danke, Freude.
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